Eschborn - Frankfurt: Die letzten zehn Jahre

Vier Mal Kristoff, Absage wegen Terrorverdacht, ASO-Einstieg

Von Christoph Adamietz

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Alexander Kristoff (UAE Team Emirates) schlägt Michael Matthews (Sunweb) beim 57. Eschborn - Frankfurt und sichert sich seinen vierten Sieg beim hessischen Klassiker. | Foto: Cor Vos

30.04.2020  |  (rsn) – Neues Ziel, Absage wegen Terrorverdacht, Aufstieg in die WorldTour, vier Siege von Alexander Kristoff und drei deutsche Erfolge. Der hessische Klassiker Eschborn – Frankfurt hat in den vergangenen zehn Jahren ausgesprochen viel Abwechslung geboten.

49. Eschborn – Frankfurt 2010: Fabian Wegmann 
Bei der 49. Austragung glückte Fabian Wegmann (Milram) die Titelverteidigung. Der Deutsche setzte sich bei der neuen Zielankunft vor der Alten Oper in Frankfurt nach 202 Kilometern aus einer etwa 20 Fahrer starken Spitzengruppe heraus vor den beiden Belgiern Geert Verheyen und Bert Scheirlinckx (beide Landbouwkrediet) durch, nachdem er im Jahr zuvor bei der Ankunft am Riedberg triumphiert hatte.
Dabei war Wegmann bei der Jagd durch den Taunus schon ins Hintertreffen geraten, schaffte aber noch den Anschluss. Der Münsteraner eröffnete seinen Sprint bereits 400 Meter vor dem Ziel und überraschte damit die Konkurrenz. Pech hatte Lokalmatador Tony Martin (HTC - Highroad), der in der Spitzengruppe fahrend stürzte.

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50. Eschborn – Frankfurt 2011: John Degenkolb 
Auch die 50. Jubiläumsausgabe endete mit einem deutschen Sieg. Der damals noch in Thüringen lebende, aber mittlerweile nach Oberursel umgezogene John Degenkolb (HTC Highroad) ließ im Sprint einer 70 Fahrer starken Gruppe den Belgier Jerome Baugnies (Topsport Vlaanderen) und den Australier Michael Matthews (Rabobank) hinter sich. Für den damals erst 22 Jahre alten Degenkolb war es in seiner ersten Profisaison der bis dahin größte Erfolg.

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51. Eschborn – Frankfurt 2012: Moreno Moser 
Die Ausgabe im Jahr 2012 stand ganz im Zeichen der italienischen Mannschaft Liquigas-Cannondale. Dabei gewann Moreno Moser als Solist vor seinem deutschen Teamkollegen Dominik Nerz, der mit fünf Sekunden Rückstand den Sprint der Verfolger vor dem Russen Sergey Firsanov (RusVelo) und Tony Martin (Omega Pharma – Quick-Step) für sich entschied.
Der damals 21-jährige Moser setzte auf dem Schlusskilometer seine entscheidende Attacke aus der vier Fahrer starken Spitzengruppe heraus. Lokalmatador Tony Martin (Omega Pharma - Quick-Step) hatte mit seiner Attacke 45 Kilometer vor dem Ziel das Finale eingeläutet, nach einigen Kilometern konnten Moser, Nerz und Firsanov aber noch aufschließen.In seinem ersten Rennen nach einer vierwöchigen verletzungspause reichte es für Martin  zu einem respektablen vierten Platz vor der Alten Oper.

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52. Eschborn – Frankfurt 2013: Simon Spilak 
Fast wäre Moser die Titelverteidigung gelungen. Der Italiener konnte sich gemeinsam mit Simon Spilak (Katusha) zwar vor dem heranrauschenden Feld bis kurz vor dem Ziel behaupten, im Sprint musste er sich aber dem Slowenen geschlagen geben. André Greipel (Lotto Belisol) sicherte sich aus dem Feld heraus Rang drei.
Spilak und Moser hatten gemeinsam mit dem Italiener Domenico Pozzovivo (Ag2R) nach der letzten Bergwertung des Tages attackiert und einen Bruchteil ihres Maximalvorsprungs von 40 Sekunden bis auf die Zielgerade gerettet.

