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11.10.2026 | (rsn) – “I’m reday“ ließ Paul Voß noch einen Tag vor der Gravel-WM in Nannup auf seinen Sozialen Kanälen die Öffentlichkeit an seiner Gemütslage teilhaben. Dass er mit dieser Aussage richtig lag, bewies er eindrucksvoll mit Platz fünf in dem wohl anspruchsvollsten WM-Rennen der Gravel-Historie.
“Ich bin mega happy mit dem fünften Platz, obwohl nach vorne auch nicht viel gefehlt hat“, begann er auf Anfrage von RSN kurz nach dem Rennen seine Analyse. “Ich war jetzt heute auch nicht gut genug, um mit denen an der letzten Welle mitzufahren“, stapelte er doch ein wenig tief, was seine Leistung über die schweren 144 Rennkilometer mit 3700 Höhenmetern anging. ___STEADY_PAYWALL___
“Für mich war das heute immer wieder ein Jo-Jo-Effekt; in die Anstiege rein, hatte ich immer ein wenig zu kämpfen, bin dann aber ober raus immer wieder zurückgekommen“, so Voß, der mehr zu kämpfen hatte, als seine Top-Platzierung vermuten lässt.
“Ich musste dann größtenteils meinen eigenen Rhythmus fahren, da ich mich den ganzen Tag über nicht so Bombe gefühlt habe.“ Obwohl Voß schon von Beginn an zu einer 20-köpfigen Verfolgergruppe eines Ausreißertrios gehörte, war unübersehbar, dass er, immer wenn es bergauf ging, Mühe hatte, den Anschluss zu halten. Trotz dessen gelang es dem 40-Jährigen immer wieder, Attacken aus dem Feld zu parieren und sich zurückzukämpfen.
Bereits bei der Premiere der Gravel-WM war Paul Voß (li.) mit am Start. Damals reichte es zu Rang 27 | Foto: Cor Vos
"Auch, wenn es nicht für ganz nach vorne gereicht hat – sieben Sekunden sind halt auch sieben Sekunden – habe ich mir nichts vorzuwerfen und bin stolz auf meine Leistung“, hatte Voß schnell seinen Frieden damit gefunden, dass es zum Podium nicht gereicht hat. Zu Recht, hatte der Rostocker bis dato nicht nur sein bestes WM-Ergebnis eingefahren, sondern war auch so schnell wie nie zuvor ein deutscher Gravler bei Weltmeisterschaften.
Für den neuen Weltmeister Magnus Bak Klaris hatte Voß nur lobende Worte parat. “Ich find’s mega geil, dass Magnus Bak Klaris gewonnen hat“, freute er sich für den Dänen. “Irgendwie gut, dass diesmal ein Gravel-Spezialist gewonnen hat, plus auch nicht Mads (Würtz Schmidt).. . Also, ich hätte es Mads natürlich gegönnt, aber es tut dem Sport glaube ich auch ganz gut, dass nicht Mads Würtz Schmidt alle Rennen gewinnt, die mit Gravel zu tun haben. Dadurch, dass das Rennen in der Breite heute so stark besetzt war, war es für Mads auch schwer, wie gewohnt wegzufahren“, benannte er einen der Gründe, warum der Däne als Vierter letztendlich sogar ohne Medaille die Heimreise antreten musste.
Voß, der nun direkt in die wohlverdiente Off-Season geht, hat den Blick schon nach vorne gerichtet. “Ich freue mich schon auf die kommenden Jahre, in denen ich noch professionell Rad fahren werde und vielleicht klappt es ja nochmal in Richtung Podium. Ich war ja heute nicht weit weg und kann darauf stolz sein“, schloss er mit diesem Statement eine erfolgreiche WM für die deutschen Gravel-Athleten ab.
Voß war vor seiner Gravel-Karriere Straßenprofi unter anderem beim Team Milram und dem Red-Bull-Vorgänger Bora - Argon 18. Er gilt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit als Pioneer des Gravelsports, dem es mit seiner ruhigen, bescheidenden und vor allem analytischen Herangehensweise immer wieder gelingt, im Gravel Impulse zu setzen und diesen damit stetig voranzutreiben.
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