“Es steht dort kein Überholverbotsschild“

Strafe für Vanthourenhout nach Ziel-Ausraster im “Eifer des Gefechts“

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Strafe für Vanthourenhout nach Ziel-Ausraster im “Eifer des Gefechts“"
Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) im Sand von Middelkerke | Foto: Cor Vos

06.11.2026  |  (rsn) – Sein zweiter Platz bei der Superprestige in Middelkerke am späten Donnerstagabend ist nicht, was den Zuschauern im Gedächtnis bleiben wird, wenn sie an den Auftritt von Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez) zurückdenken. Der Belgier war im Rennen gestürzt und ließ seine Wut im Ziel an Cameron Mason (777) aus, mit dem er kurz vor dem Crash zusammengestoßen war.

Der Brite hatte Vanthourenhout überholt, was der mit dem Abweichen von seiner Linie und einem Schultercheck zu verhindern versuchte. Dabei schätzte er aber die nächste Kurve verkehrt ein und fand sich auf dem Boden wieder. Dass Mason nicht falsch gehandelt, war die einhellige Meinung der Experten. “Natürlich darf er da vorbeigehen. Es steht dort kein Überholverbotsschild“, urteilte zum Beispiel der Sporza-Experte und Weltmeister von 1994, Paul Herygers.

Auch Vanthourenhout gab das im Ziel-Interview zu, allerdings schränkte er diese Schlussfolgerung etwas ein: “Ich glaube nicht, dass er dort auf die Innenseite hätte überholen sollen, aber es war ein erlaubtes Manöver. Ich habe das Gleichgewicht verloren, und von Platz 6 oder 7 aus ist es schwierig, wieder nach vorne zu kommen“, so der Pauwels-Sauzen-Profi, der allerdings kurz danach doch zurück zur Spitze kam und dann mit dem späteren Sieger Joran Wyseure (Crelan – Corendon) und Kevin Kuhn (Heizomat – Cube) den Rest des Septetts hinter sich ließ.

Im Finale ließ ihm sein Landsmann aber keine Chance. Und als Mason den Zielstrich fünf Sekunden nach Vanthourenhout als Vierter überquerte, wurde er direkt vom Tageszweiten aufgesucht. Zunächst gab es einen Schubser, dann folgte ein kurzer verbaler Schlagabtausch, von dem die Mikrofone nur das abschließende “Fuck you!“ des Belgiers auffingen.

“So etwas passiert eben im Eifer des Gefechts“, versicherte der später. “Wenn man in so einem Moment stürzt, weiß man, dass das eigene Rennen gelaufen ist. Ich bin enttäuscht, freue mich aber auch, auf dem Podium zu stehen“, sagte der 33-Jährige weiter. Die Jury aber urteilte, dass das Verhalten im Zielraum die Grenzen der Sportlichkeit sprengte und sprach eine Strafe aus. Vanthourenhout muss 250 Schweizer Franken bezahlen.

Weitere Radsportnachrichten

06.11.2026Nicht nur Schwarz und Weiß: Van Dijk zur Kritik an Picnic-Führung

(rsn) – Ellen van Dijk war Ende 2018, drei Jahre nach dem Abgang von Marcel Kittel, noch immer eine der ersten prominenten Fahrerinnen, die sich vom damaligen Team Sunweb, dem heutigen Team Picnic â

06.11.2026Sitzen wir alle auf dem falschen Rad?

(rsn) - Wer viel mit Fahrrädern zu tun hat, kennt das Phänomen: Sobald im Bekanntenkreis jemand einen Fahrradkauf erwägt, wird man schnell zum unentgeltlichen Verkaufsberater gekürt. Eine ehrenvol

06.11.2026RCS denkt für Giro und Co. über limitierten Fan-Zugang nach

(rsn) – Beim Giro d'Italia und auch anderen Rennen von Veranstalter RCS Sport könnte es künftig Zugangsbeschränkungen zu neuralgischen Streckenpunkten geben. Das bestätigte der neue Giro-Boss Lu

06.11.2026Letzter Visma-Platz geht wohl an 20-jährigen Briten Rowe

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

06.11.2026Van Aerts Traum vom Flandern-Sieg: “Wird zunehmend schwerer“

(rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat in einem Interview mit dem Fiets Magazine auf seinen Triumph bei Paris-Roubaix am 12. April 2026 zurückgeblickt und im selben Gespräch auch über

05.11.2026Wyseure schlägt Vanthourenhout, der für Eklat sorgt

(rsn) - Joran Wyseure (Crelan – Corendon) hat in Middelkerke das zweite Wertungscross seiner Karriere gewonnen. Im Nachtrennen ging er mit fünf Mitstreitern auf die Schlussrunde, in der er sich als

05.11.2026Van Alphen nutzt bei der Superprestige ihre Chance

(rsn) - Aniek van Alphen (777) hat in Middelkerke den zweiten Lauf der Superprestige gewonnen. Am Donnerstagabend war sie im Flutlicht 12 Sekunden schneller als Europameisterin Inge van der Heijden (C

05.11.2026Merckx über Pogacar in TV-Doku: “Er ist jetzt über mir“

(rsn) – Eddy Merckx gilt gemeinhin seit jeher als der beste Radsportler aller Zeiten. Doch schon seit einigen Jahren rüttelt Tadej Pogacar mit seinen Leistungen und seiner Dominanz, ausdrücklich n

05.11.2026Ineos-Renndirektor Thomas bittet um Geduld: Schritt für Schritt

(rsn) – Geraint Thomas hat in seinem Podcast Watts Occuring gemeinsam mit Co-Host Luke Rowe auf die Saison 2026 zurückgeblickt und die Leistungen seines Teams Netcompany – Ineos eingeordnet. Dabe

05.11.2026Hochzeit: Aus Ferrand-Prévot wird Pauline van Baarle

(rsn) - Pauline Ferrand-Prévot und Dylan van Baarle haben geheiratet. Bereits in der vergangenen Woche haben sich die französische Tour-de-France-Siegerin und multidisziplinäre Weltmeisterin und de

05.11.2026Medien: Auch Q36.5 keine Option mehr für Roglic

(rsn) – Primoz Roglic ist weiterhin ohne Vertrag für die Saison 2027 und es scheint immer mehr, als könne Il Lombardia am 10. Oktober das letzte Profirennen des inzwichen 37-Jährigen gewesen sein

05.11.2026Deutscher Tour-Start 2029 soll 50 Millionen Euro kosten

(rsn) – Ein möglicher Start der Tour de France 2029 in Deutschland soll rund 50 Millionen Euro kosten. Diesen Kostenrahmen legte Thomas Hofmann in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Initiat

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine