Taktikfuchs statt Überflieger

Contador: "Ich hatte immer Vertrauen zu mir"

Foto zu dem Text "Contador:
Alberto Contador (Saxo Bank) im Ziel auf dem Bola del Mundo - da war es ihm wieder zum Spaßen| Foto: ROTH

09.09.2012  |  (rsn) – Ob mit Alberto Contador (Saxo Bank – Tinkoff Bank) auch der stärkste Fahrer die 67. Vuelta a Espana gewonnen hat, darf diskutiert werden. Letztlich sicherte sich der Madrilene dank eines guten Zeitfahrens und einer einzigen taktischen Meisterleistung seinen zweiten Erfolg bei der Spanien-Rundfahrt.

Mit einer überraschenden Attacke 50 Kilometer vor dem Ziel der 17. Etappe legte der Madrilene auf mittelschwerem Terrain  den Grundstein für den Gesamtsieg. Ansonsten war Contador nicht in der Lage, den dreifachen Etappensieger Joaquin Rodriguez (Katusha) abzuhängen, auch mit Alejandro Valverde (Movistar) hatte er seine Probleme.

„Ich war in den letzten drei Wochen nicht immer in Bestform. Es hat mir nicht gut getan, sechs Monate keine Rennen bestreiten zu können“, gestand Contador am Samstag, nachdem er gerade so am Bola del Mundo seine Führung verteidigt und den Gesamtsieg ins Ziel gerettet hatte. Außerdem gab er offen zu: „Rodriguez war sehr stark. In den steilen Anstiegen hat er mich attackiert und auch distanziert.“

Dafür, dass seine Leistungen – abgesehen von der 17. Etappe – nicht an die teilweise überirdischen Ritte vor seiner Sperre herankamen, hat der Saxo Bank-Kapitän eine Erklärung. „Ich hatte einfach gegenüber meinen Kontrahenten den Nachteil, dass ich keine Rennen fahren konnte.“

Dennoch behielt Contador im Verlauf der Rundfahrt den Glauben an sich und seine Stärken, auch wenn es ihm bis zum 2. Ruhetag nicht gelungen war, Rodriguez in Bedrängnis zu bringen. „Ich wusste, dass es schwer werden würde, Rodriguez abzuhängen, aber ich habe auch auf die wenigen verbliebenen Möglichkeiten gesetzt. Hätte ich nicht das Vertrauen in mich gehabt, hätte ich auf dem Weg nach Fuente Dé nicht attackiert. Dann hätte ich mich mit Platz zwei zufrieden gegeben müssen.“

Dass Contador den Sieg nicht wie üblich im Hochgebirge eingefahren, sondern mit seinen Coup auf mittelschwerem Terrain, das macht den Madrilenen ganz besonders stolz. „Diesmal war es anders. So wie es lief, macht es den Sieg noch schöner. Ich kann mich in meiner Karriere an keinen emotionaleren Moment erinnern, als das was ich in Fuente Dé gefühlt habe.“

 

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