Österreichisches KT-Roundup

Heimische Teams nutzten die Tour of Austria als große Bühne

Von Judith Krahl

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Arbö - Kärnten - Sport Feld am See begeisterte bei der Ortsdurchfahrt von Feld am See am zweiten Tag die heimischen Zuschauer. | Foto: David Polzer

14.07.2026  |  (rsn) - Beim Gesamtsieg von Gregor Mühlberger, der im Trikot des österreichischen Nationalteams die Tour of Austria (2.1) für sich entschied, konnten sich auch die heimischen Kontinentalteams gegen die WorldTour- und ProTeams in Szene setzen.

Mit Philipp Hofbauer (Vorarlberg) und Nicolas Ginter (Tirol-KTM) fuhren gleich zwei Nachwuchskräfte in die Top 15 der Gesamtwertung, während Fabian Steininger (Schwingshandl - Intralogistics) mit Rang acht auf der Schlussetappe das beste Einzelresultat eines österreichischen Kontinentalfahrers einheimste. Darüber hinaus waren die heimischen Mannschaften während der fünftägigen Rundfahrt immer wieder in Ausreißergruppen vertreten und sorgten auf jeder Etappe für ein Top-15-Ergebnis.

Das Team Vorarlberg musste bereits vor dem Start einen Rückschlag verkraften, da Colin Stüssi kurzfristig aufgrund einer Erkrankung passen musste. Sportlicher Leiter Paul Renger erklärte gegenüber RSN: "Wir hatten leider am Anfang mitteilen müssen, dass Colin nicht starten kann. Er war in der Höhe vorher und eigentlich in hervorragender Form." Daraufhin stellte Vorarlberg seine Strategie um. "Wir haben dann auf Philipp im GC umgeswitcht und wollten ein aktives Rennen fahren."

Dieser Plan ging auf: Hofbauer belegte am Ende Rang 14 der Gesamtwertung, Giacomo Ballabio sammelte mehrere starke Etappenplatzierungen und das Team zeigte sich regelmäßig offensiv. Dennoch lief nicht alles nach Wunsch. "Auf der ein oder anderen Etappe hatten wir uns schon mehr erhofft, es war teils unglücklich mit den Gruppen die vorne waren. Fehler haben wir aber auch gemacht, beispielsweise auf der Alpendorf-Etappe, wo wir keinen in der 25-Mann-Spitzengruppe hatten und den ganzen Tag arbeiten mussten." 

Insgesamt zog Renger jedoch ein positives Fazit von der Österreich-Rundfahrt: "Im Großen und Ganzen haben wir uns gut und professionell präsentiert."

Team Vorarlberg bei der Präsentation vor der zweiten Etappe mit Tobias Nolde im Bergtrikot. | Foto: Mario Stiehl/ Team Vorarlberg 

Auch Tirol - KTM überzeugte mit einer konstanten Vorstellung. Ginter, der erst kurz zuvor U23-Schweizer Meister geworden war, beendete die Tour auf Gesamtrang 15, während Samuel Novak ebenfalls mehrfach in den Top 15 landete. Damit bestätigte das Team von Manager Thomas Pupp seine Entwicklung auf internationalem Niveau.

Für Schwingshandl - Intralogistics sorgte Fabian Steininger auf der Schlussetappe für das Ausrufezeichen. Der Oberösterreicher, der Ende Juni seine ersten beiden UCI-Siege gefeiert hatte, sprintete in Wien auf Rang acht und erzielte damit das beste Etappenergebnis eines österreichischen Kontinentalteams bei dieser Rundfahrt.

Hrinkow - Advarics präsentierte sich in Steyr dem Heimpublikum

Auf der 2. Etappe zum Großglockner sorgte Riccardo Zoidl als 16. für das beste Ergebnis der diesjährigen Rundfahrt für Hrinkow - Advarics. "Riccardo Zoidl konnte dem hohen Tempo lange folgen, war im Finale jedoch auf sich alleine gestellt", erklärte Pressesprecher Florian Wieshofer. Das Team hob zudem den 24. Rang des erst 20-jährigen Slowaken Richard Riska auf der Königsetappe hervor.

Große Bedeutung trug die 4. Etappe, welche rund um Steyr und somit durch die Heimat von Hrinkow - Advarics führte. Das Ziel für den Tag war klar: Den Fans vor Ort etwas bieten! "Nach rund 35 Kilometern gelang vier Fahrern die entscheidende Attacke. Mit Valentin Poschacher und Richard Riska waren gleich zwei Profis von Hrinkow - Advarics in der Spitzengruppe vertreten”, erzählte Wieshofer.

Poschacher und Riska besetzten für Hrinkow - Advarics die Spitzengruppe vor der Heimkulisse in Steyr. | Foto: Reinhard Eisenbauer

Die Fahrer der Ausreißergruppe wurden euphorisch vom Publikum empfangen und wie Wieshofer verriet, war dafür noch ein weiteres Team verantwortlich: "Besonders die gemeinsam mit dem Team Schwingshandl - Intralogistics organisierte Fanzone am Porscheberg entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Radsportfans und bot den perfekten Rahmen für die Heimetappe. Bombenstimmung herrschte dann, als die Spitzengruppe der Fahrer über die letzten steilen Meter fuhr."

WSA - KTM - Graz setzte vor allem auf offensive Fahrweise und war an drei Tagen in den Spitzengruppen vertreten. Teamchef Christoph Resl zeigte sich entsprechend zufrieden gegenüber RSN: "Wir sind zufrieden als drittbestes heimisches Konti-Team in der Team- und Einzelwertung! Mit drei Tagen in der Spitzengruppe haben wir unser Ziel erreicht!"

Arbö - Kärnten: Schockmoment vor der Teampräsentation 

Für Arbö - Kärnten - Sport Feld am See hatte die Tour of Austria eine besondere Bedeutung. Teamchef David Polzer erinnerte gegenüber RSN daran, weshalb der Verein überhaupt den Schritt zum Profiteam gegangen war: "Der Grund warum wir uns vor zwei Jahren dazu entschieden haben eine Kontinental-Lizenz zu lösen, war der Fixplatz bei der Tour of Austria und die damit einhergehende starke Präsenz und Aufmerksamkeit in den heimischen sowie internationalen Medien."

Überschattet wurde der Tour-Auftakt von einem Trainingsunfall unmittelbar vor der 1. Etappe. "Am Ende der gemeinsamen Ausfahrt, 100 Meter vor dem Teamhotel, wurde Christian Rush völlig unverschuldet von einem abbiegendem Auto frontal erfasst. Blech und Windschutzscheibe waren hinüber und Christian trug neben einem Schock glücklicherweise 'nur' eine blaue Seite und kleinere Schrammen davon", berichtete Polzer.

In der Heimat des Teams besuchten die Fans die Fahrer von Arbö - Sport - Feld am See. | Foto: David Polzer

Emotionaler Höhepunkt war die von Mühlberger gewonnene Königsetappe, die durch durch Feld am See führte. "Das war ein Highlight in der Team- und Vereinsgeschichte. Von Bad Kleinkirchheim ging es mit einer schönen Seenschleife durch unser 'Heimatdorf' Feld am See, wo auch ein Zwischensprint wartete", so Polzer. Entsprechend lautete die Devise:. "An dem Tag mussten wir in die Fluchtgruppe. Christian Rush setzte den Plan perfekt um und sammelte reichlich Fernsehzeit und erreichte bei vier Wertungen einen Platz unter den ersten drei."

Mit der Präsenz in Ausreißergruppen sowie einer extrem konstanten Rundfahrt für den erst 19-jährigen ungarischen Teamfahrer Gergö Grosz fiel das Gesamtfazit von Polzer positiv aus: "Alle Fahrer haben es bis nach Wien geschafft und wurden von tausenden Begeisterten am Ring angefeuert. Die Kulisse war unglaublich. Diese Tour of Austria werden wir so schnell nicht vergessen", fasste Polzer zusammen.

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