Wellens wehrt Angriffe ab und baut Führung aus

Groenewegen beendet Gavirias Siegesserie in Guangxi

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Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) gewinnt die 5. Etappe der 1. Tour of Guangxi. | Foto: Cor Vos

23.10.2017  |  (rsn) - Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) ist im Sprint in China doch schlagbar. Das hat Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) am Ende der mit 212,2 Kilometern längsten Etappe der 1. Tour of Guangxi bewiesen. Der Niederländer verwies den bislang drei Mal erfolgreichen Kolumbianer auf dem fünften Teilstück in Guilin im Massensprint knapp auf Rang zwei. 

Dritter wurde der Däne Magnus Cort Nielsen (Orica-Scott) vor Sunweb-Niederländer Mike Teunissen, der in die Bresche sprang, weil Max Walscheid auf dem bergigen Parcours abgehängt worden war. Bester Deutscher wurde in Abwesenheit des Sunweb-Mannes daher Roger Kluge, der für Cort Nielsen den Sprint angezogen hatte, auf Rang sechs. Rick Zabel (Katusha-Alpecin) fuhr auf den neunten Platz.

"Dieser Sieg ist ein echter Teamerfolg", freute sich Groenewegen und nahm damit ebenfalls Bezug auf den schweren Parcours. "Sie sind alle in den Bergen bei mir geblieben und haben mich danach perfekt für den Sprint positioniert." Ohne die Hilfe seines Teams hätte der Niederländer wohl ebenfalls den Kontakt zur Spitze verloren und wäre nicht mehr zurück nach vorne gekommen. 

Die Gesamtführung verteidigte der Belgier Tim Wellens (Lotto Soudal), der am Sonntag die Bergankunft der 4. Etappe gewonnen hatte. Wellens wehrte im Verlauf der Etappe einige Angriffe seiner Kontrahenten ab und baute seine Führung letztlich sogar dank Zeitbonifikationen auch noch um zwei Sekunden von deren vier auf sechs gegenüber Bauke Mollema (Trek-Segafredo) aus. Da die letzte und 6. Etappe am Dienstag voraussichtlich wieder im Sprint enden dürfte, steht er nun vor dem Gesamtsieg.

"Das würde bedeuten, dass ich im vierten Jahr in Folge eine WorldTour-Rundfahrt für mich entscheiden könnte. So vielen gelingt das nicht", so Wellens in Guilin stolz. 2014 und 2015 hatte der inzwischen 26-Jährige die Eneco Tour gewonnen, 2016 die Polen-Rundfahrt. In dieser Saison verpasste er den Gesamtsieg bei der zur BinckBank Tour umgetauften Eneco Tour als Zweiter hinter Tom Dumoulin (Sunweb) um 17 Sekunden. Immerhin gewann Wellens dort aber auch eine Etappe. Sein Tagessieg am Mashan Nongla Scenic Spot am Sonntag war bereits sein sechster Saisonsieg.

Auf der 5. Etappe dauerte es eine Weile, bis die Ausreißergruppe des Tages stand. Erst nach rund 60 Kilometern konnten sich Daniel Oss (BMC), William Clarke (Cannondale-Drapac) und Fabricio Ferrari (Caja Rural) vom Hauptfeld lösen und in der Folge bis zu 5:30 Minuten an Vorsprung herausfahren. Dadurch war Ferrari zwischenzeitlich im virtuellen Roten Trikot des Gesamtführenden, so dass Lotto Soudal im Hauptfeld die meiste Verfolgungsarbeit übernahm.

Später aber halfen auch Quick-Step Floors für Gaviria sowie den Gesamtvierten Julian Alaphilippe sowie Movistar für Jesus Herrada bei der Verfolgung und der Abstand schmolz. Im letzten Renndrittel, genauer am letzten Anstieg des Tages, dessen Gipfel rund 35 Kilometer vor dem Ziel wartete, kam es im Feld dann zu Attacken der Klassementfahrer. Der Gesamtdritte Nicolas Roche (BMC) sowie Mollema, Wout Poels (Sky) und Herrada gingen in die Offensive, doch Wellens ließ sich nicht abschütteln. Das Quintett erreichte den nun allein vorn fahrenden Oss, wurde anschließend aber wieder vom Hauptfeld eingeholt, so dass es zum Massensprint kommen konnte.

Knapp 80 Mann erreichten gemeinsam die letzten Kilometer, allerdings fehlten die deutschen Sprinter Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) und Walscheid sowie die Italiener Andrea Guardini (UAE Team Emirates) und Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo) und der Niederländer Moreno Hofland (Lotto Soudal). Für sie alle waren die insgesamt vier Anstiege des Tages zu viel des Guten. Im Sprint schließlich setzte sich Groenewegen um nur wenige Zentimeter vor dem bislang dominanten Sprinter der Rundfahrt, Gaviria durch.

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