Russe fordert Reformen und mehr Geld

Tinkoff denkt ans Aufhören, weil Sky so stark ist

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Oleg Tinkoff macht sich Gedanken über die Zukunft| Foto: Cor Vos

28.07.2015  |  (rsn) - Am Ende der 102. Tour de France hat Oleg Tinkoff (Tinkoff-Saxo) Bilanz gezogen und dabei angekündigt, eventuell auszusteigen, sollte Alberto Contador nach der kommenden Saison seine Karriere beendeen. Außerdem kritisiert er das langfristige Engagement des Murdoch-Konzerns, der Chris Froomes Sky-Team sponsert, weil niemand finanziell mithalten könne.

„Ich muss leider feststellen, dass das Team Sky mit seinem Froominator die Tour verdient gewonnen hat. Wir können nur, wie es in Frankreich üblich ist, chapeau sagen. Allerdings will ich darauf hinweisen, dass ihre Stärke vielleicht nicht gut für den Sport sein könnte“, sagte der russische Geldgeber des gleichnamigen Teams und behauptete:  „Wenn sie das gleiche 2016 wiederholen, werden sie das Geschäft (den Radsport, d. Red.) zerstören.“

Tinkoff begründete seine Auffassung damit, dass es nicht allein um das Geld gehe. „Wir haben vergleichbare Budgets. Wir haben 27 Millionen,  während sie etwa 33 Millionen aufwenden. Der große Unterschied zwischen ihnen und den anderen Teams ist die lange Laufzeit ihres Projekts. Sie haben mindestens fünf Jahre, wenn nicht gar zehn dank des Murdoch-Imperiums.“

Deshalb könne Sky-Teamchef Dave Brailsford sehr gut die Zukunft planen. Tinkoff: „Er investiert in neue Fahrer und neue Technologien, die seine Mannschaft weiterbringen. Die meisten Teams, uns eingeschlossen, leben meist nur von Jahr zu Jahr. Wenn man ein Kurz-Zeit-Projekt besitzt, investiert man nicht in die Zukunft. Man investiert nicht in junge Fahrer, die vielleicht erst in ein paar Jahren gewinnen können. Ein Team, das nur Ein-Jahres-Pläne verfolgt, kann nicht gegen jemand mit Fünf-oder Zehn-Jahres-Plänen kämpfen.“

Damit Sky den Radsport nicht die nächsten Jahre dominiere und so die Konkurrenz ausschalte, fordert Tinkoff, die Reformen umzusetzen, die gerade von allen Beteiligten diskutiert werden (radsport-news.com berichtete):  „Wir brauchen mehr Einkommen für die Mannschaften. Im Moment sieht es so aus, als wenn Europcar am Ende der Saison aufhören wird. Ich habe gehört, dass BMC über den Ausstieg nachdenkt, ebenso wie Katusha.“

Auch er schließt ein Ende seiner Unterstützung nicht aus. Tinkoff: „Sicher sind wir 2016 noch dabei, aber ich weiß nicht, was 2017 ist.“ Bisher habe er 40 Millionen aus seiner eigenen Tasche in die Mannschaft gesteckt. Nur BMC-Besitzer Andy Rhis würde möglicherweise mehr ausgeben: „Wenn ich 50 Millionen gegeben habe, könnte Schluss sein. Mal sehen, ob wir den Sport verändern können.“

Darüber habe er mit ASO-Generaldirektor Yann Le Moenner gesprochen, der der wirkliche Boss der Tour de France sei.

Ein nachdenklicher Tinkoff, der ans Aufgeben denkt. Diese Seite an ihm kennen wir noch nicht!

 

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