Belgier rechnet im Fall Froome mit einer Sperre

Bakelants: “In Sachen Sicherheit entwickelt sich der Radsport nicht“

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Jan Bakelants (Ag2r La Mondiale) | Foto: Cor Vos

07.01.2018  |  (rsn) Für Jan Bakelants endete die Saison 2017 daramtisch. Bei seinem letzten Renneinsatz stürzte der Belgier auf einer Abfahrt bei Il Lombardia schwer, flog über eine Leitplanke und brach sich sieben Rippen und zwei Lendenwirbel. Statt der Vorbereitung auf die neue Saison stehen beim Profi aus der französischen Mannschaft AG2r zum Jahresbeginn Reha-Maßnahmen auf den Plan. Über seine Genesungsfortschritte, aber auch zum Dopingverdacht gegen Chris Froome äußerte er sich jüngst gegenüber der belgischen Webseite hln.be.

Zum Thema Froome vertrat Bakelants dabei eine klare Meinung. "Er wird suspendiert und das ist richtig so", erklärte er. Beim viermaligen Tour-de-France-Sieger war bei der Vuelta a Espana im vergangenen Jahr nach der 18. Etappe ein deutlich erhöhter Wert des Asthmamittels Salbutamol festgestellt worden. Den Grenzwert des Welt-Anti-Doping-Agentur WADA von 1000 Nanogramm pro Milliliter hatte er dabei mit 2000 ng/ml massiv überschritten. Da es sich bei Salbutamol jedoch um eine "spezifische Substanz" handelt, deren Einnahme nicht automatisch ein Dopingvergehen darstellt, wird der Fall gegenwärtig noch untersucht.Sky verzichtete darauf, seinen Top-Star zu suspendieren.

Bakelants bezog in seine Sichtweise den Fall Diego Ulissi mit ein, der beim Giro d’Italia 2014 ebenfalls einen erhöhten Salbutamol-Wert aufwies und anschließend nach einer längeren Klärungsphase für neun Monate gesperrt wurde. "Ulissi wurde einst mit 1.900 Nanogramm pro Milliliter überführt und musste für zwei Jahre aussetzen. Später wurde die Strafe auf neun Monate reduziert. Und bei Froome waren es sogar 2000 Nanogramm", sagte Bakelants und schlussfolgerte: "Ich sehe im Augenblick nicht, wie er da rauskommt."

Die Rückkehr ins Peloton peilt der Belgier für den März an und hofft im Sommer auf die Teilnahme an der Tour de France. "Ich fühle mich nicht so weit zurück und bin ganz gut drauf. Natürlich wird es noch etwas dauern, aber es ist nicht so, dass ich wieder bei null anfange. Ich denke, ich bin bei 30 Prozent und hoffe zur Katalonien-Rundfahrt im März zurückzukehren", erklärte Bakelants, der in sein letztes Vertragsjahr bei Ag2r geht.

Rückblickend auf seinen schweren Sturz bei Il Lombardia sagte Bakelants: "Ich weiß nicht, ob die Schuld bei mir oder bei der Organisation lag. Aber dann frage ich mich wieder: Warum bringen sie keine Crash-Pads oder Sicherheitsnetze an oder zeigen die Richtung einer solchen Kurve mit einem Pfeil an?“

Der 31-Jährige verwies in dem Zusammenhang auf den Skisport, wo es doppelte Sicherheitsnetze und Schutzsysteme gegen Nackenverletzungen in den Ski-Anzügen gibt und fragte bezogen auf den Radsport: "Wieso fahren wir mit Trikots von 1905?" Sein skeptisches Fazit: "In Sachen Sicherheit entwickelt sich dieser Sport überhaupt nicht."

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