Europcar-Team-Manager begeistert von seinem Kapitän

Bernaudeau: „Voeckler ist ein Monument des Radsports“

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Thomas Voeckler (Europcar) nach seinem Sieg auf der 16. Tour-Etappe | Foto: ROTH

19.07.2012  |  Bagnères du Luchon (rsn) – „Heute Abend ist meine Tour beendet“, sagt Thomas Voeckler (Europcar). Noch einen Tag muss er sich anstrengen, um das gestern auf der Königsetappe in den Pyrenäen überraschend eroberte Bergtrikot zu verteidigen. Bei nur vier Punkten Vorsprung auf den Schweden Fredrik Kessiakoff (Astana) könnte das bis zur Bergankunft in Peyragudes (1605 m) ein hartes Stück Arbeit für den 33-Jährigen werden.

Mit Tränen des Glücks war Voeckler gestern im Ziel der 16. Etappe von Pau nach Bagnères du Luchon (197 km) erwartet worden. Vor Rührung hatte sein Team-Manager Jean-René Bernaudeau geweint, als er die Siegesfahrt seines Kapitäns im Fernsehen mitverfolgte. „Es ist immer außergewöhnlich, wie Thomas siegt. Er ist ein Monument des Radsports“, sprudelte es aus dem Chefs des  Europcar-Rennstalls heraus, bevor er seinem Star stürmisch um den Hals fiel.

„Ich bin in einer anderen Dimension. Das ist Radsport, so wie ich ihn gerne praktiziere“, jubelte Voeckler nach seiner eindrucksvollen Triumphfahrt nicht weniger enthusiastisch, um dann schon fast pragmatisch anzufügen: „Jetzt hat die Verteidigung des Bergtrikots oberste Priorität.“

Schon vor dem Start hatte er darauf spekuliert, das Polka-Trikot zu erobern. „Es gab mindestens ein knappes Dutzend Fahrer, die dafür in Frage kamen“, meinte der nicht unumstrittene Volksheld, der sich die Etappe in Teilstücke unterteilt hatte. Voeckler: „Ich kenne wohl jeden Meter der Strecke, weil ich hier oft trainiere. Ich bin jeden der vier Anstiege angegangen, als sei er ein eigenes Rennen.“

Jeden Gipfel stürmte er als Erster und räumte so am Col d’Aubisque und dem Tourmalet jeweils 25 Punkte ab. Am d’Aspin und dem Peyresourde kamen jeweils je 10 dazu. Da ausgerechnet Alexander Winokurow (Astana) mit einer Attacke am Col d’Aspin seinem Team-Kollegen Kessiakoff alle Chancen raubte, das Berg-Trikot zu verteidigen, war der Weg für Voeckler frei.

„Ich habe auf der Videowand gesehen, dass ich es habe und über Funk nachgefragt, ob es stimmt“, erzählt der Franzose glücklich, der zudem noch den Etappensieg einfahren konnte. Voeckler: „Als ich auf auf dem Col de Peyresourde 1:30 Minuten Vorsprung hatte, konnte ich es auskosten, denn ich weiß um meine Abfahrqualitäten. Ich bin sehr stolz auf meine heutige Leistung.“

Heute muss er sie „nur“ noch verteidigen. Dann darf er feiern!

 

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