Van der Poel bereitet vor und siegt zwei Mal

Mailand - Sanremo im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

Von Christoph Adamietz

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) feierte 2025 seinen zweiten Sieg bei Mailand-Sanremo. | Foto: Cor Vos

20.03.2026  |  (rsn) – Der italienische Frühjahrsklassiker Mailand - Sanremo ist nicht nur das erste der fünf Monumente des Radsportkalenders, sondern mit seinen fast 300 Kilometern das längste Profirennen des Jahres. RSN com blickt kurz und kompakt auf die letzten zehn Austragungen zurück.

Mailand – Sanremo 2016: Arnaud Demare

Wie so oft in den Jahren zuvor hatten die Sprinter das Sagen beim ersten Monument des Jahres. Der Franzose Arnaud Demare (FDJ) setzte sich dabei bei der Ankunft einer 31 Fahrer starken Gruppe vor dem Briten Ben Swift (Sky) und dem Belgier Jurgen Roelands (Lotto Soudal) durch. Für den damals 24-jährigen Demare war es der größte Erfolg der Karriere.

Der hatte allerdings einen etwas faden Beigeschmack. Denn Demare, der für den ersten französischen Sieg seit 1995 sorgte, sei nach einem Sturz angeblich von seinem Begleitfahrzeug die Cipressa hochgezogen worden – letztlich blieben Beweise aber aus, so dass Demare nicht diesqualifiziert wurde. Pech hatte Topfavorit Fernando Gaviria (Etixx – Quick-Step), der in der letzten Kurve an aussichtsreicher Position stürzte, Titelverteidiger John Degenkolb (Giant – Alpecin) fehlte wegen seines schweren Trainingsunfalls.

Lange Zeit dominiert wurde das Rennen von einer Ausreißergruppe um Roger Kluge (IAM), die wie das Feld aufgrund eines Erdrutsches auf eine kurzfristige Streckenänderung reagieren musste. Am Poggio waren alle Ausreißer wieder eingefangen, im letzten Anstieg setzte Michal Kwiatkowski (Sky) eine Attacke, die erst auf der Abfahrt neutralisiert wurde. So kam es wie so oft zum Sprint einer großen Gruppe. 

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Ein knapper Zieleinlauf. Peter Sagan (Bora - hansgrohe) beharkte sich 2017 fast mit dem Sieger Michal Kwiatkowski. Julian Alaphilippe belegte Platz drei. | Foto: Cor Vos

Mailand – Sanremo 2017: Michal Kwiatkowski

Im Vorjahr war die Attacke im Finale noch ohne Erfolg geblieben. 12 Monate später aber konnte Michal Kwiatkowski (Sky) beim ersten großen Klassiker das Jahres auf der Via Roma jubeln. Der Pole setzte sich aus einer drei Fahrer starken Spitzengruppe vor Peter Sagan (Bora – hansgrohe) und Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors) durch. John Degenkolb (Trek – Segafredo) kam in der ersten Verfolgergruppe mit fünf Sekunden Rückstand ins Ziel und wurde Siebter. 

Sagan hinterließ im Finale den stärksten Eindruck, attackierte am Poggio, wo er abe Kwiatkowski und Alaphilippe nicht loswurde. Im Finale spielte der Pole schließlich "den sterbenden Schwan“, wie er nach dem Rennen zugab, um dann auf der Zielgeraden voll da zu sein und sich nach dem WM-Titel von 2014 seinen zweiten großen Sieg zu sichern. 

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Mailand – Sanremo 2018: Vincenzo Nibali

Viele Anläufe hat es gebraucht, doch schließlich gewann Vincenzo Nibali (Bahrain – Merida) doch noch den ersten großen Klassiker in seiner Heimat. Der Italiener setzte sich vor den Sprintern Caleb Ewan (Mitchelton – Scott) und Arnaud Demare (Groupama – FDJ) durch. 

Nibali hatte den Grundstein zum Sieg mit einer Attacke am Poggio gelegt, der niemand folgen konnte. Auf der regennassen Abfahrt hinunter nach Sanremo konnte der Routinier schließlich seine Abfahrtskünste voll ausspielen und rettete sich schließlich hauchdünn vor den heranstürmenden Sprintern ins Ziel. 

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Mailand – Sanremo 2019: Julian Alaphilippe

2019 war Julian Alaphilippe (Deceuninck – Quick-Step) der Mann des Tages. Der Franzose setzte sich im Sprint einer elf Fahrer starken Spitzengruppe vor dem Belgier Oliver Naesen (AG2R) und dem Polen Michal Kwiatkowski (Sky) durch. 

Der als Topfavorit gestartete Quick-Step-Kapitän hatte schon am Poggio seine Muskeln spielen lassen und mit seinem Antritt die elfköpfige Spitzengruppe formiert, die den Sieg unter sich ausmachte. Nicht dabei war John Degenkolb (Trek – Segafredo), der um alle Chancen auf ein Top-Ergebnis gebracht wurde, weil ihm in der Abfahrt vom Poggio die Kette heruntergesprungen war.

