Bissinger-Tagebuch von der Österreich-Rundfahrt

Zum Abschluss zwei Stunden Fetzerei

Von Florian Bissinger

Foto zu dem Text "Zum Abschluss zwei Stunden Fetzerei"
Florian Bissinger (WSA Greenlife) | Foto: Josef Vaishar

09.07.2017  |  (rsn) - Schlussetappen sind glaube ich nur bei der Tour und den anderen dreiwöchigen Rundfahrten schöne Etappen oder eine Art Schaulaufen.

Bei den kleineren Rundfahrten haut noch mal jeder Fahrer jedes Korn, das er finden kann, auf die Straße. Die einen kämpfen noch um irgendein Trikot, einige wollen in die Gruppe und andere haben noch nichts erreicht und sehen ihre letzte Chance.

Es gab heute zwei Stunden Fetzerei über zwei Bergwertungen bis nach 90km endlich eine kleine Gruppe stand. Durch das Buffet wurde dann endlich etwas gebummelt.Der Frieden war einige Kilometer später an der letzten Bergwertung der Rundfahrt schon wieder vorbei. Komplette Auflösung im Feld, nur die Stärksten in der Rennsituation hatten in der Folge noch mit dem Rennausgang zu tun. Ein Großteil des Feldes fuhr geschlossen als Grupetto in Wels im Ziel ein.

Mit fünf Etappen über 200km hatte die Mehrzahl der Fahrer einfach genug. Einen geordneten Rennverlauf wie man es bei so einer schweren Rundfahrt erwarten möchte, gab es rückblickend selten. Die Meinung vieler Fahrer, gleich ob KT, PKT oder World Tour: es muss nicht sein, eine Monster-Etappe an die andere zu reihen. Der Rennspannung ist es sogar oft zuträglich dort zu variieren.

Dennoch ist diese Rundfahrt das Saisonhighlight in unserem Rennkalender. Wir sind sehr froh um die Chance und die Plattform, welche uns durch die Österreich-Rundfahrt geboten wurde. Die Stimmung beim Einfahren in Wels und die Zuschauer waren super!

Natürlich schön, dass mit Stefan Denifl ein Österreicher gewinnen konnte, meine Gratulation an dieser Stelle. Es zeigt einmal mehr, was sich in Österreich im Radsport tut - ich will nur an die großen Erfolge zB. beim Giro erinnern und den kurzen Blick in die Zukunft lenken, mit der WM 2018 in Innsbruck.

Für mich ist mit der Ö-Tour meine erste Jahreshälfte geschafft. Ich bin zufrieden wie sich die Beine gedreht haben, auch die Stimmung im Team war toll. Das absolute Wow-Ergebnis hat zwar gefehlt, aber ich gehe jetzt zufrieden in einen kleinen Urlaub.

Im Anschluss geht es mit den Nachtour-Kriterien wieder los und ich bereite mich auf die beiden Rundfahrten und diversen Eintagesrennen vor, welche wir noch fahren. Dort werden die Fahrer der kleineren Teams wieder etwas aus dem Rampenlicht treten, aber die Arbeit der Teams, Betreuer und Fahrer ist nicht nur bei den großen Events zu loben. Ich möchte mich hier ganz allgemein für die Unterstützung und Betreuung bedanken, die wir das ganze Jahr über haben.

In diesem Sinne,

Vielen Dank und Grüße aus Italien

Euer Flo

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