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13.04.2025 | (rsn) – Der dritte Roubaix-Sieg in Folge, nach Mailand-Sanremo der zweite Monument-Sieg des Jahres, insgesamt hat Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) deren acht, womit er wieder mit Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) gleichgezogen ist – man könnte meinen, es war ein perfekter Sonntag für den Niederländer. Trotzdem gab es auf der Pressekonferenz viel zu besprechen, was die Stimmung drückte; vom kleinen Malheur des verlorenen Powermeters bis hin zum Flaschenwurf, eines Zuschauers gegen seinen Kopf der wohl gerichtliche Folgen haben wird.
Der Zwischenfall, der sich 33,1 Kilometer vor dem Ziel ereignete, sorgte international für Entsetzen. Ein Zuschauer versteckte sich im Sektor Templeuve in der zweiten Reihe. Von dort aus schaffte er es aber, gezielt eine Flasche Richtung Kopf von van der Poel zu werfen, der mit voller Geschwindigkeit übers Kopfsteinpflaster raste. "Es war eine volle Flasche, aber es fühlte sich an, als würde ein Stein auf mein Gesicht fliegen“, erinnerte sich der 30-Jährige, der sich auf dem Rad hielt und scheinbar unbeeindruckt sein Rennen fortsetzte. Doch im Gespräch mit Sporza machte er seinem Ärger Luft: “Das war versuchter Totschlag. Wenn sie meine Nase trifft, ist die gebrochen.“
___STEADY_PAYWALL___Auch wenn die Szene keine direkten Folgen hatte, will van der Poel es nicht dabei belassen. “Wir werden dagegen sicherlich gerichtlich vorgehen. Es ist nicht zu akzeptieren, auch nicht, wenn du bespuckt oder mit Bier überschüttet wirst", so der Alpecin-Profi, der diese Beispiele nicht zufällig wählte. Letztes Jahr wurde er auf dem Weg ins Vélodrome André Petrieux mit einer Mütze beworfen, beim E3 Prijs Harelbeke wurde er noch vor zwei Wochen bespuckt, und im Dezember 2023 spuckte er beim Weltcup-Cross in Hulst selbst auf Zuschauer, die ihn zuvor mit Bier und Urin übergossen haben sollen.
Das Podium von Paris-Roubaix 2025 | Foto: Cor Vos
Interessantes Detail: Sowohl in Hulst als auch in Harelbeke und in beiden Ausgaben der Hölle des Nordens fuhr van der Poel letztendlich als Sieger ins Ziel. Der Erfolg vom Sonntag war dabei ein historischer, denn seit Francesco Moser 1980 hatte kein Fahrer dreimal in Serie Paris-Roubaix für sich entscheiden können. "Dreimal zu gewinnen ist schon sehr speziell. Das erwartest du nicht, wenn du beginnst und in Roubaix brauchst du auch Glück. Es ist aber alles andere als selbstverständlich", urteilte der amtierende Querfeldein-Weltmeister in der Sieger-Pressekonferenz mit.
Neben dem Flaschenwurf traf van der Poel auf dem Weg in die Geschichtsbücher noch auf weitere Hürden, die glücklicherweise weniger gefährlich, schmerzhaft und ernst waren – wie zum Beispiel eine verlorene und beschädigte Apparatur: “Ich hatte nach Mons-en-Pévèle keinen Powermeter mehr. Ich wusste die Abstände auch nicht, weil der Funk nicht funktionierte. Das hat es sehr schwierig gemacht“, klagte van der Poel, der im Finale auch noch einen Platten hatte und dabei nicht mit seinem Sportlichen Leiter kommunizieren konnte. Da sein Vorprung auf Popgacar aber schon groß genug war, fiel der Radwechsel nicht ins Gewicht.
Van der Poel wurde im Ziel von seiner Partnerin erwartet. | Foto: Cor Vos
Seinen Roubaix-Sieg im Weltmeistertrikot letzte Saison schätzte der Alpecin-Kapitän höher ein als den Triumph dieses Jahr – und das lag nicht nur an der Kleidung. “Da fühlte ich mich am besten. Am Ende habe ich fast jeden Stein perfekt erwischt. Wenn man schneller ist, dann fühlt es sich an, als würde man über das Pflaster fliegen. Das war heute nicht so", verglich er seine letzten beiden Erfolge. Nach überstandener Krankheit waren die Beine aber schon wieder besser als noch vor Wochenfrist in Flandern. “Die Krankheit war nicht ideal, aber es lief von Tag zu Tag besser und ich bin glücklich, die Klassikersaison mit einem Sieg abzuschließen."
Wie es für van der Poel genau weitergeht, wollte oder konnte er noch nicht sagen. "Ich habe keine Rennpläne. Roubaix war das letzte Rennen in diesem Block. Ich werde kein Amstel Gold Race bestreiten", verriet er. Sein Teammanager Philip Roodhooft wurde im Eurosport-Interview nur ein wenig konkreter. “Mathieu hat jetzt eine Pause. Normalerweise macht er jetzt ein bisschen Mountainbike und dann die Tour de France. Aber wir reden lieber nicht über das, was kommen wird. Wir genießen lieber den Moment“, erzählte der Belgier.
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