Westmattelmanns Luxemburg-Tagebuch

Raphi hat sich wieder stark in Szene gesetzt

Von Daniel Westmattelmann

Foto zu dem Text "Raphi hat sich wieder stark in Szene gesetzt"
Daniel Westmattelmann (Lotto-Kern Haus) | Foto: Marcel Hilger

04.06.2017  |  (rsn) Am heutigen Tag (Samstag, d. Red) stand die vermeintliche Königsetappe auf dem Programm. Die 193km von Eschweiler hinauf zur Kaserne in Diekirch waren mit sechs Bergwertungen gespickt, sodass insgesamt über 3.000 Höhenmeter zu überwinden waren. Auf dem einstündigen Transfer zum Start gab es für uns noch ausreichend Zeit, sich in Ruhe das Streckenprofil anzuschauen oder sogar den ein oder anderen Streckenabschnitt aus dem Autofenster zu inspizieren.

Das Rennen ging heute wieder sehr schnell los und nach einer beherzten Attacke dachte ich für kurze Zeit, ich hätte es in die Gruppe des Tages geschafft. Aber so ging es anschließend auch dem ein oder anderen meiner Teamkollegen, sodass es bis zur ersten Bergwertung dauerte, bis sich eine vierköpfige Spitzengruppe absetzen konnte.

BMC hat anschließend wieder das Rennen in die Hand genommen und die Ausreißer auf drei Minuten gehalten. Hinten ging es für uns dann wieder darum, Kräfte zu schonen, ausreichend zu essen und zu trinken. Acht Trinkflaschen gehen auf so einer Etappe bei schwülen Bedingungen schnell durch.

Als bei Kilometer 140 die Schlussrunde immer näher rückte, wurde es auch im Feld zunehmend nervöser. Wir konnten uns als Mannschaft gut sammeln und somit Raphi Freienstein ordentlich auf der Schlussrunde platzieren. Als es hinauf zur letzten Bergwertung ging, musste ich gemeinsam mit Joshi Huppertz und Chris Hatz abreißen lassen, sodass Raphi auf den letzten Kilometern auf sich allein gestellt war und wir ruhig mit einer größeren Gruppe ins Ziel fahren konnten.

Raphi hat sich bei der kleinen Bergankunft noch mal stark in Szene gesetzt und liegt nach seinem heutigen 17. Etappenplatz auf noch auf einem sensationellen achten Rang in der Gesamtwertung.

Nach der Etappe haben wir uns schnell auf dem Heimweg gemacht, wobei unsere Physiotherapeutin Augusta es sich nicht hat nehmen lassen, uns die Heimfahrt mit einem Eis zu versüßen. Nach dem Champions-League-Finale wird sicherlich zeitnah der Fernseher ausgemacht, da morgen nochmal bergige 175km von Mersch nach Luxembourg anstehen.

Und morgen (Sonntag, d. Red) werden wir wieder viel Kraft benötigen, um die gute Position in der Gesamtwertung zu verteidigen. Greg van Avermaet hat mit seinem zweiten Etappenplatz heute nochmal unterstrichen, dass bei der Vergabe des Gesamtsieges wohl kein Weg an ihm vorbeigeht.

Ich freue mich wieder auf die fröhliche Stimmung am Streckenrand und hoffe, dass unsere Mannschaft moren etwas zu feiern hat!

Bis morgen,
euer Daniel

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