Waliser nach gestrigem Sieg Gesamtführender

Thomas holt sich bei der Tour of the Alps Zuversicht für den Giro

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Geraint Thomas (Sky) im Führungstrikot der Tour of the Alps | Foto: Cor Vos

20.04.2017  |  (rsn) - Die Königsetappe der gestrigen Tour of the Alps wird Team Sky Mut für den kommenden Giro d’Italia machen - nicht nur, weil Geraint Thomas und Mikel Landa im knapp neun Kilometer langen Schlussanstieg nach Villnöss nach einer Galavorstellung den Sieg unter sich ausmachten. Es war vielmehr die clevere Taktik der Doppelspitze und zuvor die Leistung der nur sechsköpfigen Mannschaft - die Aufgebote der Konkurrenten umfassen jeweils acht Fahrer -, die einiges für die 100. Italien-Rundfahrt erwarten lassen, bei der Thomas sein Debüt geben wird.

“Der heutige Sieg gibt mir Zuversicht für den Giro d’Italia“, sagte der 30-jährige Waliser im Ziel der gestrigen Etappe, das er Rad an Rad mit dem zweitplatzierten Landa erreichte. Thomas wird erstmals in seiner Karriere bei einer GrandTour auf eigene Rechnung fahren können, wenn auch gleichberechtigt mit Landa, dem Gesamtdritten von 2015. Vor aber allem seine Unerfahrenheit mit der Kapitänsrolle bei einer dreiwöchigen Rundfahrt ließ den langjährigen Edelhelfer von Chris Froome seine Giro-Chancen im Ziel in Villnöss eher zurückhaltend bewerten.

"Der Giro ist Neuland für mich und ein Top-Ten-Platz wird schwer, gerade gegen Leute wie Nibali oder Quintana“, fügte er an. Ganz unbekannt wird das Terrain des Jubiläums-Giro aber nicht sein, denn Thomas hat bereits einige Streckenerkundungen vorgenommen. “Ich habe mir vor der Tour of the Alps noch die Giro-Etappen 18 und 19 (Bergankünfte in Ortisei/St. Ulrich und Piancavallo, d. Red.) angesehen. Das sind brutal schwere Tagesabschnitte“, lautete sein Fazit.

Thomas, der am Mittwoch mit seinem zweiten Saisonsieg die Führung in der Gesamtwertung der fünftägigen Tour of the Alps übernommen hat, will das Leadertrikot auf den beiden verbleibenden Etappen, die noch einige schwere Anstiege bereithalten, "bis zum Schluss verteidigen.”

Beide Tages-Abschnitte will er auch dazu nutzen, sich weiter in eine gute Verfassung für den Giro zu bringen, der am 5. Mai auf Sardinien beginnt. "Die Tour of the Alps mit den langen Anstiegen […] ist die perfekte Vorbereitung für die Italien-Rundfahrt“, meinte er.

Auf der 3. Etappe, die wegen der winterlichen Verhältnisse in der Region wie schon das zweite Teilstück - wenn auch nur um einige Kilometer - verkürzt werden musste, lief für Thomas bereits alles nach Wunsch. Im zwölf Kilometer langen Rodengo-Pass (1.748 Meter) schraubte Sky das Tempo hoch, wodurch das Feld bei der Jagd auf eine kleine Ausreißergruppe auf rund 40 Fahrer ausdünnte. Und auch, nachdem mit Davide Orrico (Sangemini) der letzte der Ausreißer im unteren Teil des Schlussanstiegs eingefangen worden war, ließen Thomas‘ Helfer nicht nach. “Mein Team Sky hat heute einen fantastischen Job gemacht; vor allem am Schlussanstieg“, sagte der Etappengewinner, der sich den Sieg dank einer perfekten Rollenverteilung mit Landa holte.

“Am Beginn des letzten Anstieges zum Ziel fühlten Mikel Landa und ich uns sehr gut. Wir haben beschlossen, dass er eine Attacke versucht. So konnte ich mich ans Hinterrad der Gegner heften. Als Formolo vor dem letzten Kilometer attackierte, sah ich, dass die anderen schon am Limit waren. Ich setzte nach – obwohl ich nicht dachte, dass ich Landa und Pozzovivo noch einholen könnte – und schaffte es. Erst im Ziel realisierte ich, was ich da heute geschafft habe“, schilderte Thomas die letzten Kilometer, auf der die Sky-Doppelspitze alle Konkurrenten düpierte.

Nicht zuletzt wegen der kollektiven Stärke der kleinen Sky-Truppe ist Thomas nun erster Kandidat auf den Gesamtsieg der "Alpen-Rundfahrt". Sein Führungstrikot wird er auf der heutigen 4. Etappe erstmals verteidigen müssen. Die führt über 165,3 Kilometer von Bozen in Südtirol nach Cles in Trentino. Unterwegs muss das Feld zwei Berge bewältigen: den Mendola-Pass und in den im Schnitt gut zehn Prozent steilen Forcella di Brez, von dessen Gipfel noch 34 Kilometer größtenteils abfallend bis ins Ziel folgen - wobei auf den letzten acht Kilometern ein nicht kategorisierter Anstieg zu späten Attacken einlädt.

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