Belgier geht optimistisch in die Flandern-Rundfahrt

Boonen: "Der Sprint ist meine Waffe"

Foto zu dem Text "Boonen:
Tom Boonen (Omega Pharma-QuickStep) hat zum dritten Mal in seiner Karriere Gent-Wevelgem gewonnen. | Foto: ROTH

31.03.2012  |  (rsn) – Sechs Jahre datiert Tom Boonens letzter Sieg bei der Flandern-Rundfahrt zurück. Am Sonntag geht der 31-jährige Belgier abermals als großer Favorit ins Rennen. Die Chancen, dass er seiner Favoritenrolle diesmal gerecht wird, stehen dabei alles andere als schlecht.

Zuletzt zeigte der Kapitän des bis dato bärenstarken Omega Pharma QuickStep-Teams mit seinen Siegen beim E3 Prijs und Gent-Wevelgem, in welch blendender Verfassung er sich derzeit befindet. Dies zählt für Boonen allerdings nur bedingt. „Man darf nicht an seine Siege der letzten Zeit denken, sondern im Rennen einfach nur sein Bestes geben. Wie viele Rennen man bis dato gewonnen hat, das zählt nicht. Es zählt nur der Sonntag“, sagte Boonen am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Die Kursänderung bei der 96. Auflage der "Ronde", mit der vor allem das Finale anspruchsvoller und zuschauerfreundlicher gemacht werden soll, sieht Boonen gelassen. „Das Rennen kann jedes Jahr anders verlaufen. Gibt es starke Teams, so geht das Spektakel möglicherweise früh los. Oder aber die Favoriten warten bis zum Schluss. Wie in den Jahren zuvor bietet auch der neue Kurs viele Gelegenheiten zur Attacke“, erklärte der Zweifachsieger der Flandern-Rundfahrt.

Eine spezielle Taktik will sich Boonen für Sonntag nicht zurecht legen. „Man muss einfach flexibel sein. Es bringt nichts, sich zu viele Pläne zurecht zu legen. Ich weiß natürlich, wo das Rennen am schwersten sein wird. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass dort der entscheidende Antritt erfolgen wird“, so der Belgier.

Vor allem dem erwarteten Duell mit dem Schweizer Fabian Cancellara (Radioshack-Nissan) sieht Boonen gelassen entgegen. „Natürlich werde ich reagieren, wenn er in einer entscheidenden Phase attackiert. Er hat vielleicht den etwas größeren Motor, aber ich bin etwas schneller. Er muss mich erst einmal abhängen, denn der Sprint ist meine Waffe. Ich muss vor keinem Angst haben, der mit mir die Ziellinie erreicht“; so Boonen optimistisch.

Auch wenn Boonen den vierfachen Zeitfahrweltmeister als schärfsten Kontrahenten ansieht, so hat er doch seinen Teamkollegen Sylvain Chavanel, den Italiener Filippo Pozzato (Farnese Vini) und den Slowaken Peter Sagan (Liquigas-Cannondale) ebenfalls auf der Rechnung. „Alle reden nur über Fabian und mich. Es gibt aber auch noch andere Jungs, die das Rennen gewinnen können.“

Gerade ein starker Chavanel könnte Boonen in einen taktischen Vorteil hieven, da Cancellara auch den Attacken des Vorjahreszweiten folgen müsste. „Wenn Sylvain attackiert und Cancellara folgt ihm nicht, dann ist das gut für Sylvain. Wir sind gute Freunde und ich habe kein Problem damit, wenn einer meiner Teamkollegen das Rennen gewinnt“; erklärte Boonen, der bereits in den Jahren 2008 und 2009 seinem damaligen Teamkollegen Stijn Devolder aus taktischen Gründen den Vortritt ließ.

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