Spanier startet nach Dopingsperre bei der Eneco-Tour

Contador kehrt am Montag ins Peloton zurück


Alberto Contador (Saxo Bank) hat sein Comeback in Sicht. | Foto: ROTH

05.08.2012  |  London/Waalwijk (dapd/rsn) - Alexander Winokurow war der ungewollte Olympiasieger, der Fall Lance Armstrong hält die Radsport-Welt in Atem, und der nächste umstrittene Gast klopft schon wieder an die Tür: Alberto Contador (Saxo Bank-Tinkoff Bank) verliert keine Zeit und gibt am Montag einen Tag nach Ablauf seiner Dopingsperre sein Comeback im Renngeschehen. Die Eneco-Tour in den Niederlanden und Belgien hat sich der Spanier als Vorbereitung auf die am 18. August beginnende Vuelta herausgesucht.

Der ehemalige Benelux-Rundfahrt, die am Montag mit einer 203 Kilometer langen Etappe in Waalwijk beginnt, wird damit die wohl größte Aufmerksamkeit seit der ersten Auflage 1948 zuteil. Der seit Februar gesperrte Contador gibt sich unterdessen als Gast mit Manieren. "Es ist für mich ein ganz spezielles Rennen, dass durch zwei Länder führt, wo der Radsport mehr Anhänger hat als anderswo", sagte der Madrilene brav.

Nach eigener Aussage und den Bildern zufolge, die er auf Twitter veröffentlicht, hat Contador die Monate seiner Sperre zu intensivem Training genutzt. Er hatte sicherlich auch eine Menge Frust abzubauen, nachdem ihm alle Ergebnis seit dem 21. Juli 2010, darunter die Gesamtsiege bei der Tour de France und dem Giro d'Italia aberkannt worden waren.

Es war jener zweite Ruhetag der Tour in Pau, der dem Kletterkönig zum Verhängnis wurde. Contador gab eine Probe ab, in der ihm das verbotene Mittel Clenbuterol nachgewiesen worden war. Die Geschichte von einem verunreinigten Kalbsfilet brachte nicht nur Spaniens Rinderzüchter auf die Palme. Sie fand auch vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne keine Anhänger.

Der Vertrag mit seinem Team wurde aufgelöst, Contador musste Preisgelder zurückzahlen und Anwälte entlohnen. Alles in allem hat dem 29-Jährigen der Fall wohl um die zehn Millionen Euro gekostet. Die muss der mittlerweile nur noch zweimalige Tour-Sieger erstmal wieder einfahren.

Sein Team Saxo Bank-Tinkff-Bank, zu dem Contador trotz zahlreicher Angebote zurückkehrte, hat davon erstmal nichts. Denn die Punkte, die Contador schon in der zur WorldTour zählenden Eneco-Tour einfahren könnte, gehen nicht mit in die Wertung ein. Laut Regelung des Weltverbandes werden die Ergebnisse von zurückkehrenden Dopern erst zwei Jahre nach Ablauf ihrer Sperre wieder berücksichtigt.

Teamchef Bjarne Riis hat in diesem Fall wenig Einsehen. Das sei so, ließ er verlauten, als kehre Lionel Messi nach einer Dopingsperre zum FC Barcelona zurück und seine Tore zählten nicht. Riis will klagen, denn er braucht Contadors Punkte dringend. In der Teamwertung liegt Saxo Bank mit großem Abstand auf dem letzten Platz, womit der Abstieg in die ProContinental-Division droht.

Offiziell würde der große Alberto Contador damit nur noch in der zweiten Liga des Radsports unterwegs sein. "Ich werde motivierter sein, als hätte ich 80 Tage Wettkampf in den Beinen", hatte er unlängst gesagt. Die Zuschauer werden es mit Spannung verfolgen.

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