Vom Dopingthema auch in Australien verfolgt

Armstrong mit uninspirierter Abschiedsvorstellung


Lance Armstrong bei der Tour Down Under Foto: ROTH

23.01.2011  |  Adelaide (dpa/rsn) - Neue Dopinganschuldigungen haben Lance Armstrong bei der 13. Tour Down Under den internationalen Abschied vermiest. Der siebenfache Toursieger wirkte bei seinem letzten Start außerhalb der USA uninspiriert und mürrisch. Nach sechs Etappen über insgesamt 742 Kilometer landete der 39- Jährige mit 6:42 Minuten hinter dem Überraschungssieger Cameron Meyer abgeschlagen auf Platz 67. Eine rauschende Abschiedsfeier sieht anders aus, auch wenn Fans auf selbst gebastelten Plakaten schrieben „Danke für die schönen Erinnerungen“.

Nach dem Tour-Finale in Adelaide, das rund 120.000 Zuschauer am Straßenrand miterlebten, verließ der Texaner nach einem freundlichen Plausch mit dem südaustralischen Premier Mike Rann wortlos den Zielbereich. Vorher hatte die Nachrichtenagentur AP eine sms empfangen, dass Armstrong schweigen würde. In der Heimat werden ihm Juristen schwere Zeiten bereiten - dazu bedurfte es nicht der neuesten Vorwürfe in „Sports Illustrated“. Am Freitag hatte Armstrong getwittert, er freue sich auf seine Verteidigung vor der US-Anti-Doping-Behörde. Da muss er allerdings gesprächiger sein.

Seine internationale Abschiedstour hatte sich Armstrong anders vorgestellt. Die Nervosität war ihm anzumerken. Kontakte zu verdächtigen Ärzten, Klüngeleien mit Dopingfahndern, vertuschte abnorme Testwerte und Zugang zum verbotenen, lebensgefährlichen Medikament HemAssist: Die von der US-Zeitschrift „Sports Illustrated“ erhobenen Vorwürfe hätten dramatischer kaum sein können. Die Zeitschrift beruft sich unter anderem auf eine Quelle, die mit der derzeit laufenden Untersuchung der US-Behörden gegen Armstrong und dessen Ex-Team US Postal vertraut ist. Demnach soll ein Verfahren bevorstehen.

In Australien hatte sich Armstrong, der bei der Kalifornien-Rundfahrt im Mai einen Schlusspunkt unter seine einmalige Karriere setzen will, mit kritischen Reportern angelegt - zu den Vorwürfen selbst schwieg er jedoch. Nach seinem ersten Toursieg 1999 - ein Jahr nach dem verheerenden Festina- Skandal - war der genesene Krebspatient als eine Art Heilsbringer gefeiert worden. Wird die wundersame Armstrong-Story jetzt als große Farce entzaubert?

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