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30.08.2019 | Hallo liebe Leser!
Es kommt mir vor als hätte ich den letzten Blogeintrag erst gestern geschrieben. Irgendwie scheint die Zeit schneller zu vergehen, jetzt wo die Saison dem Ende zu geht und nur mehr wenige Rennen anstehen. Oder kommt das nur mir so vor?
In letzter Zeit habe ich einige Hochs und Tiefs erlebt, von letzteren leider ein wenig mehr. Als ich Euch das letzte Mal Bericht erstattet habe, befand ich mich gerade im Höhentrainingslager im Kühtai und blickte noch voller Optimismus der zweiten Saisonhälfte entgegen. Das Training lief wie geplant und das Gefühl am Rad war super. Das Trainingscamp war nicht nur Quälerei, auch der Spaß kam mit meinem Trainingspartner Matthias Brändle von Israel Cycling Academy nicht zu kurz.
Trotz aller Vorfreude auf das große Ziel Europameisterschaftszeitfahren war das Rennen eine sehr große Enttäuschung für mich. Die Strecke lag mir eigentlich perfekt und die Form war sehr gut, deshalb war das Zeitfahren eine große Chance für mich, die ich aber leider nicht nutzen konnte. Anstatt eine gute Leistung zu zeigen, erwischte ich einen rabenschwarzen Tag und explodierte plötzlich nach einer guten Zwischenzeit, dort war ich noch Fünfter, und schleppte mich nur mehr ins Ziel.
Es fühlte sich an als ob die ganze harte Arbeit umsonst gewesen wäre und ich alle enttäuscht hätte, am meisten mich selbst. Am liebsten wäre ich sofort nach dem Rennen in einem Loch versunken. Die ganze Situation war natürlich auch kein Schub an Selbstvertrauen für das Straßenrennen zwei Tage danach. Auf dem Stadtkurs war das Rennen von Stürzen geprägt und wegen unserer hinteren Startposition war ich ständig auf der Verfolgung, bis es mich auf der Windkante erwischte. Wenigstens habe ich das Rennen beendet, was nur 50 andere geschafft haben.
Viel Zeit um den Kopf hängen zu lassen, blieb aber ohnehin nicht, denn schon vier Tage später stand ich am Start der Tour de l’Avenir. An die "Tour de France der U23" hatte ich sehr schöne Erinnerungen. Vor zwei Jahren war ich ins Gelbe Trikot gefahren und hatte es auch für drei Tage behalten.
Diesmal allerdings war die Strecke viel anspruchsvoller, denn gleich zu Beginn waren einige Höhenmeter auf den Etappen du bewältigen und insgesamt waren es viel weniger Etappen, die mir in die Karten spielten. Zweimal konnte ich mit einer Ausreißergruppe um den Sieg kämpfen, aber es hat leider nicht gereicht. Ein fünfter Platz war das Maximum. Ein sehr gutes Ergebnis, dass wieder Selbstvertrauen gibt, aber kein Sieg. Damit musste ich mich zufriedengeben. Meine Form war gut gewesen und ich bin sehr stark gefahren, aber auf einem so hohen Niveau muss eben alles zusammenpassen.
Nach einem verdienten Ruhetag nach sechs harten Tagen, ging es für mich nur mehr ums Überleben. Bis dahin konnten wir Felix Gall auch gut fürs Gesamtklassement unterstützen und nun ging es so richtig los. Die Etappen waren sehr kurz, eine sogar nur 23 Kilometer, aber dafür mit umso mehr Höhenmetern. Wie erwartet explodierte das Rennen über die Alpenpässe wie Col du Glandon, Tignes oder Croix de Fer. Ich kam für meine Verhältnisse sehr gut über die Berge und war sogar immer vor dem Gruppetto im Ziel, aber leider ging es für Felix eher bergab. Sehr schade für ihn. Aber wie gesagt, muss an der Tour de l‘Avenir eben alles perfekt zusammenpassen.
Nun muss ich also weiterhin um Ergebnisse kämpfen und damit auch um einen Vertrag fürs nächste Jahr. Die Form ist immer noch sehr gut und mit Zagreb-Novo Mesto (Croatia-Slovenia) und dem Giro del Friuli stehen noch einige Rennen, die mir entgegenkommen, auf dem Programm.
Als letzten Feinschliff für das große Finale bei den Weltmeisterschaften werde ich noch ein ganz spezielles Rennen bestreiten. Mit Matthias Brändle werde ich nämlich das Duo Normande in Angriff nehmen, ein Paarzeitfahren über 51 Kilometer. Ich freu mich schon euch wieder davon zu erzählen
Bis bald
Euer Patrick
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