Tour of Guangxi: Trentin jubelt am längsten Tag

Ackermann: Sieg verpasst, aber mit dem Sprinttrikot entschädigt

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Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) im Blauen Trikot der Tour of Guangxi | Foto: Cor Vos

20.10.2018  |  (rsn) - Am Ende des längsten Tags der 2. Gree-Tour of Guangxi musste sich Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) zwar mit Rang zwei zufrieden geben, konnte sich aber über das Blaue Trikot des punktbesten Fahrers freuen. Auf der 5. Etappe über 212,2 Kilometer von Liuzhou nach Guilin war in einem chaotischen Sprint, bei dem mehrere Fahrer zu Boden gingen, Europameister Matteo Trentin (Mitchelton-Scott) der schnellste Mann.

Der 29-jährige Italiener feierte seinen zweiten Saisonsieg vor Ackermann und dem Belgier Jasper Stuyven (Trek-Segafredo). Trentins Landsmann Gianni Moscon verteidigte als Tagessiebter souverän sein gestern erobertes Rotes Trikot und steht vor dem Gesamtsieg der letzten WorldTour-Rundfahrt des Jahres.

"Ein Sieg heute wäre extrem schön gewesen, das Team hat mich perfekt unterstützt. Ich werde morgen mein Bestes geben, um mit dem Sprinttrikot auf meinen Schultern nach Hause zu fahren“, sagte Ackermann, der mit fünf Zählern Vorsprung die Punktewertung vor Fabio Jakobsen (Quick-Step Floors) anführt. Der Niederländer war wie zahlreiche andere Sprinter auch am letzten Berg des Tages abgehängt worden.

Im Gesamtklassement liegt Moscon (Sky) unverändert neun Sekunden vor Ackermanns österreichischem Teamkollegen Felix Großschartner. Der drittplatzierte Russe Sergei Chernetskiy (Astana) hat 14 Sekunden Rückstand auf den Italienischen Zeitfahrmeister, dem auf der abschließenden Flachetappe am Sonntag keine Gefahr mehr drohen dürfte. Nur noch ins Ziel kommen muss morgen Silvan Dillier (Ag2r), der sich als Ausreißer alle Bergwertungen und damit auch das Gepunktete Trikot des besten Kletterers sicherte.

So lief das Rennen…

Am längsten Tag der Guangxi-Rundfahrt machten sich Dillier, Tony Martin (Katusha-Alpecin), Pascal Eenkhorn (LottoNL-Jumbo) und Ryan Mullen (Trek-Segafredo) nach rund zehn Kilometern davon und fuhren sich in der Folge einen Vorsprung von bis zu fünf Minuten auf das Feld heraus, in dem Sky für lange Zeit das Tempo diktierte.

Dillier als der im Gesamtklassement bestplatzierte Ausreißer war zwischenzeitlich virtueller neuer Gesamtführender, wovon sich Moscon und seine Helfer allerdings nicht beunruhigen ließen. Der Schweizer holte sich alle vier Bergwertungen des Tages und damit nach nur einem Tag das Gepunktete Trikot des besten Kletterers von Moscon zurück. Als Dillier am Fuß des letzten kategorisierten Anstiegs knapp 40 Kilometer vor dem Ziel angriff, war das Feld, in dem Astana nun für Tempo sorgte, schon in Schlagdistanz.

Mullen fiel am Fuß des Anstiegs als erster aus der Spitzengruppe heraus, während das Feld in der 4,6 Kilometer langen und knapp fünf Prozent steilen Steigung in mehrere Teile zerfiel. Kurz nach dem Gipfel wurden die verbliebenen Ausreißer gestellt, nach der Abfahrt wuchs die zunächst nur knapp 20-köpfige Gruppe wieder auf rund 70 Fahrer an, die gemeinsam die letzten 20 Kilometer in Angriff nahmen.

Bora-hansgrohe und Movistar übernahmen für ihre Sprinter Ackermann und Carlos Barbero - der am Ende Vierter wurde - die Tempoarbeit, während sich eine zweite große Gruppe, in der mit Jakobsen und Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) zwei von Ackermanns schärfsten Konkurrenten saßen, vergeblich um den Anschluss bemühte.

Andrey Grivko (Astana) versuchte es auf den letzten fünf Kilometern noch mit einer Überraschungsattacke, wurde aber schnell wieder eingefangen. Auch auf der Zielgerade lief zunächst alles nach Wunsch für Bora-hansgrohe, ehe ein Sturz auf den letzten 300 Metern die erste Gruppe auseinanderriss und die Siegträume gleich mehrerer Sprinter beendete. Arnaud Demare (Groupama-FDJ) etwa landete wie mehrere seiner Konkurrenten auf dem nassen Asphalt, während Max Walscheid (Sunweb) durch einen vor ihm stürzenden Fahrer ausgebremst und letztlich nur Fünfzehnter wurde.

Ackermann blieb von den Turbulenzen zwar unbehelligt, musste sich im Sprintduell mit Trentin allerdings knapp dem 29-jährigen Italiener geschlagen geben.

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