CCC-Profi gewinnt erneut den „Zobtener Mönch“

Auftakt zur polnischen Straßensaison wird zu Paterskis Domäne

Von Wolfgang Brylla

Foto zu dem Text "Auftakt zur polnischen Straßensaison wird zu Paterskis Domäne"
Maciej Paterski gewinnt den „Zobtener Mönch“ | Foto: Wolfgang Brylla

13.04.2015  |  (rsn) – So langsam wird die offizielle Eröffnung der polnischen Straßensaison zur Domäne von Maciej Paterski. Der 27-Jährige vom Zweitdivisionär CCC Sprandi gewann am Sonntag im niederschlesischen Sobótka das Eintagesrennen „Zobtener Mönch“ und wiederholte somit seinen Vorjahreserfolg.

Sobótka avancierte in den letzten Jahren zur Hauptstadt des polnischen Straßenradsports - auch mit Hilfe von Bartosz Huzarski (Bora-Argon 18), der bis heute in der Nachbarschaft wohnt und sich mit der von ihm gegründeten Radsportakademie aktiv für die Jugendforderung einsetzt. Diesmal jedoch fehlte Huzarski am Start seines Heimrennens, das seit 2015 in Zusammenarbeit mit LangTeam, dem Veranstalter der Polen-Rundfahrt, ausgetragen wird.

Die Kooperation beschränkt sich nicht nur auf den „Zobtener Mönch“, sondern streckt sich auch auf die Polnischen Straßenmeisterschaften. Sobótka soll bis 2018 in die Gastgeberrolle schlüpfen, das Meisterschaftsrennen soll live vom Fernsehen übertragen werden. Mit anderen Worten: Durch Professionalisierungsmaßnahmen in Sachen Werbe- und Promotionstätigkeit sowie TV-Präsenz soll Sobótka zum Zentrum des Radsports aufsteigen und sich etablieren.

Die Schlüsselfunktion, die der Kleinstadt bei Breslau zugeschrieben wird, ist auch dringend nötig, denn 2018 möchte man in Sobótka, auf einem Rundkurs rund um den Gipfel Zobtenberg, die Straßeneuropameisterschaften ausrichten. Die Chancen auf eine Zusage durch den Europäischen Radsportverband stehen gar nicht so schlecht. Für die Organisatoren spricht nicht nur die geographische Nähe zu Breslau und eine interrasante hügelige Streckenführung, sondern auch ein ordentlicher Straßenbelag. Dass Polen nach Michał Kwiatkowskis Regenbogenfahrt im spanischen Ponferrada auf der Radsportlandkarte keine untergeordnete Rolle mehr spielt, wird sicherlich auch mitentscheidend sein.

Zurück allerdings zu Paterski, der in dieser Saison die 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt gewann und der sich schon seit Februar in guter Form befindet. Paterski trat zu der diesjährigen Auflage des „Zobtener Mönches“ als Topfavorit an und wurde den Erwartungen gerecht.

Das Peloton musste sieben Runden zu je 17 Kilometern bewältigen, was eine Gesamtdistanz von 119 Kilometern ergab. Schon vom Start wurde das Renngeschehen von Paterskis Teamkollegen bestimmt. Auf der vorletzten Schleife griff der Kapitän an, er wurde zwar noch eingeholt, aber in der Schlussphase setzte er zu einer erneuten Attacke an. Mit der Unterstützung von Bartłomiej Matysiak, dem Polnischen Straßenmeister, konnte er sich absetzen und sich letztlich über seinen nächsten Sieg freuen.

„Als ich heute angegriffen habe, war ich mir sicher, dass diese Attacke sitzen wird und ich bis ins Ziel durchkomme. Im letzten Jahr hatte ich dieses Gefühl beim Antritt nicht. Es ist Wahnsinn, was gerade passiert. Ich habe einen sensationellen Frühling hinter mir. Es freut mich, dass ich schließlich gute Ergebnisse einfahren kann“, sagte Paterski, der die Ziellinie als Solist erreichte, gefolgt von vor Pawel Franczak (ActiveJet) und seinem Teamkollegen Matysiak.In den nächsten Wochen wird sich Paterski auf die Teilnahme an Brabantse Pijl und Amstel Gold Race konzentrieren, bevor er bei der Italien-Rundfahrt starten wird.

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