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27.08.2026 | (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat bei der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) seinen bereits dritten Tagessieg eingefahren. Der Weltmeister sicherte sich die 6. Etappe über 177,4 Kilometer zwischen Alcossebre und Castelló im Sprintduell souverän vor dem Spanier Enric Mas (Movistar), der Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) vom zweiten Platz der Gesamtwertung verdrängte.
46 Sekunden hinter dem Spitzenduo holte sich der Niederländer Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) im Sprint einer fünfköpfigen Verfolgergruppe den dritten Platz vor dem Ecuadorianer Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) und dem Kolumbianer Harold Tejada (XDS – Astana). Der Österreicher Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) wurde Tagessechster vor dem zeitgleichen Roglic.
Im Flash-Interview zeigte sich Pogacar beeindruckt von der Vorstellung des dreimaligen Vuelta-Gesamtzweiten Mas, der sich als einziger seiner Konkurrenten nicht abschütteln ließ. “Ich war echt überrascht am Gipfel, da flog er wie eine Rakete an mir vorbei, damit habe ich nicht gerechnet, weil ich im Radio gehört habe, ich hätte 40 Sekunden Vorsprung“, erzählte der Slowene, der rund vier Kilometer zuvor aus dem kleinen Feld heraus attackiert hatte. “Dann war es gut, weil ich mir sicher war, dass er die Abfahrt kennt und im Gegenwind auf den letzten zehn Kilometern war es auch gut, ihn dabei zu haben. Ich hatte kein Wasser mehr. Ich wusste, dass ich ihn im Sprint schlagen kann, aber Hut ab vor ihm, dass er bis zum Ende voll gefahren ist. Es war ein tolles Rennen."
Dazu trug maßgeblich der Movistar-Profi bei, der sich bei dieser Vuelta bereits früh in Topform präsentiert. ”In Andorra konnte ich noch nicht folgen, heute hat es geklappt. Es war sehr heiß heute. Im Sprint konnte ich nichts mehr entgegensetzen, das hat man gesehen. Pogi ist eben Pogi“, sagte der 31-jährige Mas gegenüber Eurosport und fügte an: “Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir Tag für Tag schauen müssen und jetzt bin ich Zweiter in der Gesamtwertung. Ich fühle mich sehr gut und von Tag zu Tag besser.“
Im Gesamtklassement liegt Pogacar nun 3:34 Minuten vor Mas und bereits 4:21 Minuten vor seinem slowenischen Landsmann Roglic. Carapaz (+4:50) rückte von Platz sechs auf Rang vier vor, auch Gall machte zwei Positionen gut und ist neuer Fünfter vor dem US-Amerikaner Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike / +5:36), der vom vierten auf den sechsten Platz zurückfiel.
Pogacar führt auch weiterhin die Punkte- und die Bergwertung an, der Brite Oscar Onley (Netcompany – Ineos) behauptete das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers, rutschte im Klassement aber auf Rang sieben ab, wogegen Debruyne vom zwölften auf den achten Platz vorrückte und dabei den Dänen Mattias Skjelmose (Lidl – Trek) auf den neunten Platz verdrängte.
Keinen guten Tag erwischte Marco Brenner (Tudor). An seinem 24. Geburtstag stürzte der Gewinner der Polen-Rundfahrt, konnte sich aber mit Hilfe seiner Teamkollegen jedoch nochmals in das Feld zurückkämpfen. Im schweren Finale verlor Brenner dann aber endgültig den Anschluss und fiel so im Gesamtklassement vom 15. auf den 35. Platz zurück. Damit liegt er zwei Positionen vor Emanuel Buchmann (Cofidis). Bester deutscher Fahrer des Tages war Brenners Teamkollege Hannes Wilksch, der 5:32 Minuten hinter Pogacar auf Rang 28 das Ziel erreichte.
Vier schwere Anstiege – davon einer der 1. Kategorie – standen im Programm des sechsten Vuelta-Tages, der mit einem Feuerwerk an Attacken begann. Allerdings blieben die lange Zeit erfolglos, so dass sich am Puerto de la Serratella (2. Kat.), dem ersten der vier kategorisierten Anstiege des Tages, der Kolumbianer Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) aus dem Feld heraus die maximal möglichen fünf Zähler sicherte. In dieser Phase gab Joshua Tarling (Netcompany – Ineos), dessen jüngerer Bruder Tarling vor zwei Wochen bei einem Unfall auf der 8. Etappe der Portugal-Rundfahrt ums Leben gekommen war, die Spanien-Rundfahrt auf.
