--> -->

23.05.2021 | (rsn) - Hoch waren die Erwartungen an Remco Evenepoel (Deceuninck – Quick-Step) zu Beginn des 104. Giro d'Italia. Er wurde zum Top-Herausforderer für Toursieger Egan Bernal (Ineos Grenadiers) hochgejazzt. Früh allerdings zog er in diesem Duell den kürzeren. Und zum Ende der zweiten Woche ist bereits klar: als Duellant für Bernal ist er ausgefallen. Dieses Fazit zog der Belgier selbst nach seinem Zeitverlust zuletzt am Monte Zoncolan.
"Es war ziemlich kalt dort oben. Vielleicht ist mein Körper nicht zu 100% bereit für solche Temperaturunterschiede", meinte er nach der Etappe. "Auf dem härtesten Abschnitt habe ich auch gemerkt, dass meine Beine nicht richtig reagierten", erklärte er. Allerdings geriet Evenepoel schon früh, auf den leichteren Abschnitten des finalen Anstiegs in Schwierigkeiten, kämpfte am Ende der Favoritengruppe darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Er blieb dann dran. Weiter oben war aber endgültig Schluss.
"Wenn keine Kraft mehr da ist, ist keine Kraft mehr da", lautete sein resigniertes Fazit. Vor einer kleinen Gruppe von Medienvertretern am Fuße des Berges hisste er dann auch die weiße Flagge. "Wenn meine Teamkollegen wie Joao Almeida in eine Fluchtgruppe gehen wollen, können sie das gerne", meinte er. Das bedeutet die Aufgabe aller Siegambitionen.
Das ist auch realistisch. Evenepoel liegt jetzt knapp vier Minuten auf Bernal zurück. Bis auf das Auftaktzeitfahren, in dem er 20 Sekunden schneller war als der Kolumbianer, verlor er immer wieder Zeit. An kurzen Rampen handelte es sich um wenige Sekunden wie auf der 4. Etappe nach Sestola. Das bereits war aber eine Überraschung, Evenepoel gilt schließlich als ziemlich explosiv.
Defizite in der Radbeherrschung
Schlimmer erwischte es ihn auf der Schotteretappe nach Montalcino. Im Staub der Toskana sah er keinen Stich und verlor mehr als zwei Minuten auf Bernal. Am Zoncolan kamen noch einmal 90 Sekunden hinzu. Da konnte er im Finale nicht einmal das Hinterrad seines frustrierten Helfers Almeida halten, der auf Etappe 4 einen schlechten Tag hatte, seitdem aber stets stärker wirkte als der Belgier.
Für Leute, die Evenepoel näher kennen, war zumindest der Einbruch auf der Schotterpiste keine Überraschung. "Wir wussten vorher, dass ihm das nicht liegt. Vor einem Jahr hat er in Italien auf drei kurzen Schotterabschnitten sechs Minuten verloren", erzählte Teamchef Patrick Lefevere radsport-news.com. Um welches Rennen es sich handelte oder ob es sich nur um einen Trainingsritt handelte, wollte Lefevere nicht verraten. Er gab aber unumwunden Defizite in der Radbeherrschung bei seinem Schützling zu.
"Als die anderen Jungs hier ihre technischen Fähigkeiten auf dem Rad bei unzähligen Kriterien im Jugendbereich schulten oder wie Bernal mit dem Mountainbike unterwegs waren, spielte er noch Fußball. Die anderen sind ihm viele Stunden auf dem Rad voraus", meinte Lefevere. Er kündigte an: "Natürlich werden wir daran arbeiten."
Kam der Giro zu früh?
Defizite waren bei Evenepoel auch in den Abfahrten zu sehen. Da rutschte er in der Gruppe oft nach hinten, musste sich dann am nächsten Anstieg wieder mühsam vorarbeiten. Auch dieser eigentlich unnötige Energieaufwand könnte zu der durchgehend schlechteren Performance als erwartet geführt haben.
