"Plötzlich ist mein Vorderrad weggerutscht"

Martins Auftakt in die Klassikersaison endet auf dem Asphalt

Von Felix Mattis aus Gent


Tony Martin (Etixx-Quick-Step) | Foto: Cor Vos

28.02.2016  |  (rsn) - Es war der Aufgalopp in die mit Spannung erwartete erste echte Klassiker-Saison des Tony Martin. Doch wie für sein gesamtes Team Etixx-Quick-Step, so lief es auch für den dreifachen Zeitfahr-Weltmeister beim Omloop Het Nieuwsblad nicht rund. Der 30-Jährige stürzte, als er mit seinen Teamkollegen die Verfolgung der letztlich erfolgreichen Spitzengruppe um den späteren Sieger Greg Van Avermaet (BMC) und Weltmeister Peter Sagan (Tinkoff) aufnahm.

"Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht. Plötzlich ist mein Vorderrad weggerutscht", versuchte er den Sturz nach dem Rennen, der verdienten Dusche und einigen Fotos mit seinen zahlreichen belgischen Fans zu erklären. "Ich bin nur den Anderen hinterhergefahren und ich weiß nicht, ob ich einen Pflasterstein falsch erwischt habe oder was der Grund war." Martin musste sein Rad wechseln und konnte zwar weiterfahren, den Anschluss nach vorne aber in der hektischen Finalphase des Rennens nicht mehr herstellen.

"Es ist immer ein harter Sturz, wenn das Vorderrad wegrutscht und ich habe mir etwas wehgetan, aber okay, das ist Rennfahren", so Martin weiter. Während der mit Abschürfungen am hinteren Oberschenkel und zwei Fingern davongekommene Wahl-Schweizer das Rennen nur noch irgendwie zu Ende brachte, kämpften seine Teamkollegen vorne vergebens um den Anschluss an die Spitzenreiter und fuhren ein für die Verhältnisse ihres Teams enttäuschendes Ergebnis ein. Tom Boonen wurde als Elfter bester Quick-Step-Fahrer.

Martin ließ sich durch seinen Sturz nicht aus der Ruhe bringen. "Natürlich bin ich jetzt etwas down", gab er zu, ergänzte aber: "Ich war auf solche Situationen vorbereitet. Natürlich habe ich gehofft, dass es besser läuft, aber ich habe schon vorher gesagt: Selbst wenn etwas schiefgeht, ist das hier nicht der Punkt zu entscheiden, ob mir das Klassikerfahren liegt oder nicht."

Bis ihm das Vorderrad wegrutschte hatte der 30-Jährige einen guten Eindruck gemacht und fuhr vorne im Feld. "Bis zur Rennmitte habe ich mich locker gefühlt. Dann ging der Krieg los, es war ziemlich hektisch - viele Stürze und Stress", sagte er. "Aber ich habe mich gut gefühlt und war bereit, dem Team dabei zu helfen, die Spitzengruppe zurückzuholen. Nach dem Sturz und dem Radwechsel war mein Rennen mehr oder weniger vorbei."

Martin wird am Sonntag nicht bei Kuurne-Brüssel-Kuurne starten. Das Rennen stand allerdings ohnehin nicht in seinem Rennkalender.

Tony Martin im Interview nach dem Omloop Het Nieuwsblad (Englisch):