13 rsn-Tips zum Rennradfahren im Winter

Mit dem Renner durch Eis und Schnee

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| Foto: @benScruton

29.11.2023  |  (rsn) - Leise rieselt er momentan in weiten Teilen Deutschlands, der Schnee... Rechtzeitig zum Beginn der Weihnachtszeit am Sonntag hat er also zugeschlagen, der Winter. Aber nicht alle Sportlerinnen und Sportler sind begeistert: Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schnee allerorten locken selbst eifrige Radler/innen eher selten hinter dem Ofen hervor.

Immer nur im Keller auf der Rolle kurbeln ist aber auch bald langweilig... Was ist bei eisigen Tagestemperaturen zu beachten, wenn man trotzdem auf den Renner will? radsport-news.com hat die wichtigsten Tips zum Radfahren im Winter zusammengestellt.

Viele Rennradfahrer steigen im Winter auf das Gravel- oder Mountainbike um. So muss man nicht auf den oft zugigen, ungeschützten Teerstraßen bleiben, sondern fährt besser auf windgeschützen Waldwegen. Dort ist untergrundbedingt zudem das meist Tempo niedriger, und der "Chill-Faktor", die gefühlte Kälte, sinkt durch weniger Fahrtwind nochmals.

Generell gilt: einen Gang runterschalten! Und am besten nur durch die Nase atmen, dann wird die Luft schon vorgewärmt. Wer bei diesen Temperaturen stark schwitzt, tut seinem Körper keinen Gefallen, da er schneller auskühlt. Zudem sollten Ausfahrten nicht über zwei bis zweieinhalb Stunden dauern. Wenn man länger unterwegs ist, sinkt die Körpertemperatur zu stark - außer man fährt in Ski-Klamotten. Aber wer will das schon...

Stichwort Kleidung. Hier hilft das bekannte Zwiebel-Prinzip: mehrere dünne Schichten übereinander. Aber keine Baumwolle! Ist so ein Trikot durchgeschwitzt, wird es so schnell nicht mehr trocken. Und das ist bei Temperaturen um Null Grad nicht nur äußerst unangenehm, sondern auch ziemlich ungesund, vor allem am Unterleib.

Die derzeitigen Temperaturen können bis zu vier Schichten nötig machen: Funktions-Unterhemd, Kurzarm-Trikot, Langarm-Trikot, Windstopper-Jacke. Wer mag, kann statt des kurzärmeligen Trikots darunter über das Langarm-Leiberl eine Weste tragen. Die letzte Lage sollte auf jeden Fall eine Windstopper-Funktion haben, mindestens im Brust-Bereich, am besten auch am Unterleib.

Der Vorteil des Zwiebel-Prinzips: Wenn es zu warm wird, kann man problemlos eine Schicht ablegen. Weil das dann nicht immer in die Trikot-Tasche passt, ist es praktischer, einen kleinen Rucksack mitzunehmen.

Viele Winter-Radler ziehen unter die lange Hose noch eine kurze Radhose an, wenn nur letztere ein Sitzpolster hat. Wenn die lange Hose aber keine Windstopper-Ausrüstung hat, zieht es dann meist doch recht bald, vor allem an den empfindlichen Weichteilen.

Die Abhilfe: Entweder noch eine atmungsaktive Regenhose als letzte Schicht, oder eine Windstopper-Unterhose (gibt's zB von Odlo). Einfach ein bis zwei Nummern größer kaufen, und als letzte Schicht drüberziehen. Stoppt den Wind genauso, und ist deutlich preiswerter als eine lange Radhose mit gleicher Ausrüstung. Wer empfindliche Knie hat, zieht über die lange Radhose noch ein paar Knielinge drüber.

Für warme Hände sind gut gefütterte, und vor allem winddichte Handschuhe wichtig. Passionierte Winter-Rennradler schwören auf Motorrad-Handschuhe: Die sind noch wärmer als die üblichen Rad-Winter-Handschuhe - und meist auch preiswerter.

Auch Fäustlinge sind besser, da sich die Finger gegenseitg wärmen. Allerdings ist damit das Brems-Gefühl etwas eingeschränkt. Deshalb gibt es mittlerweile auch Drei-Finger-Handschuhe (zB von Roeckl), die den Zeigefinger beweglicher machen.

Gefütterte Winter-Radschuhe sind derzeit unverzichtbar. Wer öfters in der kalten Jahreszeit unterwegs ist, sollte sie sich auf jeden Fall leisten, denn Neopren-Überschuhe allein sind bei den momentanen Temperaturen auf Dauer zu kalt. Und für den beliebten Zwei-Socken-Trick sind die meisten Sommer-Radschuhe zu eng.

Auf jeden Fall hilfreich: eine isolierende, wärmende Einlege-Sohle - auch bei Winterschuhen. Das Klick-Pedal ist nämlich eine Wärmebrücke, das die Kälte in den Schuh bringt, bzw die Körperwärme des Fußes nach außen ableitet. Wer's gern ganz warm hat, steckt sich ein "Hot Pack" (Wärme-Gel) unter die Socken. Soll drei bis vier Stunden vorhalten.

Auf den Kopf muss eine Windstopper-Helmmütze. Achten Sie darauf, dann den Helm neu anzupassen, damit er nicht zu hoch auf dem Kopf sitzt. Sonst hilft er bei einem Sturz (der im Winter schnell passiert ist) nur wenig. Wer über den Helm noch eine Regenhülle zieht, dazu noch ein zusätzliches Stirnband und eine Gesichtsmaske (etwa von Gore), dürfte am Kopf - über den der Körper die meiste Wärme verliert - kaum noch frieren.

Für den Hals- und Nacken-Bereich haben sich zusätzliche "Wärme-Schläuche" bewährt, auch bekannt als "Mufutu" (Multi-Funktions-Tuch), am besten aus Fleece oder Merino, idealerweise mit Windstopper vorne. Auch komplette Sturmhauben halten Gesicht und die empfindliche Nacken-Partie warm.
Dann kann's ja losgehen - radsport-news.com wünscht eine angenehme Ausfahrt...

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