Mühlberger nach Ausreißertag weiter Austria-Spitzenreiter

“Da bin ich dann!“ – Powless lässt Knieprobleme hinter sich

Von Kevin Kempf

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Neilson Powless (EF Education – EasyPost) | Foto: Cor Vos

10.07.2026  |  (rsn) – Neilson Powless (EF Education – EasyPost) hat bei der Tour of Austria (2.1) auf der 3. Etappe einen Wiedereinstieg nach Maß gefeiert. Nach Knieproblemen und fast fünf Monaten Rennpause schlug er in St. Johann Alpendorf mit seinem ersten Saisonsieg zu. Zweiter wurde im Zweiersprint Igor Arrieta (UAE – Emirates – XRG), dessen Teamkollege Jan Christen belegte mit 28 Sekunden Rückstand Rang drei.

Die weiteren Top-Ten-Plätze wurden von Mitglieder der einst 25-köpfigen Ausreißergruppe belegt. Bester Fahrer des stark dezimierten Feldes wurde Vaclav Jezek (Kacper – crypto4me) als Zwölfter. Unter den Favoriten gab es keine Zeitabstände, sodass Gregor Mühlberger (Nationalmannschaft Österreich) seine Gesamtführung verteidigte.

“Ich bin sehr sehr zufrieden und glücklich. Ich wollte hier eine Etappe gewinnen. Ich wusste, dass es fifty-fifty werden würde nach so langer Zeit ohne Rennen. Aber mein Knie hält, ich fühle mich stark und es ist schön, dass ich wieder Radrennen gewinnen kann. Ich wusste nicht, ob es dieses Jahr noch klappen würde. Aber ja: Da bin ich dann!“, jubelte Powless im Ziel-Interview.

“Es ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ich habe meinem Coach gesagt, dass ich dieses Jahr unbedingt noch ein Rennen gewinnen will. Egal wann. Egal wo“, verriet der US-Amerikaner. St. Johann Alpendorf in Österreich ist es letztendlich geworden – und die Art und Weise war gegen den Giro-Etappensieger Arrieta durchaus vielversprechend für weitere Saisonsiege. Aus der starken Gruppe löste sich das Duo. Es baute seinen Vorsprung immer weiter aus und im steilen Schlussanstieg war Powless klar der Bessere.

Dort beeindruckte auch Jermaine Zemke (Rembe – rad-net). Der 20-Jährige konnte sich nicht nur bei den 26 stärksten Kletterern behaupten, sondern auch den dritten Rang im Bergaufsprint belegen, was letztendlich zu Platz 14 und dem besten deutschen Ergebnis reichte. Sein Teamkollege Johannes Adamietz war Teil des Gruppe des Tages, verpasste dort aber den ersten Cut.

Im Klassement liegt Mühlberger weiter 1:31 Minuten vor Kevin Vermaerke (UAE – Emirates – XRG). Dessen Mannschaftsgefährte Arrieta schob sich dank des Zeitgewinns auf Rang 10 vor. Der Spitzenreiter in der Gesamtwertung führt auch das Punkte- und das Bergklassement an. Bester Nachwuchsfahrer ist der Gesamtsechste Andrew August (Netcoampny – Ineos).

So lief die 3. Etappe der Tour of Austria:

25 Fahrer bildeten die Gruppe des Tages. Peter Oxenberg (Netcompany – Ineos) war mit 4:52 Minuten Rückstand der im Klassement am besten platzierte. Die WorldTeams Alpecin – Premier Tech, UAE – Emirates – XRG und EF Education – EasyPost waren jeweils mit drei Profis vertreten. Im Feld setzte sich die Österreichische Nationalmannschaft an die Spitze. Den Bergsprint am Felbertauern (3.Kat.) nach 47 Kilometern entschied Piotr Pekala (ATT Investments) für sich.

Schon auf den letzten 60 Kilometern begannen die Attacken, um die Gegnerschaft abzuschütteln. Arrieta und Powless lösten sich 44 Kilometer vor dem Ziel, hinter ihnen versammelten sich neun Verfolger. Das Duo setzte sich langsam immer weiter ab und ging mit 1:10 Minuten Vorsprung auf das Nonett und knapp vier Minuten auf das Feld auf die letzten 20 Kilometer.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Tour of Austria | Foto: Veranstalter

Im Einstieg zum 2,6 Kilometer langen und 6,6% steilen Schlussanstieg nach St. Johann Alpendorf (3.Kat.) blieb der Abstand auf die direkten Verfolger unverändert, das Feld hatte eine Minute aufgeholt. Als Jan Christen (UAE – Emirates – XRG) aus dem Nonett heraus attackierte, verweigerte sein Teamkollege vorn kurz die Arbeit. Powless konnte ihn allerdings überreden, eingangs des Schlusskilometers doch wieder in die erste Position zu gehen.

Die letzten Meter musste Powless dennoch von vorn angehen. Das war aber kein Problem, denn im Sprint auf dem steilen Schlussstück war er deutlich stärker als der Spanier. Christen wurde als Solist dritter, das Peloton kam noch bis auf 1:47 Minuten heran. Zwischen den Klassementfahrern gab es dabei im Schlussanstieg keine Zeitabstände mehr.

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