Trotz aller Erfolge gibt es immer neue Träume

UAE-Boss Fernandez will Visma-Errungenschaft jagen

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "UAE-Boss Fernandez will Visma-Errungenschaft jagen"
UAE-Teammanager Joxean Fernandez, bekannt als ´Matxin´. | Foto: Cor Vos

05.11.2026  |  (rsn) – Das Team UAE – Emirates – XRG beendet 2026 die Saison zum vierten Mal in Folge an der Spitze der Weltrangliste. Mit 78 Saisonsiegen durch 20 verschiedene Fahrer war der Rennstall um Tadej Pogacar auch in diesem Jahr wieder die bei weitem erfolgreichste Mannschaft und es scheint auch kein Ende dieser Dominanz in Sicht. Das wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass UAE 2026 durchaus auch vom Pech verfolgt war. Immerhin zogen sich 18 der 30 Fahrer des Teams im Saisonverlauf einen Knochenbruch zu.

Trotz aller bereich gefeierten Erfolge findet Team-Manager Matxin Fernandez weiterhin Ziele, die es anzustreben gilt – und wie er nun gegenüber Eurosport Spanien erklärte, vor allem eines, um dessen Erreichung ihm und seinen Mannen ausgerechnet die großen Konkurrenten von Visma – Lease a Bike weiter voraus sind:

"Ich schaue nicht zurück auf das, was wir erreicht haben. Ich schaue voraus auf das, was wir noch erreichen können. Wovon ich jetzt träume? Da werde ich nicht lügen. Es ist, was Visma geschafft hat: Giro, Tour und Vuelta im selben Jahr zu gewinnen", sagte der 55-Jährige.

In der Saison 2023 gewann der niederländische Rennstall mit Primoz Roglic die Italien-Rundfahrt, mit Jonas Vingegaard die Tour de France und mit Sepp Kuss vor Vingegaard und Roglic die Vuelta a Espana. Für 2027 scheint man bei UAE bestens aufgestellt, um diesen Erfolg zu jagen:

"Kein Zweifel, dass Pogacar besser sein wird als letzte Saison"

Pogacar gilt trotz seiner Sturzverletzungen von der Vuelta nach wie vor als der klar stärkste Grand-Tour-Fahrer – da ist sich auch Fernandez sicher: "Ich habe keinen Zweifel, dass Pogacar besser sein wird als letzte Saison", sagte der Baske.

Und auch Isaac Del Toro gehört inzwischen in jedem Fall zu den fünf wohl stärksten Männern über drei Wochen. Dazu kommt nach einem glücklosen Jahr nach wie vor Joao Almeida als dritte Option für eine GT-Kapitänsrolle. Wie genau UAE im kommenden Jahr aufteilt, wird man wohl Mitte Dezember erfahren, wenn der Rennstall in Benidorm erneut zum Medientag lädt, um über die Ausrichtung für 2027 zu sprechen.

Pogacar wieder zu Klassikern, Tour, WM und Vuelta?

Wahrscheinlich scheint, dass Pogacar erneut Tour und Vuelta anpeilt, da die Frankreich-Rundfahrt das wichtigste Rennen der Welt ist und die Spanien-Rundfahrt eines der wenigen Rennen ist, die in seinem persönlichen Palmares noch fehlen. Daran muss auch das 2027 bereits am 29. August stattfindende WM-Straßenrennen in den französischen Alpen nichts ändern – Pogacar könnte trotzdem nach der Tour kurz pausieren, dann einen Wiederaufbau in Richtung Vuelta starten und auf dem Weg dorthin eine Woche vor Vuelta-Start die WM fahren. Pogacar hat schon angedeutet, dass das sein Weg werden könnte.

In der ersten Saisonhälfte würde er dann wohl wieder die Klassiker anpeilen, wo ihm auch der Sieg bei Paris-Roubaix weiterhin fehlt – das und die Ardennen-Klassiker mit einem Giro-Start in Einklang zu bringen, dürfte schwerer sein, als Tour, WM und Vuelta zu koppeln.

Del Toro dürfte wohl zum Giro zurückkehren

Damit ist, wie schon 2026, erneut die Kapitänsrolle beim Giro d'Italia vakant und es scheint wahrscheinlich, dass diese im kommenden Jahr Del Toro zufällt, der das Rosa Trikot schon 2025 erst auf der letzten Bergetappe im Taktik-Scharmützel vom Colle delle Finestre an Simon Yates verlor.

"Fahrer wie Del Toro und Pogacar werden Siegkandidaten in jedem Rennen sein, zu dem sie antreten", sagte Fernandez, ohne konkret auf die Giro-Besetzung einzugehen. "Was ich garantieren kann ist, dass wir es gut ausbalancieren werden und eine Saison planen, in der jeder seine Möglichkeiten bekommt."

2026 schickte UAE Del Toro statt des Giros zur Tour, wo er an der Seite von Pogacar lernen sollte und Gesamtdritter wurde. Bei der Italien-Rundfahrt wollte man auf das Kapitänsduo Almeida und Adam Yates setzen. Der Portugiese aber musste seinen Start im April absagen, weil Krankheiten seine Vorbereitung zerstörten und Yates stürzte auf der 2. Etappe so schwer, dass er zur 3. Etappe nicht mehr antreten konnte. In der Gesamtwertung spielte UAE daher keine Rolle mehr, trotzdem aber gewann man vier Etappen – drei durch Jhonatan Narvaez und eine durch Igor Arrieta.

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