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21.05.2009 | (rsn) – Platz 17 der Gesamtwertung, mehr als 5:31 Minuten hinter seinem souverän führenden Landsmann Danilo Di Luca (LPR-Brakes) – den Traum vom zweiten Giro-Sieg wird sich Damiano Cunego (Lampre) auch in diesem Jahr nicht erfüllen können. Was aber der 27 Jahre alte Italiener zu den Gründen für sein enttäuschendes Abschneiden zu sagen hat, dürfte wieder alle Skeptiker in ihrer Auffassung bestärken, dass sich zumindest in der Weltspitze des Profiradsports in Sachen Doping nicht viel geändert hat.
„Ich bin auf den Punkt fit, habe mich bestmöglich vorbereitet und habe immer alles gegeben, aber der Radsport ist wirklich schnell geworden“, so Cunego im Gespräch mit cyclingnews.com. „Natürlich gibt es andere, die stärker sind als ich. Ich gebe 110 Prozent, aber das ist offensichtlich nicht genug.“
Der Kommentar des Giro-Siegers von 2004 erinnert an die Aussagen von Marc Madiot, Teamchef des französischen Fdjeux-Teams, das in diesem Jahr nicht am Giro teilnimmt. Der Franzose prägte vor einigen Jahren den Begriff von den „zwei Geschwindigkeiten im Radsport“, um die Unterlegenheit vor allem der französischen Teams bei der Tour de France zu erklären. Die zahllosen Dopingskandale seitdem – auch und vor allem bei der Tour - hatten Madiot recht gegeben.
Cunego, der mit Hilfe seiner „Ich bin dopingfrei“-Kampagne sein Image vom sauberen Radsportler geschickt fördert, hat bei diesem Giro seine Zweifel auch in Anspielung auf die Dopingfälle seiner Landsleute Davide Rebellin und Riccardo Ricco geäußert: „Manchmal müssen die Klassements neu geschrieben werden. Es gibt Etappen-Klassements und Lebens-Klassements.“
Die Giro-Verantwortlichen denken ganz offensichtlich nicht in diesen Kategorien. Ricco etwa, dopinggeständig und derzeit gesperrt, wird immer noch als Gesamtzweiter der letztjährigen Ausgabe geführt. Und Renndirektor Angelo Zomegnan wehrte sich vehement gegen Forderungen, Dopingkontrollen aus dem vergangenen Jahr nachträglich auch auf das Blutdopingmittel CERA testen zu lassen. Erst nachdem die Staatsanwaltschaft Padua eine nochmalige Untersuchung forderte, wurden kurz vor Giro-Beginn 82 Dopingtests des letztjährigen Giro d`Italia zu nachträglichen Kontrollen in das Pariser Labor Chatenay-Malabry geschickt. Die Ergebnisse stehen noch aus.
Damiano Cunego scheint sich mittlerweile die Gelassenheit eines Buddha angeeignet zu haben: „Was soll ich mir Sorgen machen? Das sind Fahrradrennen und es gibt noch andere Dinge im Leben.“ Nach dem Zeitfahren am heutigen Donnerstag will der Lampre-Kapitän entscheiden, ob er weiter auf Gesamtwertung oder nur noch auf Etappensiege fahren wird.
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