Lange Saison fordert ihren Tribut

Reichen Evenepoels Batterien noch für Il Lombardia?

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| Foto: Cor Vos PRÜFEN

09.10.2024  |  (rsn) – Nicht nur Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) kann auf eine herausragende Saison zurückblicken. Auch Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) fuhr auf höchstem Niveau, was nicht nur bisher neun Siege, sondern auch sein dritter Platz beim Tour-Debüt beweisen. Der Belgier wurde außerdem in Paris-Doppel-Olympiasieger und verteidigte bei der Straßen-WM in Zürich seinen Titel im Einzelzeitfahren.

Im Straßenrennen war aber auch er chancenlos gegen die 100-Kilometer-Attacke von Pogacar und verpasste als Fünfter knapp die Bronzemedaille. Während sich der Slowene auch nach der WM noch in Topform präsentiert, läuft es bei den bisherigen italienischen Herbstklassikern für Evenepoel nicht mehr rund. “Ich habe das Gefühl, dass die Batterien allmählich leer werden“, sagte der 24-Jährige vor der Coppa Bernocchi, die er auf Rang 53 beendete.

Bereits zuvor hatte Evenepoel beim Giro dell’Emilia, den Pogacar nach einer weiteren beeindruckenden Solofahrt für sich entscheiden konnte, im Dauerregen vorzeitig vom Rad steigen müssen. “Er ist weit von der Spitze entfernt. Das sehen wir auch. Man merkt deutlich, dass er am Limit ist“, urteilte sein Sportdirektor Klaas Lodewyck im Ziel gegenüber Het Laatste Nieuws und kündigte am vergangenen Wochenende an: “Jetzt gilt es, sich gut zu erholen und abzuwarten, was sich in den nächsten Tagen ergeben wird.“

Bei Tre Valli Varesine ergab sich noch nichts, weil das Rennen aufgrund des Dauerregens in der Lombardei nach 60 Kilometern abgebrochen werden musste. Vielleicht kommt das Evenepoel mit Blick auf Il Lombardia, wo er seinen 61. und letzten Renntag der Saison absolvieren wird, sogar zugute, da er so unerwartet etwas mehr Zeit zur Erholung gewann.

Zum Saisonabschluss jedenfalls will sich das Team nach Angaben von Sportdirektor Daniele Bramati nochmals von seiner besten Seite präsentieren, auch wenn der Italiener andeutete, dass sein Kapitän wohl nicht für den Sieg in Frage kommt. “Wir starten nicht als große Favoriten, aber wir wollen ein gutes Rennen fahren […] und ein solides Ergebnis erzielen“, so Bramati in einer Pressemitteilung seines Teams.

Reicht es zu mehr als einem “soliden Ergebnis“?

Zudem zieht Evenepoel im direkten Lombardei-Vergleich mit Pogacar den Kürzeren. Während er bei bisher drei Starts lediglich im vergangenen Jahr als Neunter unter die Top Ten kam, stand Pogacar bei genauso vielen Teilnahmen jeweils ganz oben auf dem Podium. Am Samstag ist der 26-Jährige wieder haushoher Favorit, auch wenn bei der 118. Ausgabe Evenepoel auf ein ähnlich starkes Team bauen kann wie der Titelverteidiger.

Mit dem Italiener Fausto Masnada etwa ist der Dritte von 2022 mit dabei. Hinzu kommen die Belgier Ilan Van Wilder – Platz 13 vor zwei Jahren – und Mauri Vansevenant – 2022 auf Rang 20 – und Peter Serry. Zu den starken Kletterern gehört auch der junge Kolumbianer William Junior Lecerf, der im vergangenen Jahr die U23-Ausgabe von Il Lombardia gewann. Komplettiert wird das Aufgebot von Allrounder Mattia Cattaneo, der die Lombardei-Rundfahrt 2018 ebenfalls schon einmal in den Top 20 beenden konnte.

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