“Es ist für alle schöner, schneller im Ziel zu sein“

Pogacar sorgt mit Jux-Attacke nach Pipipause für schnellste UAE-Etappe

Von Felix Mattis

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Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) in der Ausreißergruppe auf der 5. Etappe der UAE Tour. | Foto: Cor Vos

21.02.2025  |  (rsn) – Tadej Pogacar hat aus einem Scherz heraus die 5. Etappe der UAE Tour (2.UWT) belebt und so mit dafür gesorgt, dass sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 48,7 km/h zur schnellsten Massenstartetappe in der siebenjährigen Geschichte der Rundfahrt durch die Vereinigten Arabischen Emirate geworden ist. Der Slowene vom Heim-Team UAE – Emirates – XRG attackierte auf dem völlig flachen Teilstück nach nur zehn Kilometern und fuhr im Trikot des Gesamtführenden der siebentägigen WorldTour-Rundfahrt anschließend über 100 Kilometer in der Spitzengruppe des Tages.

"Natürlich war das nicht geplant", sagte Pogacar nach der Etappe auf der Pressekonferenz des Rundfahrt-Leaders und erklärte seinen Vorstoß mit Teamkollege und Landsmann Domen Novak, der zunächst wohl nur als Scherz gedacht war, dann aber durch das Mitspringen von Titelverteidiger Lennert Van Eetvelt (Lotto) sowie drei weiteren Fahrern doch ernstere Formen annahm:

"Domen und ich sind gerade von einer Pipipause zurückgekommen – wie alle anderen. Und dann sind wir durchs Feld gerollt und ich habe an die Katalonien-Rundfahrt letztes Jahr gedacht, wo Domen und ich auch das Feld angegriffen haben. Damals waren wir nur zu zweit und es war nur Spaß. Wir haben angehalten, uns versteckt und sind dann dem Peloton wieder hinterhergefahren. Diesmal aber sind ein paar Fahrer mitgekommen, wir haben eine Gruppe gebildet und zusammengearbeitet. Das war ein schöner Tag da draußen."

Die Flachetappen der UAE Tour verlaufen, wie die viele völlig flache Teilstücke anderer Rennen, oft sehr geradlinig – wenn kein Wind weht: In diesem Jahr wurden sie bislang vor allem zur Bühne für die beiden italeinischen ProTeams Solution Tech – Vini Fantini und VF Group – Bardiani CSF – Faizané, die bislang täglich die Ausreißergruppen bildeten und die Zwischensprintwertungen hart gegeneinander ausfuhren.

Im Peloton dagegen hielten die Helfer der großen Sprinter alles beisammen und bestimmten das Tempo, während ein Großteil der Fahrer auf den breiten Autobahnen im Windschatten mitschwimmt. Eine harte Trainingseinheit daheim hat da oft deutlich mehr Effekt, als ein Renntag. Dementsprechend dürfte Pogacar den Vorstoß auch als Training gesehen haben – und bei bis zu 2:30 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld wurde auch deutlich, dass man wirklich schnell fuhr und sich sehr belastete.

Harte Trainingseinheit statt Bummeletappe

"Ich habe mich darauf vorbereitet, hier Rennen zu fahren – und wenn heute Seitenwind gewesen wäre (wie auf Etappe 4, Anm. d. Red.), hätten wir mehr oder weniger denselben Effort gehabt. Also war ich darauf vorbereitet. Und so war es ein schöner Tag mit etwas Training", sagte der Slowene nun in Dubai, merkte aber auch an: "Morgen hoffe ich trotzdem auf einen ruhigeren Tag."

Dass Pogacar unterwegs an den Zwischensprints auch noch einige Bonussekunden mitnahm, war wohl eher zweitrangig. Er sprintete zwar jeweils mit und gewann den ersten Zwischensprint sogar, überließ die Punkte am zweiten Sprint aber dann doch den Beiden, die um das Schwarze Zwischensprint-Trikot kämpfen – Dorde Duric (Solution Tech – Vini Fantini) und Manuele Tarozzi (VF Group – Bardiani CSF – Faizané).

Am Ende, so sah es Pogacar, dürften jedenfalls alle im Feld dem Weltmeister auch etwas dankbar gewesen sein für seinen Jux-Angriff nach der Pipipause. "Für 90 Prozent des Feldes war es sicher ein guter Tag, weil wir so schneller im Ziel waren. Denn es haben auch mehr Leute im Feld die Tempoarbeit übernommen, weil Lennert van Eetvelt und ich vorne waren", meinte er, dass er so eine Bummeletappe verhindert habe. "Es ist für alle schöner, wenn wir in 3:15 Stunden im Ziel sind, als nach 4:30 Stunden."

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