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28.08.2026 | (rsn) – Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) hat die 7.Etappe der 81. Vuelta a Espana gewonnen. Für den Norweger und sein Team war der Sieg an der Bergankunft in Aramón Valdelinares in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes.
Die Equipe fuhr nach dem Tod des norwegischen Königs Harald mit Trauerflor und gewann dann beim Debüt bei der Spanien-Rundfahrt eine Etappe – und damit ein Teilstück bei jeder Grand Tour des Jahres. Der 27-jährige Leknessund konnte sich nach vier zweiten Plätzen beim Giro d’Italia endlich auf dem Podium feiern lassen. Landsmann und Teamkollege Tobias Halland Johannessen wurde mit 33 Sekunden Zweiter und machte den Doppelsieg für die Skandinavier perfekt.
“Es ist schwer, Worte zu finden“, sagte der Sieger im Anschluss an die Etappe im Flash-Interview. “Ich habe nicht erwartet, dass es so emotional wird. Es sind so viele Emotionen. Ich habe wirklich lange dafür gekämpft. Es bedeutet mir sehr viel.“ Leknessund hob auch die exzellente Teamarbeit und seinen Mannschaftskollegen Johannessen noch einmal hervor: “Ich glaube, er war der beste Kletterer in der Gruppe. Unser Ziel war es, dass einer von uns am letzten Anstieg von unten weg eine Lücke hatte. Er hat mein Hinterrad losgelassen und hat mir im Endeffekt den Sieg überlassen. Ich bin sehr stolz und dankbar.“
Leknessund initiierte schon zu Beginn der Etappe eine Ausreißergruppe mit Wout van Aert (Visma – Lease a Bike). Die beiden bildeten schließlich mit Johannessen, Eddie Dunbar (Pinarello – Q36.5) und Alexey Lutsenko (NSN) ein Quintett, das den Tag bestimmte. Van Aert konnte Leknessund sieben Kilometer vor dem Ziel nicht mehr folgen und wurde mit 47 Sekunden Rückstand Dritter.
Dafür übernahm er das Grüne Trikot, das er an diesem Tag nur stellvertretend für Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) getragen hatte. Zwei Punkte Vorsprung hat der Belgier nun auf den Slowenen.
Dieser überließ den Ausreißern den Tag und kontrollierte mit seinem Teamkollegen nur das Tempo im Feld. So komplettierten weitere Ausreißer aus einer Verfolgergruppe die Top Fünf: Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) und Juan Felipe Rodriguez (EF Education – EasyPost). Erst am Schlussanstieg wurde es für die Favoriten ernst. Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) und sein Team übernahmen das Kommando, der Österreicher schüttelte schließlich alle Kontrahenten ab – bis auf Pogacar und Enric Mas (Movistar).
Der Mann im Roten Trikot erwies sich dann erneut als der stärkste Fahrer. Er erreichte das Ziel als 19. mit 4:23 Minuten Rückstand, Gall verlor sechs Sekunden gegenüber Pogacar, Mas weitere zehn. 29 Sekunden hinter dem Mann in Rot überquerten Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe), Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) und Oscar Onley (Netcompany – Ineos) im Weißen Trikot die Ziellinie.
Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) verloren 1:30 Minuten auf Pogacar und waren die Verlierer des Tages unter den Klassementfahrern. Der Weltmeister hat in der Gesamtwertung nun 3:50 Minuten Vorsprung auf Mas und 4:50 Minuten auf Roglic, Gall verbesserte sich auf Rang vier und liegt nur noch elf Sekunden hinter dem Podium.
Deutsche Fahrer konnten sich nicht in Szene setzen, auch wenn Marco Brenner (Tudor) Teil der Verfolgergruppe des Tages war. Sein Teamkollege Hannes Wilksch wurde 52. und damit bester Deutscher, Emanuel Buchmann (Cofidis) liegt in der Gesamtwertung auf Platz 37. Für die Österreicher läuft es besser. Im Schatten von Gall liegt auch Gregor Mühlberger als Zehnter nun in den Top Ten.
Pogacar verteidigte auch erwartungsgemäß das Bergtrikot, das auf der 8. Etappe ersatzweise Leknessund tragen darf. Für ihn und sein Team war es ein denkwürdiger Tag. Johannessen stellte selbstlos seine eigenen Ambitionen hinten an: “Heute ging es nur um den Sieg als Team“, erklärte der Norweger. “Ich kenne Andreas sehr gut und er hat den Sieg genauso verdient wie ich. So ist es, wenn man als Team zusammenarbeitet und ich bin superstolz darauf, wie wir heute gefahren sind. Andreas war auch super stark heute und es ist etwas ganz besonderes, gerade mit dem, was zuhause in Norwegen los ist."
Oscar Onley (Netcompany – Ineos) bleibt in der Nachwuchswertung vorn. Die Decathlon-Equipe vergrößerte ihren Vorsprung in der Teamwertung.
