91. Lüttich-Bastogne Lüttich

Winokurow erlöst T-Mobile - Voigt Zweiter

24.04.2005  |  Ans/Belgien (dpa) - Alexander Winokurow hat das T-Mobile-Radteam erlöst. Der Silbermedaillengewinner von Sydney hat das zehnte ProTour-Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen und damit den heiß ersehnten, ersten Saisonsieg für seine Mannschaft eingefahren.

Der 31-jährige Kasache gewann den ältesten Klassiker nach 260 km als Schnellster einer zweiköpfigen Ausreißergruppe. Der Dritte der Tour de France von 2003 schlug im Schlusssprint den Berliner Jens Voigt, der «Wino» auf den letzten 54 Km in der gemeinsamen Flucht oft Windschatten geboten hatte. «Ein Klassiker-Sieg für mich - davon habe ich geträumt. Der erste Sieg für T-Mobile - das ist großartig», freute sich der Kasache, der sich «keinen besseren Mitfahrer als Voigt» wünschen konnte.

Winokurow löste als Sieger nach 6:29:02 Stunden der mit 12 heftigen Anstiegen gespickten 91. Auflage von Lüttich-Bastogne- Lüttich den Gerolsteiner-Kapitän Davide Rebellin ab. Der Vorjahressieger aus Italien hatte in Lüttich 2004 den dritten Klassiker-Erfolg innerhalb einer Woche gefeiert und für ein äußerst seltenes Triple gesorgt. Diese Chance hatte diesmal auch Rebellins Landsmann Danilo di Luca, der zuvor das Amstel Gold Race und den Flèche Wallonne gewonnen hatte. Doch der weiterhin Führende in der ProTour-Wertung hatte dabei offensichtlich zu viel Kraft gelassen. Di Luca spielte in der Endabrechnung keine Rolle.

«Die heute zwei stärksten Fahrer waren vorne. Beide haben fair gekämpft. Natürlich gab es zum Schluss das große Risiko, dass Winokurow gegen Voigt den Spurt verliert. Das war große Lotterie», sagte der zum Jahresende scheidende T-Mobile-Manager Walter Godefroot. Die große Bedeutung des Erfolgs für seine seit dem Saisonstart vor neun Monaten bis zum Sonntag erfolglose Equipe spielte der 61-jährige Belgier etwas herunter. «Jeder Sieg ist schön, dieser auch. Kritik kam zuletzt nur von außerhalb, nicht vom Sponsor. Wir hatten immer Vertrauen in die Mannschaft», erklärte Godefroot. «Das Rennen hatte keinen Sieger verdient, wir haben beide optimal zusammen gearbeitet», sagte ein trauriger Voigt.

Einer der bestimmenden Fahrer des Rennens über fast 4000 Höhenmeter war Steffen Wesemann, der Winokurow den Weg bereitete. Auf seine Initiative hatte sich nach 30 km eine fünfköpfige Spitzengruppe gebildet. Der Sieger der Flandern-Rundfahrt des vergangenen Jahres, für den das Frühjahr bisher so enttäuschend wie für sein gesamtes T- Mobile-Team verlief, hielt von diesem Quintett am längsten durch. Aber 68 Km vor dem Ziel war es dann doch geschehen: Wesemann wurde von einer Verfolgergruppe gestellt, in der Voigt für Tempo sorgte.

Kurz nach dem Zusammenschluss der Führenden attackierte Wesemanns Team-Kollege Winokurow aus dem Feld und erreichte die neue Spitzengruppe zusammen mit Matthias Kessler (Nürnberg) und anderen. Als Voigt wieder wegsprang, folgte nur Winokurow. Die letzten 54 Kilometer nahmen die beiden als Flucht-Tandem in Angriff und ihr Vorsprung auf rund 35 Verfolger wuchs zunächst schnell. An der Cote de la Redoute verloren die beiden Führenden Zeit, vergrößerten danach aber wieder ihren Vorsprung, den sie schließlich ins Ziel retteten. Im Endspurt hatte der große Kämpfer Voigt gegen Winokurow keine Chance.

Mit dem ältesten Klassiker, der 1894 zum ersten Mal ausgetragen wurde und in Hermann Buse (1930) und Dietrich Thurau (1979) die einzigen deutschen Sieger hatte, geht die Serie der Eintages-Rennen im Frühjahr langsam zu Ende. Der deutsche Klassiker «Rund um den Henninger Turm» am 1. Mai in Frankfurt, der sich bemüht, im kommenden Jahr den ProTour-Status zu erlangen, bildet den Schlusspunkt.

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