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24.01.2017 | (rsn) - Radsport News stellt die 18 WorldTour-Teams vor, die bei der 19. Tour Down Under in die Saison eingestiegen sind. Das australische Orica-Scott-Team gehört zu den ganz großen Nummern im Peloton und peilt, nachdem man in den vergangenen Jahren meist auf Etappenjagd gegangen war, nun auch in den großen Landesrundfahrten die Gesamtwertung an.
Teil 15: Orica-Scott
Rückblick 2016:
Die Messelatte aus der Vorsaison liegt hoch. Esteban Chaves beendete sowohl den Giro d’Italia (Zweiter) als auch die Vuelta a Espana (Dritter) auf dem Podium und die jungen und hoch talentierten Yates-Zwillinge schafften den Durchbruch: Adam wurde Gesamtvierter bei der Tour de France und gewann die Nachwuchswertung, Simon kam bei der schweren Spanien-Rundfahrt auf Platz sieben. Damit aber nicht genug: Routinier Mathew Hayman gelang ein Sensationserfolg bei Paris-Roubaix, Caleb Ewan bekam nach Disqualifikation von Nacer Bouhanni (Cofidis) den Sieg bei den Cyclassics in Hamburg zugesprochen, und Chaves gewann zum Saisonabschluss den Herbstklassiker Il Lombardia. Nicht unerwähnt bleiben sollen zudem die GrandTour-Etappensiege durch Chaves (Giro), Michael Matthews (Tour) sowie von Magnus Cort Nielsen (2), Simon Yates und Jens Keukeleire (Vuelta). Und auch die Tour Down Under zum Jahresbeginn ging durch Simon Gerrans an Orica. Am Ende stand die erfolgreichste Saison der Teamgeschichte.
Die wichtigsten Wechsel:
Der neue Co-Sponsor ist ab 2017 der Radhersteller Scott, der das Team bereits seit Jahren mit Material ausstattet. Die personellen Veränderungen waren überschaubar. Zwar verließ mit Michael Matthews einer der Ergebnislieferanten vergangener Jahre das Team und schloss sich dem deutschen Sunweb-Rennstall an, allerdings ist der Kader breit genug aufgestellt, um den Abgang des 26-jährigen Australiers zu kompensieren. Neu dabei sind Carlos Verona (Etixx-Quick-Step) und Roman Kreuziger, der vom aufgelösten Team Tinkoff kam und als wichtiger Helfer für die großen Rundfahrten verpflichtet wurde. Als cleverer Schachzug könnte sich auch der Transfer von Roger Kluge (IAM) herausstellen: Der 30 Jahre alte Deutsche fügte sich schon bei der Tour Down Under nahtlos in den Sprintzug von Caleb Ewan ein und leistete seinen Anteil an den vier Etappensiegen des Sprinters.
Im Fokus:
Vor einigen Jahren erkor die Teamleitung die Gesamtwertung der großen Landesrundfahrten zu den Zielen. Große Transfers wie Richie Porte scheiterten in dem Zusammenhang jedoch und so wurde in junger und talentierter Fahrer investiert. Der Plan ging auf: Esteban Chaves sowie Simon und Adam Yates bieten dem Team hervorragende Perspektiven. Orica ist plötzlich mittendrin im Kreis der Grand-Tour-Anwärter. Beim Giro war Chaves im Vorjahr bereits nahe dran an seinem ersten Grand-Tour-Titel und langsam scheint das Team bereit für den ganz großen Wurf.
Aufgepasst auf:
… Robert Power. Und möglicherweise kommt schon das nächste Talent für die großen Rundfahrten nach. Power gilt in dieser Hinsicht als die kommende große Nummer aus Australien. Seine Fähigkeiten stellte er 2015 mit dem Gesamtsieg beim anspruchsvollen Giro Valle d'Aosta unter Beweis, einem der schwersten Rennen im U23-Kalender. Wegen eines Knochenmarködems kam der 21-Jährige in seiner ersten Profi-Saison 2016 allerdings nur auf 13 Renntage. Vielleicht kann Power in diesem Jahr mehr auf sich aufmerksam machen.
Ausblick 2017:
Orica-Scott will die Gesamtwertungen der großen Landesrundfahrten angreifen. Beste Chancen auf einen Gesamtsieg dürfte Chaves besitzen, dessen großes Ziel der Giro d’Italia 2017 sein wird. Seine Premiere bei der Tour de France wurde zuletzt öffentlich diskutiert, wahrscheinlicher scheint aber nach einer Erholungspause im Sommer die Teilnahme an der Vuelta a Espana. Die Tour bleibt wohl den Yates-Zwillingen vorbehalten, die an ihre Entwicklung anknüpfen und vordere Plätze im Gesamtklassement erreichen sollen. Im Fokus steht zudem die Titelverteidigung bei Paris-Roubaix – allerdings ist kaum zu erwarten, dass der dann fast 39 Jahre alte Hayman seinen Coup aus dem Vorjahr wird wiederholen können.
Einen erfolgreichen Saisoneinstand verbuchte bereits Caleb Ewan mit vier Tagessiegen bei der Tour Down Under. Der nur 1,65 Meter große Australier könnte sich 2017 zum wichtigsten Sieggaranten im Team entwickeln – zu seinem Tour-Debüt wird er nach jüngsten Aussagen von Sportdirektor Matt White allerdings auch 2017 nicht kommen. Der 22-jährige Ewan wird beim Giro um Etappensiege kämpfen. Ein anderer junger und spannender Fahrer ist Magnus Cort Nielsen, dem sowohl als Sprinter als auch bei den Klassikern eine große Zukunft attestiert wird. Und auch die alte Garde um Simon Gerrans, Michael Albasini, Daryl Impey oder Ruben Plaza sollte noch nicht abgeschrieben werden. Im Kader stecken genügend Möglichkeiten, um an das erfolgreiche Vorjahr anknüpfen zu können.
Eckdaten:
Land: Australien
Hauptsponsor: Orica, Scott
Branche: Sprengstoff/Chemie, Radhersteller
Teamchef: Shayne Bannan
Radausrüster: Scott
WorldTour-Ranking 2016: 5
Fahrer im Aufgebot: 26
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