Noch 178 Profis nahmen in Vall d'Alba das siebte Teilstück dieser Vuelta a Espana in Angriff. Zu bewältigen waren fast 3.700 Höhenmeter, wobei fünf Bergwertungen im Programm standen. Die schwerste war die Schlusssteigung, die über zehn Kilometer zum Ziel auf fast 2.000 Metern Höhe führte. Quasi mit dem Startschuss ging van Aert in die Offensive. Dem stellvertretend für Pogacar im Grünen Trikot fahrenden Belgier folgten auf zunächst flachem Terrain der Niederländer Milan Vader (Pinarello - Q36.5) und Leknessund.
Eine vierköpfige Verfolgergruppe um den Deutschen Hannes Wilksch (Tudor) wurde vom Feld nach rund 20 Kilometer wieder gestellt. Mehrere Teams waren mit der Situation aber nicht zufrieden und machten weiter Jagd auf die Spitzengruppe, aus der Vader früh herausfiel. Dahinter folgten immer wieder Attacken, ehe sich im ersten Anstieg des Tages eine rund 20-köpfige Verfolgergruppe um Johannessen, Marco Brenner (Tudor), Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick-Step) und Pello Bilbao (Bahrain Victorious) bildete.
Im Feld kehrte erst nach 50 Kilometern Ruhe ein, dagegen attackierten aus der Verfolgergruppe heraus Johannessen, Alexey Lutsenko (NSN) sowie Eddie Dunbar (Pinarello – Q36.5) und schlossen kurz vor der Bergwertung der 2. Kategorie, die Leknessund für sich entschied, zur Spitze auf. Rund 40 Sekunden später folgten Brenner & Co., der Rückstand des Feldes betrug rund 2:30 Minuten – und wuchs danach weiter an, weil UAE kein Interesse daran hatte, die Ausreißer einzufangen.
Das Streckenprofil der 7. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
Auch der Rückstand der ersten Verfolgergruppe, zu der aus dem Feld drei weitere Fahrer aufgeschlossen hatten, wurde größer, weil Leknessund an der Spitze für seinen Teamkollegen Johannessen arbeitete und sich so kampflos auch die zweite Bergwertung (3. Kat.) sicherte. Die zweite, fast nur noch bergauf führende Rennhälfte nahm die Fünfergruppe mit rund eineinhalb Minuten Vorsprung auf die uneinigen Verfolger in Angriff. Die Schere zum Feld ging sogar auf fast fünf Minuten auf.
Nach einer Tempoverschärfung durch Bilbao, der sich in den Dienst seines jungen Teamkollegen Jakob Omrzel stellte, schrumpfte der Rückstand zum Quintett von fast zwei auf nur noch eine Minute. Der wuchs dann aber wieder an, weil van Aert, den Zwischensprint fest im Blick, sich vor die Spitzengruppe spannte. In der Folge fielen einige der Verfolger zurück, darunter auch Brenner, der 34 Kilometer vor dem Ziel wieder im Feld verschwunden war.
Acht Kilometer später sicherte sich van Aert den Zwischensprint und reduzierte damit seinen Rückstand gegenüber Pogacar in der Punktewertung um 20 auf nur noch 13 Zähler. Der Vorsprung auf die noch 16 Verfolger betrug hier eineinhalb Minuten, das Feld erreichte rund sieben Minuten später den Zwischensprint.
Im elf Kilometer langen vorletzten Anstieg des Tages versuchten zunächst Paret-Peintre und dann Ivan Sosa (Equipo Kern Pharma) sowie Léo Bisiaux (Decathlon - CMA CGM) vergeblich, sich abzusetzen. Vorne führte van Aert 13 Kilometer vor dem Ziel die Spitzengruppe über die Bergwertung der 2. Kategorie – allerdings betrug da der Vorsprung nur noch eine Minute, weil Paret-Peintres Teamkollege Filippo Zana das Tempo hochgeschraubt hatte.
Leknessund löste sich 7,5 Kilometer vor dem Ziel von seinen Begleitern, die nun von den beiden Kolumbianern Sosa und Juan Felipe Rodriguez (EF Education – EasyPost) gejagt wurden. Leknessunds Sieg geriet aber nicht mehr in Gefahr, eine halbe Minute hinter ihm sorgte Johannessen für einen Uno-X-Doppelsieg, nachdem er van Aert im Finale abgeschüttelt hatte. Der Belgier konnte als Dritter jedoch das Grüne Trikot erobern.
Im Feld erhöhte Decathlon das Tempo, wobei Galls Landsmann Gregor Mühlberger eine weitere starke Vorstellung zeigte und gemeinsam mit Matthew Riccitello die Gruppe auf schließlich nur noch acht Fahrer dabei waren. Herausgefallen war unter anderem Lidl-Trek-Kapitän Skjelmose und auch Carapaz, zuletzt Bergkönig der Tour de France.
Als Gall schließlich attackierte, konnten nur noch Pogacar und Mas folgen. Dann machte der Mann im Roten Trikot Ernst und fuhr sich auf den letzten 1,5 Kilometern noch einen kleinen Vorsprung auf Gall und Mas heraus, um so einen Vorsprung im Gesamtklassement um einige weitere Sekunden auszubauen.
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