Tour-Sieger stärkt Sky-Chef Brailsford den Rücken

Froome: “Ich bin wirklich stolz, Teil dieses Teams zu sein“

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Chris Froome (Sky) | Foto: Cor Vos

07.03.2018  |  (rsn) - Chris Froome (Sky) war in der Pressekonferenz am Vorabend von Tirreno - Adriatico ein begehrter Gesprächspartner. Doch kaum einer der Journalisten interessierte sich am Dienstag für sportliche Dinge. Die meisten der Fragen drehten sich um den Abschlussbericht des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Thema "Doping im Sport“, in dem seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Bradley Wiggins und Team Sky der Missbrauch von Medizinischen Ausnahmegenehmigungen zur Leistungssteigerung vorgeworfen wird, sowie um Froomes eigenen Salbutamol-Fall, der auch ein halbes Jahr nach dem positiven Test bei der Spanien-Rundfahrt noch immer nicht aufgeklärt ist.

In der britischen Presse wird bereits über das Ende des Rennstalls spekuliert, die englischsprachige Website cyclingnews.com fordert genau wie der Untersuchungsausschuss des britischen Parlaments zumindest den Rücktritt des umstrittenen Gründers und Team-Managers Dave Brailsford. Doch Froome selber, seit der Sky-Gründung dabei, stärkte dem Waliser demonstrativ den Rücken.

Auf die Frage, ob Brailsford als Hauptverantwortlicher für das Fiasko nicht zurücktreten sollte, antwortete der viermalige Tour-de-France-Gewinner: "Nein. Wie ich schon sagte. Ich bin wirklich stolz, Teil dieses Teams zu sein. Ich wäre nicht hier, wenn ich nicht an die Leute um mich herum glauben würde. Dave B hat all diese Leute zusammengebracht und wir sind eine fantastische Gruppe", sagte der Brite.

Wie bereits zuvor Wiggins und das Sky-Management dementierte Froome die massiven Beschuldigungen, die im Bericht des britischen Parlamentsausschusses vorgebracht wurden - darunter die, das einer ausgewählten Gruppe von Fahrern vor großen Rennen Kortikosteroide zur Gewichtsabnahme verabreicht worden seien. "Das ist absoluter Quatsch, ich habe diese Anschuldigung gesehen, aber nein, das ist kompletter Mist“, so der 32-Jährige.

Auch den angeblichen Einsatz von Triamcinolon, das Wiggins im Jahr 2012, in dem er als erster Brite die Tour de France gewann, mit einer Medizinischen Ausnahmegenehmigung (Therapeutic Use Exemption, TUE) zu sich nahm, bestritt Froome. "Ich habe so etwas noch nie gesehen, das ist nicht meine Erfahrung im Team." Darüber, dass sein Landsmann das Mittel - offiziell aus medizinischen Gründen wegen einer Asthmaerkrankung - verwendete, habe er "auch durch die Medien erfahren, ich wusste nicht, dass Bradley es benutzt."

In seinem eigenen, sich bereits über Monate hinziehenden Fall hatte Froome nichts Neues mitzuteilen. Und es deutet wenig darauf hin, dass in nächster Zeit Bewegung in die Angelegenheit kommen könnte. Wie Froomes Worten zu entnehmen war, könnte sich die Angelegenheit sogar noch bis zur Frankreich-Rundfahrt in der Schwebe befinden. "Wie gesagt, ich arbeite, so hart ich kann, um bis dahin alles gelöst zu bekommen, und hoffe, dass das der Fall sein wird. Ich tue alles, um das so schnell wie möglich zu lösen", sagte der Sky-Kapitän, der unbeirrt von aller Kritik an ihm und seinem Team zunächst den Giro d’Italia fest im Blick hat.

Auf dem Weg dorthin soll ihm Tirreno - Adriatico eine weitere Standortbestimmung liefern, nachdem die Andalusien-Rundfahrt im Februar, die er auf Rang zehn beendete, gezeigt hat, dass auf den 32-Jährigen noch viel Arbeit zukommt. Zwar wolle er "versuchen“, die Fernfahrt zu gewinnen. Zu den Favoriten beim "Rennen zwischen den Meeren" zählt er sich aber offensichtlich nicht. "Ich fühle mich noch nicht in Bestform, ich arbeite mit Blick auf den Giro hart und hoffe, dort in Bestform zu sein“, nannte Froome seine Prioritäten.

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