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26.10.2023 | (rsn) – Primoz Roglic hat die Mannschaft verlassen und jetzt gibt es auch kaum noch einen Grund, den Mantel des Schweigens über die Geschehnisse im Team Jumbo – Visma bei der Vuelta a Espana zu hüllen. Sportdirektor Merijn Zeeman jedenfalls hat sich im niederländischen Podcast 'Met open vizier' nun erstmals zu der Situation am Alto de l'Angliru geäußert, als Roglic so schnell fuhr, dass Teamkollege Sepp Kuss im Roten Trikot nicht mehr folgen konnte, obwohl alle Kontrahenten anderer Rennställe schon abgehängt waren.
"Eigentlich war alles so, wie wir es wollten. Wir waren nur noch zu dritt und das war tatsächlich der Moment, in dem es nicht mehr so gut lief. Ab einem bestimmten Punkt konnte Sepp Primoz und Jonas nicht mehr folgen und dann gab es kein Teamwork mehr", zitiert Wielerflits den Niederländer aus dem Podcast.
"Alles, was bis dahin passiert war, war Teamwork. Aber auf dem Angliru hätten sie zusammenbleiben sollen", so Zeeman, der aber auch betonte: "Du fährst dort bei bis zu 20 Prozent Steigung und hast eine Herzfrequenz von 200 Schlägen. Da kannst Du nicht erwarten, dass die Männer klar denken."
Interessant daran ist, dass Zeeman diesen einen Moment als kritisch herausstreicht, in dem Roglic Kuss abschüttelte und Vingegaard nur am Hinterrad des Slowenen mitfuhr, ohne selbst auch Tempoarbeit gegen Kuss zu machen. Die Vorstöße des Dänen auf dem Weg zum Col du Tourmalet sowie am Tag vor der Angliru-Etappe nach Bejes, nahm Zeeman mit seinen Aussagen ausdrücklich in Schutz. "Angreifen, um andere Fahrer zum Arbeiten zu bewegen, ist etwas anderes, als sich gegenseitig anzugreifen", so der Sportdirektor, der auch noch einen Einblick in die Gespräche danach gab:
"Radfahren ist für uns kein Einzelsport, sondern ein Mannschaftssport. Noch am selben Abend habe ich die Männer an einen Tisch gesetzt und vorher mit Jonas, Sepp und Primoz gesprochen und ihre Ansichten gehört. Aber dann habe ich acht erwachsene Männer zusammengebracht und gesagt: Leute, das ist heute passiert. Ich habe meine Meinung dazu, aber ich denke, es ist viel wichtiger, was ihr denkt", erzählte Zeeman.
"Sieben Fahrer waren sich einig: Das (Sepp Kuss als Gesamtsieger, Anm. d. Red.) muss das Endergebnis sein. Primoz tat sich damit schwerer, aber er passte sich dem Ganzen sehr gut an. Das lag auch daran, dass seine Teamkollegen es sehr eindringlich zum Ausdruck gebracht haben. Deshalb hat er schließlich auch gesagt: Sepp muss gewinnen und ihr könnt auf mich zählen."
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