Drei Brüder, ein ehemaliger Sieger und zwei Zwillinge

Österreichs buntes Aufgebot bei Gent-Wevelgem

Von Peter Maurer

Foto zu dem Text "Österreichs buntes Aufgebot bei Gent-Wevelgem"
Der Juniorenweltmeister von 2015, Felix Gall, steht im Aufgebot es österreichischen U23-Teams bei Gent-Wevelgem | Foto: Cor Vos

31.03.2019  |  (rsn) – Ein wahres Volksfest erwartet Österreichs Teilnehmer am letzten März-Sonntag in Flandern. Mit dem 81. Gent-Wevelgem steht nicht nur ein besonderer Klassiker am Programm, sondern auch einer mit einem breiten Starterfeld aus der Alpenrepublik. Denn neben den WorldTour-Frauen und -Männern bestreiten auch die U23-Fahrer ihren europäischen Saisoneinstand im Nationencuprennen.

Dort setzt Österreich auf ein starkes Sextett, bestehend aus den beiden Kapitänen Felix Gall (Development Team Sunweb) und Patrick Gamper sowie den Zwillingsbrüdern Florian und Mario Gamper, Tobias Bayer (alle Tirol Cycling Team) und Florian Kierner (Felbermayr – Simplon – Wels).

"Das Ziel als Team ist es, auf jeden Fall die Top 15 zu erreichen um Punkte im Nationencup zu sammeln", erzählte Gall. Der Juniorenweltmeister von 2015 gewann in diesem Jahr schon die Istrian Spring Trophy, sein erstes Saisonrennen. In Kroatien war er der alleinige Kapitän seiner Mannschaft, diese Rolle wird Gall sich in Belgien mit Patrick Gamper teilen: "Es wird wohl sehr windig werden am Sonntag, von dem her muss man dann überhaupt schauen, wer von uns am Ende noch dabei ist und sich wie fühlt."

Im Sprint einer größeren Gruppe dürften die Österreicher sich keine großen Chancen ausrechnen. Im letzten Jahr fand sich Gall im 54-köpfigen Hauptfeld wieder, welches in den Schlussspurt ging. Dort konnte der Osttiroler erwartungsgemäß kein Wort um die vorderen Positionen mitreden. Von der Statur her sollte auch Patrick Gamper das Rennen besser entgegenkommen. "Ich freue mich sehr, denn die Rennen in Flandern machen mir wahnsinnig viel Spaß und liegen mir auch sehr gut. Gent-Wevelgem und die Flandern-Rundfahrt sind auch meine ersten großen Saisonziele", meinte der älteste der drei Gamper-Brüder, die immerhin die halbe Nationalmannschaft in Belgien stellen.

"Ich will eine gute Leistung zeigen und denke auch, dass eine gute Platzierung möglich sein sollte“, so der 22-Jährige, der im Winter vom spanischen Polartec – Kometa Team nach Tirol zurückwechselte und erstmals mit seinen beiden jüngeren Brüdern Florian und Mario in einer Mannschaft fährt. "Es ist schon sehr angenehm, mit den beiden die Rennen zu bestreiten. Vor allem aber in der Zeit vor und nach dem Wettkampf", verriet Patrick. Brüderliche Streitigkeiten kommen bei den drei Tirolern wohl nicht vor.

Eisel gewann 2010 als bisher einziger Österreicher

Mit Ausnahme des Sieges von Bernhard Eisel 2010 war aber das Rennen in Flandern noch kein wirkliches Pflaster für die Österreicher. Der 38-Jährige Steirer nimmt heuer zum zwölften Mal an Gent-Wevelgem teil. Neben seinem Erfolg hat er auch drei siebte Plätze bei dem Klassiker vorzuweisen. Seine Erfahrung bei diesen Rennen macht ihn zu einem wichtigen Fahrer im Team Dimension Data, allerdings sollte die Hauptrolle dann eher Edvald Boasson Hagen zukommen, der 2009 in Wevelgem triumphierte.

Gut präsentierte sich Marco Haller (Katusha – Alpecin) in den letzten Wochen. Das längste Eintagesrennen der WorldTour, Mailand-Sanremo, beendete er auf Rang 17, als Vierter im Sprint des Hauptfeldes. Noch ein wenig besser lief es dann im Finale des E3 BinckBank Classic in Harelbeke. Dort gewann er, wie Haller selbst schmunzelnd erzählte, den Spurt des großen Verfolgerfeldes. Zwar lief es für ihn bei Gent-Wevelgem bislang noch nicht wirklich, aber sollte es zu einem großen Sprint am Ende der 251 Kilometer kommen, dann könnte der Kärntner um die Topplatzierungen durchaus mitreden.

Im Rennen der Frauen sind mit Sarah Rijkes (WNT Rotor Pro Cycling) sowie den Tiroler Zwillingsschwestern Christina und Kathrin Schweinberger (Health Mate – Cyclelive). Letzterer werden auch die besten Chancen eingerechnet, da Rijkes als auch ihre Schwester Christina Helferaufgaben zu erfüllen haben. Die 22-Jährige Sprinterin erreichte heuer schon die Plätze 11 bei Nokere-Koerse sowie 21 bei Driedaagse Brugge-De Panne.

 
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