Pogacar und Evenepoel dominierten

Lüttich-Bastogne-Lüttich im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

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Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) gewann 2025 Lüttich-Bastogne-Lüttich. | Foto: Cor Vos

24.04.2026  |  (rsn) – Lüttich-Bastogne-Lüttich bildet traditionell den krönenden Abschluss der Ardennenwoche. La Doyenne, das älteste Eintagesrennen der Welt, ist mit seinen kurzen, teils extrem steilen Anstiegen der schwerste der drei Ardennenklassiker und bot den Fans in den vergangenen Jahren stets viel Spannung und Spektakel.

Wir blicken auf die letzten zehn Jahre von Lüttich-Bastogne-Lüttich zurück:

Lüttich – Bastogne – Lüttich 2016: Wout Poels

Für Wout Poels war der Sieg bei der 102. Doyenne aus mehreren Gründen denkwürdig. Der Niederländer holte nicht nur sich und seinem Team Sky den ersten Sieg bei einem Radsport-Monument. Auch die winterlichen Wetterbedingungen trugen mit dazu bei, dass sein Coup in Erinnerung bleibt. Nach 248 Kilometern verwies Poels bei Regen und Schnee im Sprint einer vier Fahrer starken Spitzengruppe den Schweizer Michael Albasini (Orica GreenEdge) und den Portugiesen Rui Costa (Lampre – Merida) auf die Plätze.

Die Vorentscheidung fiel in der neu ins Programm genommenen Côte de la Rue Naniot drei Kilometer vor dem Ziel. Im nur 600 Meter langen, aber 10,5 Prozent steilen Kopfsteinpflaster-Anstieg attackierte der 35-jährige Albasini und initiierte dadurch die Spitzengruppe, die schließlich in Ans den Sieg unter sich ausmachte.

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Lüttich – Bastogne – Lüttich 2017: Alejandro Valverde

2017 gelang Alejandro Valverde (Movistar) sein bereits vierter Sieg beim Ardennenklassiker. Der Spanier setzte sich gegen den 2013 siegreichen Dan Martin (Quick-Step Floors) souverän im Zweiersprint durch. Mit drei Sekunden Rückstand komplettierte der Pole Michal Kwiatkowski (Sky) das Podium. Der Vorjahreszweite Michael Albasini (Orica-Scott) wurde diesmal Siebter. Seinen Sieg widmete Valverde dem am Vortag im Training tödlich verunglückten Michele Scarponi.

Die Entscheidung fiel wie so oft in der Schlusssteigung hinauf nach Ans. Dort war Martin am führenden Davide Formolo (Cannondale Drapac) vorbeigezogen, doch Valverde setzte nach, fuhr zum Iren vor und besiegte diesen souverän im Sprint.

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Lüttich – Bastogne – Lüttich 2018: Bob Jungels

Mit einem beeindruckenden Solo fuhr Bob Jungels (Deceuninck – Quick-Step) den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere heraus. Der Luxemburger hatte deutliche 37 Sekunden Vorsprung auf den Kanadier Michael Woods (EF Education First) und den Franzosen Romain Bardet (Groupama – FDJ).

Jungels hatte gut 20 Kilometer vor dem Ziel an der Cote de la Roche-aux-Faucons all seine Rivalen ins Hintertreffen gebracht. Dasich die Verfolger nicht enig waren und Jungels einen perfekten Tag erwischt hatte, konnte er zum Abschluss der Klassikersaison einen ungefährdeten Sieg bejubeln.

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Lüttich – Bastogne – Lüttich 2019: Jakob Fuglsang

Einen souveränen Soloerfolg fuhr auch Jakob Fuglsang (Astana) ein. Der Däne kam nach 256 schweren Kilometern 27 Sekunden vor dem Italiener Davide Formolo (Bora – hansgrohe) ins neue Ziel im Stadtzentrum von Lüttich. Mit 57 Sekunden Rückstand sicherte sich Formollos deutscher Teamkollege Maximilian Schachmann im Sprint der Verfolger den dritten Platz.

Fuglsang hatte im veränderten Finale bei Regen und Kälte 15 Kilometer vor dem Ziel an der Cote de la Roche aux Faucons alle Kontrahenten abgeschüttelt und seinen Vorsprung kontinuierlich ausgebaut. Dabei hätte er sich fast noch selbst geschlagen. Doch der Routinier behauptete sich artistisch auf dem Rad, als ihm 4,5 Kilometer vor dem Ziel in einer Kurve das Hinterrad wegrutschte. So konnte Fuglsang seinen ersten Sieg bei einem Radsport-Monument feiern.

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Lüttich – Bastogne – Lüttich 2020: Primoz Roglic

Der Slowene Primoz Roglic war der große Triumphator beim ältesten der fünf Radmonumente. Der Kapitän von Jumbo – Visma überholte auf den letzten Metern des 106. Lüttich-Bastogne-Lüttich noch Weltmeister Julian Alaphilippe (Deceuninck – Quick-Step), der sich schon als sicherer Sieger sah und zu früh zum Jubel ansetzte.

