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19.10.2018 | (rsn) - Nachdem es im WM-Straßenrennen und zuletzt bei Il Lombardia nicht nach Wunsch lief, hat Gianni Moscon (Sky) nach der 4. Etappe der 2. Gree-Tour of Guangxi nun beste Chancen, mit einem Gesamtsieg im Gepäck in die Winterpause zu gehen. Der Italienische Zeitfahrmeister erreichte nach einer Attacke im 3,2 Kilometer langen und 7,3 Prozent steilen Schlussanstieg als Solist die Bergankunft am Mashan Nongla Scenic Spot und übernahm mit seinem vierten Saisonsieg auch das Rote Trikot des Spitzenreiters.
Moscon schüttelte auf dem Schlusskilometer alle seine Konkurrenten ab und kam fünf Sekunden vor dem Österreicher Felix Großschartner (Bora-hansgrohe) ins Ziel. Dritter auf der 152,2 Kilometer langen und in Nanning gestarteten Etappe wurde mit acht Sekunden Rückstand der der Russe Sergei Chernetskiy (Astana) dritter, Rang vier belegte der Spanier Carlos Verona (Mitchelton-Scott /+0:11) vor dem zeitgleichen Kolumbianer Rigoberto Uran (EF-Drapac).
"Wir haben alle Vollgas gegeben, ich habe gesehen, dass die anderen Fahrer müde waren und dachte, ‘jetzt ist der Moment‘", kommentierte Moscon auf der Sky-Homepage die entscheidende Szene des Rennens. “Ich attackierte und hatte sofort eine kleine Lücke, die ich bis zum Schluss hielt."
Gegen den Antritt des 24-Jährigen war auch der gleichaltrige Großschartner chancenlos. Dennoch war der Marchtrenkner mit seiner Vorstellung und dem Ergebnis hoch zufrieden. “Ich bin überglücklich einen Podestplatz bei einem WorldTour Rennen belegt zu haben“, sagte Großschartner, der im Finale von der Vorarbeit seines Teamkollegen Peter Kennaugh profitierte. “Peter hat alle Attacken vor dem Finale abgewehrt und mich in Position gebracht“, lobte er den Briten.
Vor dem Schlusswochenende, das morgen zunächst die mit 212 Kilometern längste Etappe bereithält, bei der auf den letzten 40 Kilometern noch zwei Bergwertungen der 2. Kategorie warten, liegt Moscon nun neun Sekunden vor Großschartner und 14 vor Chernetskiy (Astana). Auf den weiteren Plätzen folgen der Franzose Remi Cavagna (Quick-Step Floors / +0:17) und Uran (+0:21).
Auch wenn sein Vorsprung vergleichsweise gering ist, sollte Moscon sein Rotes Trikot verteidigen und damit die Nachfolge von Tom Wellens (Lotto Soudal) antreten können, der 2017 mit seinem Etappensieg am Mashan Nongla Scenic Spot die Grundlage für den späteren Gewinn der Gesamtwertung legte. "Ich erwarte morgen eine große Schlacht, aber ich habe ein starkes Team“, zeigte sich der Sky-Kapitän zuversichtlich, zumal Großschartner erklärte: “Nun gilt es den zweiten Platz zu verteidigen, dann wäre es für mich ein wunderschöner Abschluss meiner ersten WorldTour Saison.“ Und auch Bora-Sportdirektor Christian Pömer rechnet am Samstag und Sonntag nicht mehr mit Attacken der Klassementfahrer. “Die beiden kommenden Tage werden wir uns wieder auf unseren Sprintzug konzentrieren“, kündigte der Österreicher an.
So lief die Etappe…
Nachdem eine erste frühe Spitzengruppe um Maximilian Schachmann (Quick-Step Floors), Michael Schwarzmann (Bora-hansgrohe) und Pascal Eenkhoorn (LottoNL-Jumbo) schnell wieder eingefangen war, versuchte es der Niederländer nach gut zehn Kilometern erneut, diesmal mit Roger Kluge (Mitchelton-Scott) und Stefan Küng (BMC) an seiner Seite. Der deutsche Sprinter ließ sich kurz darauf wieder ins Feld zurückfallen, so dass Eenkhoorn gemeinsam mit dem Schweizer Zeitfahrmeister das Spitzenduo bildete.
Die beiden Ausreißer bekamen vom Feld gut drei Minuten Vorsprung zugestanden, was viel zu wenig war, um sich angesichts des schweren Finals auf einen Überraschungscoup machen zu können. Küng gewann die ersten beiden Zwischensprints, Eenkhoorn den letzten und konnte seinem Begleiter wenige Kilometer vor dem Beginn des Schlussanstiegs nicht mehr folgen.
Küng hielt sich noch bis knapp drei Kilometer vor dem Ziel an der Spitze, ehe auch er von dem zu diesem Zeitpunkt nur noch knapp 40 Fahrer starken Feld gestellt wurde. Kurz darauf trat Moscon an und holte sich seinen vierten Sieg innerhalb der vergangenen rund fünf Wochen.
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