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30.06.2026 | (rsn) – Mit dem Gesamtsieg bei der Algarve-Rundfahrt (2.Pro) gelang Juan Ayuso im Februar ein perfektes Debüt bei Lidl – Trek. In den beiden folgenden Monaten musste der Spanier dann aber herbe Rückschläge wegstecken.
Zunächst schied Ayuso bei Paris-Nizza (2.UWT) nach einem Sturz auf der 4. Etappe im Gelben Trikot des Spitzenreiters aus. Einen Monat später erwischte es ihn bei der Baskenland-Rundfahrt (2.UWT). Erneut am vierten Tag musste er vom Rad steigen – diesmal mit Magenproblemen. ___STEADY_PAYWALL___
Dagegen lief es bei der Tour-Generalprobe deutlich besser. Im Juni beendete der 23-Jährige die Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) auf dem dritten Platz – und auch bei der am 4. Juli in Barcelona beginnenden 113. Frankreich-Rundfahrt (2.UWT) soll es aufs Treppchen gehen. “Das Ziel ist natürlich ein Platz auf dem Podium in Paris“, kündigte Ayuso selbstbewusst an.
Die Tour Auvergne beendete Juan Ayuso (Lidl – Trek, re.) hinter Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) und Luke Tuckwell (Red Bull – Bora – hansgrohe) | Foto: Cor Vos
Realistisch betrachtet kann es dabei hinter Titelverteidiger und Top-Favorit Tadej Pogacar (UAE – Emirates) und dem Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) nur um Rang drei gehen – und der wird hart umkämpft sein zwischen Fahrern wie dem Vorjahresdritten Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe), dessen Teamkollegen Remco Evenepoel – Tourdritter von 2024 -, dem französischen Shootingstar Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) oder möglicherweise sogar Pogacars Edelhelfer Isaac Del Toro.
Ein erster Fingerzeig könnte bereits in Barcelona das Teamzeitfahren zum Tour-Auftakt liefern. Im Kampf gegen die Uhr sowie auf den darauf folgenden Etappen gehe es darum, so Ayuso, “keine Zeit zu verlieren und Kräfte zu sparen.“ Mit Blick auf den Etappenplan prognostizierte ein zunächst kontrolliertes Rennen: “In der ersten Woche warten zwar einige schwere Tage auf uns, aber bis zum Ende der zweiten Woche dürfte es noch nicht allzu hektisch zugehen“, meinte er, könnte dabei aber die Rechnung ohne Pogacar gemacht haben.
Der Weltmeister hatte im vergangenen Jahr etwa mit seinem Etappensieg schon am vierten Tag in Rouen mit dem damaligen Gesamtführenden Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) gleichgezogen und sich im darauf folgenden Einzelzeitfahren das Gelbe Trikot geholt.
Und angesichts seiner auch in dieser Saison wieder gezeigten frühzeitigen Attacken, mit denen er zuletzt bei der Tour de Suisse (2.UWT) die Konkurrenz früh abgehängt hatte, ist auch nicht auszuschließen, dass Pogacar schon auf dem zweiten Teilstück mit Ziel am Montjuic in die Offensive gehen und die Konkurrenten unter Druck setzen wird.
Mads Pedersen (Lidl – Trek) kehrt nach einjähriger Abwesenheit wieder zur Tour zurück und peilt das Grüne Trikot an . | Foto: Christian Heilwagen
Ayuso rechnet allerdings erst zum vorletzten Wochenende und danach mit entscheidenden Ereignissen im Kampf um das Gelbe Trikot. Bis dahin gibt er als Marschroute vor: “Ich muss bis zum ersten Ruhetag kommen, dabei so viel Energie wie möglich sparen, Stürze und Krankheiten vermeiden und schließlich mit der Chance auf eine vordere Platzierung in die letzte Woche gehen.“
Spätestens dann wird auch seine kletterstarke Helferriege gefragt sein – an erster Stelle der Giro-Fünfte Derek Gee-West, aber auch Carlos Verona und der zuletzt groß auftrumpfende Mathias Vacek, während Mattias Skjelmose laut Sportdirektor ebenfalls in einer “geschützten Rolle“ unterwegs sein wird. Die wie Vacek vielseitig einsetzbaren Quinn Simmons und Toms Skujins werden wie der Tscheche auch eine wichtige Rolle für Mads Pedersen spielen. Der Däne wird nach einjähriger Abwesenheit zur Tour zurückkehren und die Punktewertung anpeilen, wie de Jongh betonte.
“Die wichtigsten Ziele des Teams sind eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung mit Juan, Mads will versuchen, das Grüne Trikot zu gewinnen; zudem wollen wir Etappensiege holen“, listete der Niederländer eine anspruchsvolle To-do-Liste auf, die Lidl – Trek in den kommenden Wochen versuchen wird, erfolgreich abzuarbeiten.