Für den Franzosen kam es noch bitterer, denn aufgrund einer im Schlusssprint gegen Marc Hirschi (Sunweb) gefahrenen Welle wurde Alaphilippe distanziert und auf den fünften Rang zurückversetzt. Der Schweizer rückte so noch vom dritten auf den zweiten Platz vor, gefolgt von Tour-Sieger Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) und Matej Mohoric (Bahrain - McLaren), dem dritten Slowenen unter den ersten Vier.

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Lüttich - Bastogne - Lüttich 2021: Tadej Pogacar

Nach 259 Kilometern rund um Lüttich sicherte sich Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) sein erstes Monument. Der Tour-Sieger ließ im Sprint einer fünf Fahrer starken Spitzengruppe knapp vor Weltmeister Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) und dessen französischem Landsmann David Gaudu (Groupama - FDJ) hinter sich. Bester Deutscher war Maximilian Schachmann (Bora - hansgrohe) auf Rang neun.

Pogacar hatte sich gemeinsam mit Alaphilippe, Gaudu, Alejandro Valverde (Movistar) und Michael Woods (Israel Start-Up Nation) an der Cote de la Roche-aux-Faucons, dem letzten Anstieg des Tages, aus der Favoritengruppe gelöst. Bei Gegenwind auf der Zielgeraden konnte der Slowene schließlich den favorisierten Alaphilippe auf den letzten Metern noch überspurten.

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Lüttich - Bastogne - Lüttich 2022: Remco Evenepoel

2022 sicherte sich Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) das erste Monument seiner Karriere und läutete damit eine famose Saison ein, in deren weiterem Verlauf er die Vuelta a Espana und schließlich das WM-Straßenrennen für sich entschied. Die Art und Weise, wie der junge Belgier zum Sieg in Lüttich stürmte, war beeindruckend. Evenepoel löste sich an der Cote de La Redoute aus der Gruppe der Favoriten und wurde nach einem Solo von über 30 Kilometern erst wieder hinter der Ziellinie von seinen Verfolgern gesehen.

Mit 48 Sekunden Rückstand auf den Mann des Tages komplettierten Quinten Hermans (Intermarché - Wanty - Gobert) und Wout Van Aert (Jumbo - Visma) in Lüttich das belgische Podium.

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Lüttich - Bastogne - Lüttich 2023: Remco Evenepoel

Wie im Vorjahr gewann Remco Evenepoel (Soudal - Quick-Step) den Ardennenklassiker als Solist. Im Ziel hatte der Belgier nach 258 Kilometern deutliche 1:06 Minuten Vorsprung auf den Briten Tom Pidcock (Ineos Grenadiers), der den Sprint der Verfolger vor dem Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) für sich entscheiden konnte.

Genau wie im Vorjahr setzte Evenepoel seine entscheidende Attacke 30 Kilometer vor dem Ziel an der Cote de la Redoute. Auf der nachfolgenden Abfahrt konnte Pidcock zwar nochmals aufschließen, doch an der nächsten Gegensteigung musste der Brite die Segel streichen und Evenepoel setzte das Rennen bis ins Ziel als Solist fort. Der als größter Widersacher des Titelverteidigers gestartete Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) war früh gestürzt und musste aufgeben.

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Lüttich - Bastogne - Lüttich 2024: Tadej Pogacar

Auch die 110. Austragung endete mit einem beeindruckenden Solosieg. Nach zwei Erfolgen von Remco Evenepoel jubelte diesmal wieder Tadej Pogacar (UAE Team Emirates), der sich nach 2021 seinen zweiten Sieg in Lüttich holte. Nach 254,5 Kilometern setzte sich der Slowene mit 1:39 Minuten Vorsprung auf den Franzosen Romain Bardet (Team DSM - Firmenich PostNL) durch. Den Sprint der ersten großen Verfolgergruppe um Platz drei gewann mit 2:02 Minuten Rückstand der Niederländer Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck).

Pogacar war 35 Kilometer vor dem Ziel an der Redoute in die Offensive gegangen und hatte all seine Begleiter abgeschüttelt, um seinen insgesamt sechsten Sieg bei einem Monument zu feiern.

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Lüttich-Bastogne-Lüttich 2025: Tadej Pogacar

Wie im Vorjahr legte Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) einen beeindruckenden Solosieg hin. Der Slowene feierte nach 252 Kilometern mit einem Vorsprung von 1:03 Minuten auf Giulio Ciccone (Lidl - Trend) die souveräne Titelverteidigung. Der Italiener verwies im Zweiersprint den Iren Ben Healy (EF Education - EasyPost) auf Platz drei.

Pogacar setzte wie im Vorjahr an der Redoute 35 Kilometer vor dem Ziel seine entscheidende Attacke, der niemand folgen konnte und holte sich seinen insgesamt dritten Sieg in Lüttich.

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