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22.05.2016 | (rsn) – Andy Schleck war in seiner Einschätzung, sein Landsmann Bob Jungels könne gleich bei seinem Debüt den Giro d’Italia gewinnen, ganz offensichtlich etwas zu optimistisch gewesen. Nach zwei Tagen hatte der Luxemburger am Freitag auf der 13. Etappe in Cividale del Friuli sein Rosa Trikot abgeben müssen. Tags darauf fiel Jungels in Corvara (Alta Badia) sogar vom zweiten auf den zwölften Platz zurück.
Doch am Sonntag feierte der 23-Jährige im Bergzeitfahren der 15. Etappe ein kleines Comeback, kehrte nach 10,85 Kilometern von Kastelreuth zur Seiser Alm als Neunter der Tageswertung wieder in die Top Ten zurück, wo er nun auf Rang acht geführt wird, 7:14 Minuten hinter dem souveränen Spitzenreiter Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo).
So ganz zufrieden schien Jungels mit dem Ergebnis an der Alpe di Suisi, wie das Ziel auf Italienisch heißt, aber nicht gewesen zu sein. „Ich dachte, ich könnte ein gutes Resultat erzielen. Ich bin dann aber etwas zu schnell angegangen“, erklärte der Profi des Etixx-Quick-Step-Teams im Ziel den Reportern. „Ich habe alles gegeben und jetzt ist es, was es ist.“
Angesichts der deutlichen Abstände im Gesamtklassement – und auch wohl angesichts der noch anstehenden schweren Bergetappen - zeigte sich Jungels zurückhaltend, was seine Ambitionen für die letzte Giro-Woche anbelangt. „Podium? Ach, es ist wohl das falsche Jahr, um ums Podium zu kämpfen“, antwortete er auf eine entsprechende Frage und fügte lapidar an: „Wir müssen sehen, was am Ende rauskommt. Jetzt konzentriere ich mich erstmal auf den Ruhetag.“
Ein realistisches Ziel bleibt allerdings – und zwar mehr denn je – das Weiße Trikot. Denn in der Wertung des besten Jungprofis der Italien-Rundfahrt konnte Jungels seinen Vorsprung auf den zweitplatzierten Sebastián Henao (Sky) nochmals ausbauen, auf nun 11:34 Minuten. Um diese Führung noch zu verspielen, müsste der Luxemburgische Meister auf einer der restlichen Etappen schon einen schweren Einbruch erleben. Nach gut zwei Giro-Wochen deutet aber nicht viel darauf hin.
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