Am Coll de la Bandereta (3. Kat.) schloss Buitrago dann zu George Bennett (NSN), Andreas Kron (Uno-X Mobility) und Gijs Leemreize (Picnic – PostNL) auf, die sich nach 67 Kilometern abgesetzt hatten. Der Kolumbianer sicherte sich auf die zweite Bergwertung des Tages, ehe eine Verfolgergruppe um Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) aufschließen konnte.
Auch im Feld kehrte keine Ruhe ein, wobei das Rote Trikot mit mehreren Helfern sich kurzzeitig absetzen konnte, 90 Kilometer vor dem Ziel bei Gegenwind aber wieder gestellt wurde. Erst danach ließ UAE die nunmehr 16-köpfige Spitzengruppe ziehen, zu der auch der spanische Routinier Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Wilksch als einziger Deutscher und der Österreicher Patrick Konrad (Lidl – Trek) gehörten.
Das Streckenprofil der 6. Etappe der Vuelta a Espana | Foto: Veranstalter
83 Kilometer vor dem Ziel stürzte Geburtstagskind Brenner und musste von mehreren Teamkollegen mit einer kräftezehrenden Aufholjagd ins Feld zurückgebracht werden. Derweil wuchs der Vorsprung der Ausreißer auf rund 2:30 Minuten an. In Benicassim holte sich van Aert 57 Kilometer vor dem Ziel kampflos den Zwischensprint und damit 20 Zähler im Kampf um das Grüne Trikot. Im danach folgenden Anstieg zum Alto del Desierto de las Palmas (2. Kat.) fiel der Belgier aus der Spitzengruppe heraus, die dann weiter schrumpfte, wobei auch Konrad und Wilksch den Anschluss verloren.
In einem hart umkämpften Duell setzte sich am Bergpreis der Spanier José Manuel Díaz (Burgos - Burpellet – BH) gegen Buitrago durch und ließ sich so fünf Punkte gutschreiben. Das von UAE angeführte Feld nahm gut zwei Minuten hinter den Ausreißern, zu denen bis auf van Aert wieder alle abgehängten Fahrer aufgeschlossen hatten, die Abfahrt in Angriff. Lange hatte diese Konstellation aber nicht Bestand. Bilbao führte 30 Kilometer vor dem Ziel die Spitzengruppe in den Puerto El Bartolo (1. Kat.) hinein, zugleich hatte UAE den Rückstand des Feldes auf nur noch rund eineinhalb Minuten reduziert.
Schon im unteren Teil des neun Kilometer langen und sieben Prozent steilen letzten Anstieg des Tages fiel die Spitzengruppe durch einer Attacke von Andreas Kroon (Uno-X Mobility) auseinander. Nach einer letzten Tempoverschärfung durch seinen Teamkollegen Pablo Torres übernahm Pogacar vier Kilometer vor der Bergwertung die Spitzenposition, schüttelte innerhalb kurzer Zeit alle seine Konkurrenten ab, um auf dem nun folgenden Gravel-Sektor mit Ramses Debruyne (Alpecin – Premier Tech) 24 Kilometer vor dem Ziel auch den letzten der Ausreißer hinter sich zu lassen.
Kurz vor der letzten Bergwertung des Tages schaffte dann aber Mas überraschend wieder den Anschluss an den fünfmaligen Toursieger und sicherte sich sogar den Bergpreis vor Pogacar. Rund eine halbe Minute hinter dem Spitzenduo folgten Roglic, Gall und Debruyne sowie Carapaz und Tejada, die einige Sekunden dahinter fuhren. In der technisch anspruchsvollen Abfahrt versteuerte sich Pogacar und konnte nur mit Mühe einen Sturz vermeiden. Auf den letzten neun flachen Kilometern behaupteten die beiden Ausreißer ihren Vorsprung, während fünf Kilometer vor dem Ziel Carapaz und Tejada zur Roglic-Gruppe aufschlossen.
In einem langgezogenen Sprint von der Spitze weg holte sich Pogacar schließlich souverän seinen dritten Etappensieg vor Mas. Mit deutlichem Rückstand sicherte sich der starke Debruyne den dritten Platz vor Carapaz, Tejada, Gall und Roglic.
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