Überraschung bei der Czech Tour

Australischer Konti-Fahrer Walsh bezwingt Lamperti in Ostrava

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Australischer Konti-Fahrer Walsh bezwingt Lamperti in Ostrava"
Liam Walsh (Ccache – Bodywrap) gewinnt die 3. Etappe der Czech Tour. | Foto: Cor Vos

17.08.2025  |  (rsn) – Der 24-jährige Australier Liam Walsh vom australischen Kontinental-Team Ccache – Bodywrap hat in Ostrava die 3. Etappe der Czech Tour (2.1) gewonnen und dabei den klar favorisierten US-Amerikaner Luke Lamperti (Soudal – Quick-Step) bezwungen.

Dritter wurde der Pole Marceli Boguslawski (ATT Investments) vor dem Griechen Nikiforos Arvanitou (United Shipping) sowie den beiden Italienern Alexander Konychev (Team Vorarlberg) und Davide Donati (Red Bull - Bora - hansgrohe Rookies).

An der Spitze der Gesamtwertung gab es vor der Bergankunft auf der Schlussetappe am Sonntag keine Verschiebungen: William Junior Lecerf (Soudal – Quick-Step) führt weiterhin mit vier Sekunden Vorsprung vor Alessandro Fancellu (Ukyo) und neun Sekunden vor Cian Uijtdebroeks (Visma – Lease a Bike) die Tschechien-Rundfahrt an. Der Österreicher Alexander Hajek (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) und der Deutsche Jannis Peter (Team Vorarlberg) folgen mit je 32 Sekunden Rückstand auf den Gesamtplätzen sechs und sieben.

Nachdem Lamperti die 1. Etappe in Karlovy Vary für sich entscheiden konnte, kam der Soudal-Profi auch in Ostrava bestens positioniert und als großer Favorit auf die 500 Meter lange Zielgerade. Wie schon in Karlovy Vary eröffnete er aus einer engen Kurve heraus sehr früh seinen Sprint, doch Walsh folgte ihm am Hinterrad und spurtete dann auf den letzten 150 Metern im Sattel an ihm vorbei, um deutlich mit mehr als einer Radlänge Vorsprung zu gewinnen.

"Ich bin wirklich stolz, wie wir diese Rundfahrt bisher gefahren sind. Wir haben es am Ende der 1. Etappe nicht ganz hinbekommen, aber ich denke die Rennen in Asien und das Selbstvertrauen, das wir dort gesammelt haben, hat uns heute geholfen", freute sich Walsh, der beim Tschechien-Auftakt nicht über Rang 13 hinausgekommen war, im Mai aber die Schlussetappe der Tour of Japan (2.2) sowie im Juni zwei Etappen der Tour de Gyeongnam (2.2) in Korea gewonnen hatte.

"Jetzt haben wir bei unserer einzigen Rundfahrt in diesem Jahr in Europa einen Sieg geholt. Ich denke damit können wir ziemlich glücklich sein", so Walsh.

Walsh eine Überraschung, aber kein Unbekannter

So überraschend sein deutlicher Sieg über Lamperti auch war, so wenig ist der Australier allerdings ein Unbekannter. Immerhin gewann Walsh 2024 bereits das französische Eintagesrennen Paris-Troyes (1.2) und wurde zwei Monate später Zweiter der Schlussetappe der Tour Alsace (2.2) in Sélestat, im Sprint vor beispielsweise Tim Torn Teutenberg.

Im Januar 2025 wurde Walsh Dritter der Australischen Straßenmeisterschaften und sprintete dann beim Sieg von Bryan Coquard (Cofidis) hinter Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) und Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) auf Rang vier der 4. Etappe der Tour Down Under (2.UWT). Ob nun sein Sieg in Ostrava oder jener vierter Platz in Victor Harbor sein bestes Karriere-Ergebnis ist, darüber darf man wohl diskutieren.

Klar scheint jedoch: In dem 24-Jährigen, der auch zum erweiterten Kader der australischen Mannschaftsverfolger auf der Bahn gehört und mit dem Vierer im März bereits den einzigen Nations Cup der Saison in Konya in der Türkei gewann, steckt ein interessantes Sprint-Talent. Dabei ist auffällig: Seine besten Ergebnisse bislang errang er alle eher gegen Ende eines Etappenrennens.

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