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04.10.2011 | (rsn) – Rüdiger Selig hat beim 2. Memorial Frank Vandenbroucke (Kat. 1.1) den ganz großen Coup gelandet. Der Leopard-Stagiaire feierte nach 202 Kilometern von Binche nach Tournai und wieder zurück seinen ersten Sieg bei den Profis.
Der 22-jährige Berliner setzte sich im Sprint gegen den Australier Baden Cooke (Saxo Bank) und den Franzosen Adrien Petit (Cofidis) durch. Hinter Seligs italienischem Teamkollegen Davide Vigano belegte Roger Kluge (Skil-Shimano) einen beachtlichen fünften Platz.
"Ich bin natürlich unglaublich glücklich, aber auch überrascht", kommentierte Selig seinen Coup. "Als Stagiaire und als Sprinter bin ich in einer Situation, in der alles passieren kann. Ich erwarte das Schlimmste und hoffe auf das Beste. Mein Ergebnis heute zeigt, dass ich mich auch noch spät in der Saison verbessert habe.“
Selig fährt seit Anfang August als “Praktikant” beim luxemburgischen Starensemble und konnte seitdem schon mehrfach überzeugen. Am Sonntag beendete er die Tour de Wallonie Picarde (Circuit Franco Belge) auf Rang acht und fuhr bei der viertägigen Rundfahrt zweimal unter die besten Fünf. Bei der WM in Kopenhagen belegte er im Straßenrennen der U23 den vierten Platz.
Im Trikot seines heimischen Team Jenatec gelang ihm in dieser Saison ein Etappensieg bei der Tour de Berlin. Bei der Premiere des ProRace Berlin überraschte er im Mai mit Platz vier, bei den Nationalen Meisterschaften wurde Selig Neunter im Straßenrennen.
< Bei starkem Seitenwind wurde das Peloton mehrfach in verschiedene Gruppen auseinander gerissen, auch Selig verlor zwischenzeitlich den Anschluss. Doch als es auf den viermal zu fahren Rundkurs (16km) von Binche ging, war das Feld wieder geschlossen. Kurz darauf setzten sich zehn Fahrer ab, die allerdings fast alle von der ersten, ca. 40 Fahrer starken Verfolgergruppe auf der Schlussrunde wieder gestellt wurden.
Lediglich der Belgier Ben Hermans (RadioShack) und der Niederländer Bram Tankink (Rabobank) hielten sich noch kurzzeitig an der Spitze des Rennens. Im Finale hatte Leopard –Trek mit Selig und Vigano zwei Optionen, doch das Team entschloss sich, für den jungen Stagiaire zu fahren, der das ihm entgegen gebrachte Vertrauen mit einem Sieg rechtfertigte, als er den erfahrenen Cooke, der den Finalsprint eröffnet hatte, noch auf den letzten Metern düpierte.
"Es ist ungewöhnlich, dass ein Team für einen Praktikanten fährt", sagte Selig. "Wenn ein Fahrer wie Maxime Monfort, der vor kurzem Sechster bei der Vuelta war, sich für mich ins Zeug legt, dann ist das schon was Besonderes. Ich bin dem Team sehr dankbar für diese Chance.“
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