Erster Sieg für neues Team Q36.5

Moschetti stiehlt Favoriten bei Clasica de Almeria die Show

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Moschetti stiehlt Favoriten bei Clasica de Almeria die Show"
Matteo Moschetti siegte auf der Calle Miguel Indurain und sicherte seinem Q36.5-Team den ersten Sieg.| Foto: Cor Vos

12.02.2023  |  (rsn) – Matteo Moschetti hat der neu gegründeten Mannschaft Q36.5 Pro Cycling den ersten Sieg der Teamgeschichte beschert. Der Italiener setzte sich im Sprint der 36. Austragung der Clasica de Almeria (1.Pro) vor dem favorisierten Arnaud De Lie (Lotto Dstny) und Bora-hansgrohe-Profi Jordi Meeus durch. Moschetti hatte in einem flachen Finale sowohl die besten Beine als auch die beste Position, um sich seinen achten Karrieresieg zu sichern.

“Es ist richtig gut für uns gelaufen. Es war absolut ein Sieg des ganzen Teams“, reichte der 26-Jährige die Lorbeeren direkt an seine Mannschaft weiter, die auf den letzten Kilometern vor allem durch unauffälliges und cleveres Fahren glänzte. Uno-X hatte Alexander Kristoff hingegen zu früh in den Wind gestellt, sodass für den Vorjahressieger nur Platz 4 blieb. Der viermalige Saisonsieger De Lie hingegen war in der entscheidenden Phase etwas zu weit hinten. “Wir haben uns zwei Kilometer vor dem Ziel für die falsche Straßenseite entschieden. Das war ein Fehler, denn damit waren wir auf der längeren Außenbahn“, so der Belgier, der davon sprach, mit Platz 2 noch mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

Das gilt vor allem auch für seine kurze Berührung mit Cofidis-Sprinter Max Walscheid auf den letzten 50 Metern. Der Deutsche rutschte wegen des Kontakts aus dem Pedal und musste sich dadurch mit Platz 6 begnügen.

Meeus, der zunächst noch als Zweiter geführt wurde, nach Fotofinish aber noch die Plätze mit De Lie tauschen musste, feierte hingegen den zweiten Podestplatz innerhalb von zwei Tagen, nachdem er bereits bei der Vuelta a Murcia auf Platz 3 gesprintet war. “Zum Glück war das Rennen etwas entspannter als gestern, aber das Finale war mit seinen Kreisverkehren dann schon hektisch. Ich hatte nach dem harten Tag gestern letztlich nicht die Beine, das Rennen heute als Sieger zu beenden.“

So lief das Rennen:

Bereits nach 14 der 190 Kilometer entlang der Südküste Spaniens bildete sich bei sonnigen und trockenen Verhältnissen die Gruppe des Tages um Sander De Pestel (Team Flanders – Baloise), Eugenio Sánchez (Equipo Kern Pharma) und Luis Ángel Maté (Euskatel – Euskadi). Letzterer, mit fast 39 Jahren ältester Profi im Feld, sicherte sich die ersten drei Bergwertungen des Tages und damit letztlich auch das Wertungstrikot.

Mehr war trotz zwischenzeitlich sieben Minuten Vorsprung für das Trio allerdings nicht drin. Durch die Arbeit von Movistar und Lotto Dstny war das Trio bereits 67 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Der hügelige Teil des Rennens war da absolviert. Das Tempo im 146 Fahrer starken Feld verflachte, einzelne Versuche, über Windkanten Dynamik ins Rennen zu bringen, verloren sich im aufkommenden Gegenwind.

Nervös wurde es erst wieder 21 Kilometer vor dem Ziel. An einem engen Kreisverkehr mit einer anschließenden Rückenwindpassage riss das Feld auseinander. Eine etwa 50-köpfige Gruppe, angeführt vom deutschen Meister Nils Politt (Bora – hansgrohe), setzte sich ab. Ineos Grenadiers und UAE Team Emirates hielten das Tempo hoch und führten die Favoriten auf die letzten 10.000 Meter, die auf der Calle Miguel Indurain endete.

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