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03.03.2012 | (rsn) – Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) hat zum zweiten Mal nach 2008 das italienische Eintagesrennen Strade Bianche (Kat.1.1) gewonnen. Der 30 Jahre alte Schweizer setzte sich nach 190 Kilometern von Gaiole nach Siena als Solist mit deutlichen 42 Sekunden Vorsprung auf den Kasachen Maxim Iglinskiyi (Astana) – Gewinner der Ausgabe von 2010 - und den Italiener Oscar Gatto (Farnese Vini) durch und feierte seinen ersten Saisonsieg. Zudem war es der erste Erfolg für das RadioShack-Nissan-Team, das Ende 2011 aus der Fusion von RadioShack und Leopard-Trek entstand.
Die Plätze vier und fünf belegten der Italiener Alessandro Ballan und der Belgier Greg van Avermat (beide BMC), Sechster wurde der Tscheche Roman Kreuziger (Astana). Auf den Rängen sieben bis neun folgte das italienische Trio Francesco Reda, Francesco Ginanni (beide Acqua & Sapone) und Elia Favilli (Farnese Vini). Platz zehn ging an den Belgier Johan Vansummeren (Garmin-Barracuda) vor Cancellaras italienischem Teamkollegen Daniele Bennati.
Titelverteidiger Philipp Gilbert (BMC) spielte diesmal keine Rolle, ebenso wie der Freiburger Fabian Wegmann (Garmin-Barracuda), der als bester deutscher Fahrer im Hauptfeld gemeinsam mit dem Belgier ins Ziel kam und mit 7:50 Minuten Rückstand Rang 19 belegte.
„Ich bin sehr glücklich. Das heute war ein besonderer Tag und es ist ein schöner Sieg“, sagte Cancellara im Ziel. „Das Team hatte für heute eine präzise Taktik und all die kleinen Dinge kamen zusammen. Ben Hermans war in der ersten Gruppe und als sich die Favoritengruppe bildete, hat Bennati einen fantastischen Job gemacht, indem er attackierte. Ich konnte dahinter ruhig bleiben und diejenigen Mannschaften arbeiten lassen, die mehr als einen Fahrer in der Gruppe hatten.”
Nachdem das hoch gehandelte und mit Stars gespickte Team von Manager Johan Bruyneel in den ersten beiden Monaten der Saison 2012 leer ausgegangen war, zeigte RadioShack-Nissan auf den Schotterpisten der Toskana eine formidable Vorstellung. So war der Belgier Ben Hermans in der ersten nennenswerten Ausreißergruppe dabei.
38 Kilometer vor dem Ziel leitete dann Bennati mit seiner Attacke die heiße Phase des Rennen ein und erhielt an der Spitze kurz darauf Unterstützung von seinem Landsmann Daniel Oss (Liquigas-Cannondale). Das Duo zog auf rund 40 Sekunden davon, verfolgt von einer 17-köpfigen Gruppe, in der auch Cancellara fuhr - allerdings ohne sich an der Spitze zu zeigen. Doch Oss konnte dem Tempo von Bennati nicht folgen und fiel wieder zurück.
Auf dem vorletzten Schotter-Abschnitt zog der starke van Avermaet nach vorn, nur noch gefolgt von Cancellara, der sich seine Kräfte gut eingeteilt hatte und auf der Spitze des staubigen Anstiegs zu dem BMC-Fahrer aufschließen konnte. Dahinter versuchten Ballan und Iglinskyi mit letzter Kraft, die Lücke zur Spitze zu schließen, doch der vierfache Zeitfahrweltmeister zog allen seinen Konkurrenten unwiderstehlich davon, spulte die letzten Kilometer wie ein Uhrwerk herunter und erreichte als Solist das Ziel auf der Piazzo del Campo in Siena.
“Heute habe ich gewonnen, weil ich mental bei 100 Prozent war. Physisch bin ich noch nicht bei 100 Prozent”, erklärte der 30-jährige Berner. „Der Plan sieht für mich und das Team vor, dass wir Ende März, Anfang April in Topform sind. Daran hat sich nichts geändert, aber es ist natürlich schön, so einen Sieg einzufahren.“
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