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15.10.2026 | (rsn) – Nachdem am ersten Tag der Teamsprint der Frauen mit Bronze die erste Medaille für das deutsche Team bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Shanghai brachte, legten am Donnerstag, dem zweiten Wettkampftag, Maximilian Dörnbach im Keirin als auch der Frauen-Vierer bestehend aus Franziska Brauße, Messane Bräutigam, Lisa Klein und Mieke Kröger nach. Der 30-jährige Dörnbach gewann seine erste WM-Medaille mit Silber, für den schon mit Olympiagold behängten Vierer gab es diesmal Bronze nach einem engen Duell gegen die Niederlande.
“Ich war oft knapp dran, aber nie hat es gereicht. Heute war so ein perfekter Tag für mich“, strahlte Dörnbach im Interview mit radsport-news.com. Der 30-jährige Sprinter schaffte nach starken Auftritten in den ersten Runde den Sprung in das sechsköpfige Finalfeld im Keirin und saugte sich dort im Windschatten des großen Harrie Lavreysen zur Silbermedaille. Während es für den niederländischen Rekordsprinter die 22. Goldmedaille war, bekam Dörnbach zum allerersten Mal in seiner Karriere eine WM-Medaille übergestreift.
“Es entsteht viel aus Instinkt im Keirin und da tut sich die eine oder andere Lücke auf für mich, die sich für andere nicht auftut. Der stehende Start liegt mir nicht so, aber wenn ich auf Geschwindigkeit gebracht werde, dann läufts“, analysierte er seine Stärken in dieser Disziplin, in der zunächst drei Runden hinter einem Schrittmacher gefahren werden, ehe der Sechsersprint eröffnet wird. Die Auftaktrunde und das Viertelfinale gewann Dörnbach, bevor er sich im Halbfinale als Dritter strecken musste, um in den Medaillenkampf einzugreifen. Hinter dem Superstar der schnellen Männer sicherte sich der Deutsche den zweiten Platz, hauchdünn vor dem Shinji Nakano. Henric Hackmann schaffte den direkten Einzug ins Viertelfinale nicht und blieb in der Hoffnungsrunde hängen.
Nach dem zweiten Platz in der Qualifikation stand am Donnerstag für die Frauen im Vierer der Teamverfolgung zunächst der Kampf um den Finaleinzug gegen Italien auf dem Programm. Die beiden Teams zeigten nicht nur sehr schnelle Zeiten, sondern auch ein spannendes Duell, welches mit ungefähr einer Sekunde Vorsprung an Italien ging. Somit zogen die Italienerinnen in das Finale gegen Großbritannien ein, der deutsche Vierer bekam es im Rennen um Bronze über die 4.000 Meter mit der neu formierten Mannschaft der Niederländerinnen rund um Lorena Wiebes zu tun.
Die boten den Deutschen im Bronze-Rennen ordentlich Paroli, am Ende setzte sich aber vor allem die Routine durch. Mit Brauße, Klein und Kröger gehören noch drei Olympiasiegerinnen von Tokio 2021 zum deutschen Stammpersonal in der Teamverfolgung. “Als Mannschaft sind wir richtig zusammengewachsen in den letzten Tagen und wir können stolz sein auf die Medaille und den Auftakt in die Olympiaquali“, resümierte Brauße, für die es bereits die fünfte Medaille in dieser Disziplin war.
“Es waren zwei sehr harte Tage und wir haben in jedem Lauf alles gegeben“, fügte Bräutigam hinzu, die vor einem Jahr in Santiago de Chile bei den Titelkämpfen 2025 erstmals im Vierer mit dabei war. “Sie bekommt von uns die Verantwortung und damit können wir auch das Beste herausholen. Sie ist eine richtige Rennmaschine“, lobte Klein ihre junge Kollegin, die die drei Olympiasiegerinnen ergänzte. Im Finale gewannen dann die Weltrekordhalterinnen aus Großbritannien mit der schnellsten Zeit des gesamten Wettbewerbs die Goldmedaille vor Italien.
Bei den Männern standen am Donnerstag nur mehr die Finale auf dem Programm. Das Kleine Finale gewann Großbritannien mit Noah und Henry Hobbs, Ethan Vernon und Oliver Wood gegen Frankreich. Im Duell und Gold standen sich die Titelverteidiger aus Dänemark und Italien, besetzt mit den Olympiasiegern von Tokio, Filippo Ganna, Jonathan Milan und Francesco Lamon, die vom 19-jährigen Red Bull - Bora - hansgrohe Rookie Alessio Magagnotti ergänzt wurden, gegenüber. Trotz der starken Straßenpower der Italiener, setzten sich die Dänen souverän durch, blieben auf der eher langsam eingeschätzten Bahn in Shanghai weniger als eine Sekunde über ihrer Weltrekordzeit und verwiesen ihre Gegner auf den Silberrang.
Im Sprint der Frauen war die japanische Keirin-Titelverteidigerin im Achtelfinale die Endstation für Pauline Grabosch und eine Runde darauf für Lea Sophie Friedrich im Viertelfinale. Das deutsche Duo hatte die Qualifikation auf den Plätzen vier und fünf abgeschlossen, womit es im Viertelfinale zum deutsch-deutschen Duell gekommen wäre. Doch Sato hatte einen anderen Plan, im Achtelfinale reichte ihr ein Sieg gegen Grabosch, ab dem Viertelfinale wurden die Sprintduelle aber im Modus Best-Of-Three ausgefahren.
Gegen Friedrich gewann Sato die ersten beiden Sprints, womit sie ins Halbfinale einzog. In diesem wartet die Chinesin Liying Yuan, im zweiten Duell treffen die Britinnen Sophie Capewell und Europameisterin Emma Finucane aufeinander. “Sato ist stark gefahren, gegen Pauline aber auch gegen Lea. Es war nicht der Tag der beiden heute. So ist das“, resümierte Bundestrainer Jan van Eijden. Für seine Schützlinge warten aber noch das Zeitfahren über einen Kilometer und das Keirin.
Im Ausscheidungsrennen der Frauen setzte sich Favoritin Lotte Kopecky durch. Für die Belgierin war es der dritte WM-Erfolg in dieser Disziplin, der sechste insgesamt. “Auf dieses Rennen freue ich mich immer. Ich fahre es gerne, komme immer wieder in eine gute Position und am Ende habe ich immer noch gute Beine. Es war ein schöner Start in diese Weltmeisterschaften“, grinste die Belgierin. Sie setzte sich vor der Japanerin Yumi Kajihara durch, Dritte wurde die US-Amerikanerin Megan Jastrab. Lea Lin Teutenberg wurde Siebte, die Schweizerin Lorena Leu landete auf Rang zehn.
Im ersten Massen-Ausdauerbewerb der Männer, dem Scratch, sicherte sich der Brite Matthew Bostock mit einer langen Flucht den Sieg vor dem Neuseeländer Tom Sexton und dem Belgier Lindsay De Vylder. Tim Torn Teutenberg wurde Sechster, gleich hinter ihm sprintete der Österreicher Raphael Kokas zu seinem besten WM-Resultat auf Platz sieben. Der Schweizer Alex Vogel, der als Erster im Feld die Initiative zu einem langen Fluchtversuch unternahm, verpulverte seine Kräfte zu früh und beendete das Rennen auf Platz 21.
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