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53. Eschborn – Frankfurt 2014: Alexander Kristoff 
Auch im Jahr darauf konnte sich das Team Katusha über den Sieg freuen. Diesmal war es Alexander Kristoff, der sich im Sprint vor John Degenkolb (Giant – Shimano) und Jerome Baugnies (Wanty – Groupe Gobert) durchsetzte. Der Norweger hatte seinen Sprint früh eröffnet und damit Lokalmatador Degenkolb überrascht.
Das Finale dominierte zunächst eine kleine Ausreißergruppe um Fabian Wegmann (Nationalteam). Doch der zweifache Frankfurt-Sieger wurde mit seinen Begleitern wieder gestellt.

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54. Eschborn – Frankfurt 2015: entfallen 
Im Jahr 2015 musste das Rennen in Folge eines Terror-Verdachtsfalls abgesagt werden.

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54. Eschborn – Frankfurt 2016: Alexander Kristoff 
Mit einem Jahr Verspätung gelang Alexander Kristoff (Katusha) die Titelverteidigung. Der Norweger verwies nach 207 Kilometern vor der Alten Oper in Frankfurt im Sprint vor dem Argentinier Maximiliano Richeze (Etixx – Quick-Step) und dem Iren Sam Bennett (Bora – Argon 18) auf die Plätze.
Bei der Fahrt durch den Taunus nutzten wieder zahlreiche Fahrer die Chance, sich aus dem Feld abzusetzen. Auch Tony Martin (Etixx - Quick-Step) probierte dabei sein Glück, doch die Sprinterteams hatten alles im Griff. Erwartungsgemäß nicht in die Entscheidung eingreifen konnte John Degenkolb (Giant – Alpecin), der nach einem schweren Unfall im Wintertrainingslager sein Comeback beim Heimrennen gab.

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55. Eschborn – Frankfurt 2017: Alexander Kristoff 
Wie in den beiden Jahren zuvor war Alexander Kristoff (Katusha) vor der Alten Oper nicht zu stoppen. Der Norweger siegte bei der 55. Austragung, die erste unter der Regie des neuen Eigentümers ASO und mit WorldTour-Status, im Sprint vor seinem starken Anfahrer Rick Zabel  und John Degenkolb (Trek – Segafredo).
Bei Dauerregen und Temperaturen von teilweise unter zehn Grad hatte Kristoff bei der letzten Überquerung des Mammolshainer Berges kurzzeitig den Anschluss an eine stark besetzte Gruppe um Degenkolb verpasst, die Lücke mit Hilfe seiner Teamkollegen aber schließen können. Im Sprint war der Norweger dann wieder eine Klasse für sich.

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56. Eschborn – Frankfurt 2018: Alexander Kristoff 
Zum vierten Mal in Folge war Kristoff vor der Alten Oper nicht zu schlagen. Der im Winter zum UAE Team Emirates gewechselte Norweger ließ im Sprint dem Australier Michael Matthews (Sunweb) und dem Belgier Oliver Naesen (AG2R) keine Chance.
Auf einer deutlich schwereren Strecke, die offiziell insgesamt 3.500 Höhenmeter bereithielt, geriet der Europameister zwar am Mammolshainer Berg wieder in Schwierigkeiten, doch wie im Vorjahr kämpfte sich Kristoff wieder nach vorn und kürte sich in Frankfurt zum Rekordsieger.

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57. Eschborn – Frankfurt 2019: Pascal Ackermann 
Erstmals seit 2013 hieß der Sieger bei Eschborn – Frankfurt nicht Alexander Kristoff (UAE Team Emirates). Der Titelverteidiger musste sich diesmal vor der Alten Oper mit Rang drei begnügen. Dafür sorgte Pascal Ackermann (Bora – hansgrohe) für den ersten deutschen Sieg seit 2011, als John Degenkolb gewann. Der Wahl-Frankfurter landete bei seinem Heimrennen diesmal auf Rang zwei.
Für den im Sprint erfolgreichen Ackermann war es eine gelungene Giro-Generalprobe, nachdem er kurz zuvor noch bei der Tour of the Alps schwer gestürzt war. Der Südpfälzer sorgte zudem für den ersten Sieg von Bora – hansgrohe in Frankfurt.

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