22-Jähriger kletterte im Sommer mit U23-Weltspitze

Kasachische Nachwuchs-Entdeckung Dostiyev positiv auf CERA

Foto zu dem Text "Kasachische Nachwuchs-Entdeckung Dostiyev positiv auf CERA"
Das Trikot und Logo des WorldTour-Teams von Astana Qazaqstan - Dostiyev fährt für die Nachwuchsmannschaft. | Foto: Cor Vos

10.09.2024  |  (rsn) – Der 22-jährige Kasache Ilkhan Dostiyev vom Astana Qazaqstan Development Team ist von der UCI wegen eines positiven Dopingtests auf CERA suspendiert worden und hat, das bestätigte zumindest sein Rennstall, sein Vergehen ohne Öffnung der B-Probe bereits gestanden.

"Die Nachricht war ein Schock und eine Enttäuschung für uns", erklärte Team-Manager Alexandr Shushemoin auf der Team-Website. "Wir haben Ilkhan Dostiyev als einem unserer Anführer vertraut und hatten große Erwartungen an ihn, die jetzt komplett zerstört wurden. Nachdem wir die Info bekamen, haben wir den Fahrer sofort kontaktiert und ein Statement gefordert, das Dostiyev uns auch lieferte. Er hat außerdem erklärt, dass er mit der UCI und den Anti-Doping-Autoritäten kooperieren werde."

Shushemoin betonte, dass er mit Sicherheit sagen könne, dass das Astana Qazaqstan Development Team nichts mit dem Dopingfall zu tun habe. "Unser Team hat eine Null-Toleranz-Politik. Wir arbeiten konstant mit unseren Fahrern und geben unser Bestes, um sie nicht nur die Konsequenzen von Doping verstehen zu lassen, sondern auch wie absurd es ist zu versuchen, die Doping-Regeln zu brechen."

Dostiyev sei nach seinem Geständnis vom Team freigestellt und der Vertrag aufgelöst worden. Eine offizielle Aussage des Fahrers selbst gibt es bislang nicht.

Der positive Test ist bei einer Kontrolle am 30. Juli entstanden. Neun Tage zuvor beendete Dostiyev den Giro della Valle d'Aosta – Mont Blanc, eine der wichtigsten U23-Rundfahrten, als Gesamtzweiter - geschlagen nur von Überflieger Jarno Widar (Lotto – Dstny Development).

Dostiyev gewann dort die 1. Etappe, eine Bergankunft in Plaine Joux oberhalb der Stadt Passy in Frankreich. Außerdem wurde er Zweiter der 4. Etappe hinter Widar und auch Zweiter der 5. Etappe in Breuil-Cervinia, einer weiteren schweren Bergankunft, hinter Pablo Torres (UAE Team Emirates Gen Z) aus Spanien und vor Widar. Dostiyev gewann außerdem die Punktewertung des fünftägigen Rennens.

Zwei Wochen nach dem nun positiven Anti-Dopingtest, fuhr Dostiyev in Rumänien die Rundfahrt Turul Romaniei (2.2) und blieb dort zwar ohne Etappenerfolg, gewann aber das Rennen insgesamt und sichere sich außerdem die Berg- und die Nachwuchswertung. Gesamtzweiter wurde sein italienischer Teamkollege Davide Toneatti, Dritter der Slowake Lukas Kubis (Elkov – Kasper).

In Rumänien standen auch je zwei deutsche und österreichische KT-Teams am Start: Felt – Felbermayr, WSA – KTM Graz, Rembe – Sauerland und Storck – Metropol. Hermann Pernsteiner und Miguel Heidemann (beide Felt – Felbermayr) wurden Gesamtsechster und -siebter der Rundfahrt, Henri Johannes Appelbaum (Rembe – Sauerland) Zehnter.

2024 machte Dostiyev einen großen Schritt

Dostiyev war bis zur Saison 2024 bei größeren internationalen Nachwuchsrennen noch nicht besonders aufgefallen. 2022 war er hinter Nicolas Vinokurov Zweiter der U23-Meisterschaften in Kasachstan und 2023 nahm er in Glasgow erstmals an den Weltmeisterschaften in der U23 teil, sah dort das Ziel aber nicht.

Umso beeindruckender startete er ins Jahr 2024, als er hinter Joseph Blackmore (Israel – Premier Tech) sowie vor Jhonatan Restrepo (Polti – Kometa) und William Lecerf (Soudal – Quick-Step Devo) Zweiter der Tour du Rwanda (2.1) wurde. Beim Orlen Nations Grand Prix in Polen, einem Nations Cup-Event der U23, feierte er Mitte Mai einen Etappensieg – und im Juli startete er bei besagter Aosta-Rundfahrt so richtig durch.

Die EPO-Variante CERA kam vor 16 Jahren zu plötzlicher Berühmtheit, als im Sommer 2008 gleich mehrere Spitzenfahrer positiv darauf getestet wurden - darunter Riccardo Ricco, Davide Rebellin, Danilo Di Luca, Bernhard Kohl und Stefan Schumacher. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts gab es kaum noch Positiv-Tests auf CERA, das wie EPO die Produktion von roten Blutkörperchen anregt. Dadurch verbessert es den Sauerstofftransport im Blut und steigert somit die Ausdauerfähigkeit von Sportlern. Gleichzeitig droht durch starke Erhöhung des Hämoglobinwertes aber auch eine Verklumpung des Bluts, die zum Tod führen kann.

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