Sieg auf 1. Etappe von Tirreno-Adriatico

Gerdemann schlägt eiskalt zu

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Linus Gerdemann (Milram) gewinnt die 1. Etappe von Tirreno-Adriatico.

Foto: ROTH

10.03.2010  |  (rsn) – Von den Organisatoren der Fernfahrt Paris-Nizza nicht eingeladen, hält sich das Team Milram in Italien schadlos. Kapitän Linus Gerdemann gewann am Mittwoch die 1. Etappe von Tirreno-Adriatico über 148 Kilometer von Livorno nach Rosignano im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor dem Spanier Pablo Lastras (Caisse d’Epargne), dem Dänen Matti Breschel (Saxo Bank) und dem Italiener Luca Paolini (Aqua&Sapone). Kurz dahinter führte der Weißrusse Yauheni Hutarovich (Francaise des Jeux) die Verfolger ins Ziel.

Der 27 Jahre alte Münsteraner feierte bereits seinen zweiten Saisonsieg. Im Februar hatte Gerdemann ein Rennen der Mallorca Challenge gewonnen. Milram konnte bereits den dritten Saisonerfolg verzeichnen.

“Ich war locker und überrascht, dass ich diese Jungs im Sprint geschlagen habe. Breschel und Paolini sind ziemlich stark im Sprint. Paolini wirkte auf dem letzten Kilometer stark”, sagte Gerdemann nach dem Rennen. „Außerdem war das Feld ja nicht weit weg, so dass ich diesen Sieg nicht wirklich erwartet habe.”

"Ein hervorragendes Finale von unserer gesamten Mannschaft", freute sich Milrams Sportlicher Leiter Christian Henn. "Wir haben in der rennentscheidenden Passage immer wieder attackiert und uns die Chance zum Sieg ermöglicht. Linus war sehr aufmerksam und hat die Etappe ganz clever für uns gewonnen."

Den Auftakt der 45. Auflage des „Rennens zwischen den Meeren“ bestimmte bei Kälte und Dauerregen bis ins Finale hinein der Ukrainer Dimitri Grabovskyy (ISD-Neri) mit einer mutigen Flucht. Der 24-Jährige fuhr als Solist bis zu zehn Minuten Vorsprung heraus und wurde erst 15 Kilometer vor dem Zielstrich gestellt. Danach blieb das Feld nicht lange zusammen. Zunächst attackierte der Spanier Pablo Urtasun (Euskaltel), kurz danach sorgte der Angriff von Gerdemanns Teamkollegen Fabian Wegmann für Hektik im Peloton.

Als Wegmann wieder eingeholt wurde, versuchte es mit Niki Terpstra ein weiterer Milram-Fahrer. Der Niederländer schloss zu Beginn der letzten Runde zu Urtasun auf. Die beiden Ausreißer konnten allerdings nur einen kleinen Vorsprung von rund 12 Sekunden auf die Verfolgergruppe herausfahren, in der das neue britische Sky-Team und Acqua&Sapone den Ton angaben.

Knapp vier Kilometer vor dem Ziel – das Duo war wieder eingeholt - griff die Vierergruppe um Gerdemann aus dem Hauptfeld heraus an. Erfolgversprechend sah der Versuch nicht aus, denn die Verfolger blieben in Sichtweite. Auf den letzten 500 Metern hatte Sky das Feld schon wieder an das Spitzenquartett herangeführt, bevor doch wieder ein kleines Loch aufriss.

Gerdemann, der sich auf der Zielgeraden zunächst am Ende des Quartetts aufgehalten hatte, mobilisierte auf den entscheidenden Metern die letzten Kraftreserven, um von vierter Position aus noch an Paolini, Breschel und Lastras vorbeizuziehen.

Vor der 2. Etappe am Dienstag führt der Milram-Kapitän auch das Gesamtklassement an. Er geht mit sechs Sekunden Vorsprung auf Lastras und acht auf Breschel ins Rennen.

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