Ohne Sieg bei Paris-Nizza, kein Mailand-Sanremo

Kittel: Die Form stimmt, aber das Ergebnis fehlt


Marcel Kittel(Quick-Step Floors) musste sich auf der 3. Etappe von Paris-Nizza Sam Bennett (Bora-hansgrohe, re.) geschlagen geben. | Foto: Cor Vos

13.03.2017  |  Nizza (dpa) - Der fest eingeplante Tagessieg bei der 75. Fernfahrt Paris-Nizza blieb aus. Und für den ersten Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo am kommenden Samstag ist Marcel Kittel nicht vorgesehen.

Trotzdem versucht der Top-Sprinter des Quick-Step Floors Teams, der vergangenen Woche positive Seiten abzugewinnen. "Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis", sagte Kittel, der die gestrige Schlussetappe vorzeitig beendete. "Aber die Form stimmt. Die Beine sind gut. Ich war bei den schweren ersten Tagen vorne mit dabei", erklärte der 28-Jährige, der an Widerstandsfähigkeit zugelegt hat.

Sein sportlicher Leiter Brian Holm hat das Kraftpaket aus Thüringen "in seiner gesamten Karriere noch nie so gut klettern sehen". Trotzdem ist Kittel am Samstag nicht am Start von Mailand-Sanremo, wo viele Sprinter auf ihre Chance lauern. Team-Manager Patrick Lefevere gibt Tom Boonen in dessen letztem Jahr sowie dem Kolumbianer Fernando Gaviria den Vorzug vor Kittel. "Die Anstiege Cipressa und Poggio sind einfach zu viel für Marcel", begründete Lefevere die Entscheidung.

Kittel hat nicht freiwillig verzichtet. Er hängt an der Classicissima und war schon betrübt, dass ihn sein vorheriges Team Giant-Alpecin nicht mit zum ersten der großen Frühjahrsklassiker mitnahm. "Die Enttäuschung ist groß. Aber ich kann die Entscheidung verstehen. Mit Boonen und Gaviria gehen zwei sehr starke Fahrer ins Rennen. Da kann sich die Mannschaft nicht noch auf einen dritten konzentrieren", sagte er in Nizza.

Lefevere schonte den in diesem Jahr schon fünfmal erfolgreichen Sprinter und übte nur milde Kritik. "Wir waren gekommen, um mit Marcel einen Etappensieg zu holen. Das gelang nicht. Enttäuschung ist aber auch ein großes Wort. In den ersten Tagen gab es schlechtes Wetter. Marcel verlor Energie im Kampf gegen die Windkante. Und als er seine Kraft ausspielen wollte, war er eingebaut", erklärte der Belgier.

Die kommenden Aufgaben sind für Kittel bis zum Start der Tour de France am 1. Juli in Düsseldorf sehr übersichtlich, auch wenn er bei seiner Aufzählung einige Rennen vergessen haben wird. "Jetzt kommt der Scheldeprijs, und dann die Tour. Viel Zeit dazwischen", meinte Kittel und verzieht die Mundwinkel spöttisch. Im Juli will er wieder der Star sein. Dann muss der neunmalige Tour-Etappensieger liefern - und dem Druck standhalten.

Bei Paris-Nizza hat er eine andere Seite des Rennfahrerlebens ausprobieren können -die als Helfer. Auf den ersten Kilometern der Etappen setzte er sich für den Teamkollegen Julian Alaphilippe ein, der lange die Gesamtwertung anführte. "Das mache ich gerne für Julian, auch weil er und die anderen Mannschaftskollegen mich im Rennen auch unterstützen, wenn es um den Sprint geht", sagte Kittel.

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