"Alles spricht für mich"

Pereiro weist Dopingvorwürfe zurück

19.01.2007  |  Madrid (dpa) - Die Chancen für Andreas Klöden, nach dem vermeintlichen Doping-Fall Pereiro das Gelbe Trikot der Tour de France am Grünen Tisch zu erhalten, sind gering.

«Es gibt keinen, der Freude an dieser Situation hat - wir auch nicht», sagte Klöden-Manager Tony Rominger und machte deutlich, dass im Klöden-Lager kein großes Interesse an einem möglichen Aufrücken besteht. Der spanische Radprofi Oscar Pereiro, im Juli hinter dem des Dopings überführten Floyd Landis (USA) zweiter der Tour vor dem drittplatzierten Klöden, hat die gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe zurückgewiesen. «Das ist ein Missverständnis, da muss es einen Irrtum gegeben haben», sagte der 29-Jährige nach Medienberichten.

Die französische Zeitung «Le Monde» hatte am 18. Januar berichtet, der vorjährige Tour-Zweite sei nach der 14. und 16. Etappe des Rennens positiv auf Salbutamol getestet worden. Pereiro sagte, der Internationale Radsport-Verband (UCI) habe ihm zu therapeutischen Zwecken die Einnahme dieses gegen Asthma verwendeten Mittels ausdrücklich erlaubt.

«Ob zweiter oder Dritter ist mir egal. Ich denke darüber nicht nach. Die Tour 2006 habe ich abgehakt», hatte Klöden zum Auftakt des Trainingslagers seines neuen Teams Astana auf Mallorca erklärt, als er auf die Möglichkeit des Aufrückens von Rang drei auf zwei im Fall der Verurteilung von Landis durch den amerikanischen Verband angesprochen wurde.

Ein UCI-Sprecher bestätigte in der spanischen Presse: «Einen Dopingfall Pereiro gibt es für uns nicht.» Der 29-Jährige erklärte, er hoffe nun auf eine rasche Aufklärung und wolle dann eine Entschuldigung verlangen. «Ich bin wegen dieser Sache genervt, aber zugleich gelassen, denn alles spricht für mich», sagte Pereiro weiter. Er leide an leichtem Asthma und habe das Salbutamol während der gesamten Tour benutzt. Insgesamt zehn Mal sei er kontrolliert worden. Pereiros Arzt Luis Arenas sagte, der Fahrer könne unmöglich positiv getestet worden sein. Dazu sei die verschriebene Dosis viel zu niedrig.

Der Radprofi vom Team Caisse d`Epargne räumte jedoch ein, er habe die von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD verlangten ärztlichen Unterlagen zunächst nicht eingereicht, weil er im Oktober und November im Urlaub gewesen sei. Inzwischen seien die Dokumente eingetroffen, teilte die AFLD mit. Die Anti-Doping-Agentur glaubt, die UCI-Erlaubnis für Pereiro sei medizinisch nicht stichhaltig. Die Ärzte würden die Pereiro-Papiere jetzt prüfen und entscheiden, ob ein Regelverstoß vorliegt oder die medizinischen Gründe für die Einnahme des Asthma-Mittels ausreichen.

Dem Fahrer soll die Einnahme bei den Etappen nach Gap am 17. Juli und La Toussuire am 19. Juli nachgewiesen worden sein. Salbutamol wird als Spray häufig gegen Asthma verwendet, steht aber bei Wettkämpfen auf der Liste verbotener Mittel. UCI-Präsident Pat McQuaid aus Irland wollte sich zu den Vorwürfen gegen Pereiro nicht äußern, stellte aber fest, dass es zwischen der UCI und der französischen Anti-Doping-Agentur «schon häufig unterschiedliche Auffassungen» gegeben habe.

Vor diesem Hintergrund hält die Ungewissheit um den Sieger der Tour 2006 weiter an. Pereiro könnte zum Gewinner erklärt werden, sofern dem ebenfalls positiv getesteten Sieger Floyd Landis der Titel aberkannt wird. Dem Amerikaner war nach der 17. Etappe Testosteron- Doping nachgewiesen worden.

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