Profi-Radsport

WM-Triumph im Zeitfahren

Kupfernagel schreibt Radsportgeschichte

26.09.2007 - (sid/dpa(Ra) - Bei der Straßenrad-WM in Stuttgart hat Hanka Kupfernagel Geschichte geschrieben. Als erste deutsche Radsportlerin holte sie den Titel im Zeitfahren. Die 33 Jahre alte Brandenburgerin siegte über 25,1km Minuten und verwies Titelverteidigerin Kristin Armstrong (USA) und die Österreicherin Christiane Soeder überlegen auf die Plätze.

Auf dem 25,1 Kilometer langen Kurs in Stuttgart schockte die in der ersten Gruppe gestartete Thüringerin mit der Bestzeit von 34:43 Minuten früh die Konkurrenz - musste aber anschließend lange um ihren ersten WM-Titel auf der Straße bangen. «Ich bin zum ersten Mal nach einem Rennen vom Rad gefallen. Die letzten 500 Meter konnte ich nicht mehr denken», sagte Kupfernagel völlig ausgepumpt unmittelbar nach der Zielankunft. «Ich habe alles gegeben. Es war nichts mehr übrig.»

Als die dreifache Cross-Weltmeisterin aus Denzlingen noch bangte, ob ihre Zeit für den Triumph vor der spärlichen Heimkulisse reichen würde, war ihr Trainer und Lebenspartner Mike Kluge schon zuversichtlich: «Sie ist super gefahren. Normalerweise müsste sie eine Medaille gewinnen.» Erst als auch Schluss-Starterin Armstrong bei der letzten Zwischenzeit deutlich hinter ihr lag, glaubte Kupfernagel an den Coup und vergoss erste Freudentränen.

Doch während des Rennens war auch ihr Trainer weniger entspannt, als Kupfernagel in einigen Kurven die Ideallinie verlor und der Funkkontakt abbrach. «Ich konnte ihr keine Anweisungen geben. Da bin ich kurz durchgedreht», sagte Kluge, dem die Olympia-Zweite von Sydney 2000 einen Tag nach seinem 45. Geburtstag das schönste Geschenk machte.Und das, obwohl sie erstmals seit vier Jahren wieder an einer Straßen-WM teilnahm

Die dreimalige Cross-Weltmeisterin aus Werder feierte ein großartiges Straßen-Comeback und kam neun Jahre nach Bronze 1998 zu ihrer zweiten WM-Zeitfahrmedaille. 2000 in Sydney war sie zudem Olympiazweite im Straßenrennen geworden.

Die zweite deutsche Starterin Charlotte Becker (Berlin) kam in 36:58 Minuten nicht unter die Top Ten und belegte den 18. Platz.

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