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Wout van Aert feierte 2020 seinen Coup mit einem tiefen Schluck aus der Flasche. | Foto: Cor Vos

Mailand-Sanremo 2020: Wout Van Aert

Wegen der Corona-Pandemie fan die 111. Austragung im Hochsommer und nicht im Frühjahr statt. Den Sieg sicherte sich nach der Mammutdistanz von 305 Kilometern Wout Van Aert (Jumbo - Visma) Im Zweiersprint gegen Titelverteidiger Julian Alaphilippe (Deceuninck - Quick-Step) durch. Den Sprint der Verfolger entschied der Australier Michael Matthews (Sunweb) zu seinen Gunsten. Van Aert und Alaphilippe hatten sich gemeinsam am Poggio abgesetzt und sich einen kleinen Vorsprung ins Ziel gerettet.

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Mailand-Sanremo 2021: Jasper Stuyven

Mit einer Attacken drei Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Jasper Stuyven (Trek - Segafredo) den größten Erfolg seiner Karriere. Der Belgier rettete nach 299 Kilometern einen kleinen Vorsprung gegenüber den Verfolgern ins Ziel, die von Caleb Ewan (Lotto Soudal) und Wout Van Aert (Jumbo Visma) ins Ziel geführt wurden. Am Poggio waren zuvor alle Attacken gescheitert und auch auf der Abfahrt blieb ein Vorstoß von Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) ohne Erfolg. Erst der überraschende Antritt von Stuyven sorgte für die Entscheidung.

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Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) gewann 2021 die 113. Ausgabe von Mailand-Sanremo. | Foto: Cor Vos

Mailand-Sanremo 2022: Matej Mohoric

Mit einer rasanten Abfahrt hinunter vom Poggio sicherte sich Matej Mohoric (Bahrain Victorious) das erste Monument seiner Karriere. Der Slowene setzte sich nach 293 Kilometern auf der Via Roma mit zwei Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger um den Überraschungszweiten Anthony Turgis (TotalEnergies) und Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) durch. Dank seiner versenkbaren Sattelstütze verschaffte sich Mohoric in der Abfahrt den wohl entscheidenden Vorsprung.

Im Anstieg zum Poggio hatte Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) attackiert, konnte aber keine größere Lücke herausfahren. Aus einer kleinen Spitzengruppe heraus, die sich auf den letzten Metern des Anstiegs gebildet hatte, zog Abfahrtskünstler Mohoric dann bergab auf und davon.

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Mailand - Sanremo 2023: Mathieu van der Poel

Im Jahr 2023 war Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) nicht zu schlagen. Der Niederländer setzte sich nach 294 Kilometern als Solist mit 15 Sekunden Vorsprung auf ein Verfolgertrio durch, das von Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) angeführt wurde. Hinter dem Italiener komplettierte van der Poels großer Rivale Wout Van Aert (Jumbo - Visma) das Podium. Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) musste mit dem undankbaren vierten Platz Vorlieb nehmen.

Den Grundstein zum Sieg legte van der Poel mit einer unwiderstehlichen Attacke kurz vor der Kuppe des Poggio. 62 Jahre nach dem Triumph seines Großevaters Raymond Poulidor, der damals ebenfalls einen Solosieg gefeiert hatte, sicherte sich nun auch van der Poel das erste Monument der Saison.

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Mailand - Sanremo 2024: Jasper Philipsen

Ein Jahr später holte sich van der Poels Teamkollege Jasper Philipsen (Alpecin - Deceuninck) den Sieg beim ersten Monument der Saison. Nach 288 Kilometern zwischen Pavia und Sanremo setzte sich der Belgier im Sprint einer zwölfköpfigen Spitzengruppe vor dem Australier Michael Matthews (Jayco - AlUla) und dem Slowenen Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) durch.

Beim schnellsten Mailand-Sanremo aller Zeiten spielte auch Titelverteidiger van der Poel eine wichtige Rolle, denn er vereitelte im Finale zwei Attacke von Pogacar und kontrollierte anschließend die Spitzengruppe.

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 Mailand - Sanremo 2025: Mathieu van der Poel

Zum dritten Mal in Folge ging das erste Monument der Saison an das Team Alpecin - Deceuninck. Diesmal war wieder Mathieu van der Poel erfolgreich, der nach 2023 seinen zweiten Sieg in Sanremo einfuhr. Nach 289 Kilometern setzte sich der Niederländer im Sprint eines Spitzentrios vor dem Italiener Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) und dem Slowenen Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) durch. Die Verfolger hatten deutliche 43 Sekunden Rückstand.

Das Trio hatte sich auf Initiative von Pogacar bereits an der Cipressa abgesetzt. Am Poggio hatte Ganna den Kontakt verloren, konnte im Finale aber wieder aufschließen. Van der Poel eröffnete früh den Sprint und machte so den Sieg perfekt.

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Kaum zu fassen: Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) feierte 2025 seinen zweiten Sieg auf der Via Roma. | Foto: Cor Vos

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