War es vielleicht auch zu optimistisch, als erstes Rennen nach der Rekonvaleszenz nach dem schweren Sturz bei der Lombardeirundfahrt gleich eine Grand Tour wie den Giro ins Programm zu nehmen? "Nachher ist man immer schlauer", sagte gelassen Lefevere. "Wenn er ohne Renntage in den Giro geht und gut fährt, bewundern ihn alle. Wenn er schlecht fährt, wissen alle gleich, woran es liegt."
Frustriert wirkte der erfahrene Teamchef bei dieser Bilanz nicht. Er nahm es einfach hin, dass nicht alle Pläne gleich aufgehen. Müssen jetzt gleich ganz die Erwartungen an den Ex-Fußballer heruntergeschraubt werden? "Wissen Sie, die Erwartungen kommen von den Fans und den Medien, ich habe darauf keinen Einfluss. Es stört mich auch nicht, dass die Erwartungen hoch sind. Remco bleibt so im Gespräch, und das freut die Sponsoren", sagte der Rennstallboss, und ein Lächeln war selbst durch die Maske zu erkennen.
Lefevere: "Es steht 5:0 für Ralph Denk"
Reden übers "Wolfsrudel" von Deceuninck – Quick-Step zu hören, ist also die Hauptsache. Ob dies über Siege geschieht oder über eine medial aufgebaute Figur, hat zumindest für den Mann, der fürs Geldeintreiben für den Rennstall zuständig ist, eine nachrangige Priorität.
Neuigkeiten im Manager-Fernduell mit Bora - hansgrohe-Teamchef Ralph Denk gibt es derzeit nicht zu vermelden. Auf Nachfrage von radsport-news.com nach dem Stand der Dinge meinte Lefevere nur: "Es steht 5:0 für Ralph Denk." Bei den Neuverpflichtungen zum Ende der Saison wird man wissen, was dieser Satz bedeutet. Über die Rückkehr von Sam Bennett zu Bora wurde bereits vor einiger Zeit spekuliert. Mal sehen, wofür die anderen vier Treffer stehen.
10.06.2021Buchmann startet bei der Tour von allen Fesseln befreit(rsn) - Ursprünglich war Emanuel Buchmann (Bora – hansgrohe) nicht für die diesjährige Tour de France vorgesehen. Doch nach seinem schweren Sturz und dem dadurch erzwungenen Ausscheiden beim Giro
31.05.2021Almeida: Sechster statt Vierter, aber trotzdem besser als 2020(rsn) - Die Platzziffer am Ende des 104. Giro d'Italia war schlechter, als bei der 103. Auflage des Rennens, doch die Leistung von Joao Almeida (Deceuninck – Quick-Step) durfte man in den vergangene
31.05.2021Rosa nimmt Bernal endlich die große Last von Gelb (rsn) – Der Sonntagnachmittag in Mailand war emotional für Egan Bernal. Am Ende des 30 Kilometer langen Abschlusszeitfahrens richtete er sich auf, breitete die Arme aus und rollte erleichtert über
31.05.2021White: Yates´ Tour-Teilnahme ist “höchst wahrscheinlich“(rsn) – Schlecht war das Ergebnis von Simon Yates (BikeExchange) beim 104. Giro d´Italia nicht: Rang drei in der Gesamtwertung, er stand auf dem Podest. Und doch war es nicht das, wofür er vor dre
31.05.2021Walscheid: “Bin super zufrieden mit den drei Wochen“(rsn) – Mit gleich drei Etappensiegen durch Mauro Schmid, Giacomo Nizzolo und Victor Campenaerts war Qhubeka Assos eine der Überraschungsmannschaften beim Giro d`Italia. Nur Ineos Grenadiers hatte
30.05.2021Sturz kostet Cavagna möglichen Sieg in Mailand(rsn) - Rémi Cavagna (Deceuninck - Quick-Step) hätte das Abschlusszeitfahren des 104. Giro d'Italia in Mailand gewinnen können. Zumindest wäre es äußerst knapp zwischen ihm und dem vorher per De
30.05.2021Video: Bernals letzte Meter auf dem Weg zum Giro-Sieg(rsn) - Mit dem Tagessieg vor dem Mailänder Dom hatte Egan Bernal (Ineos Grenadiers) erwartungsgemäß nichts mehr zu tun. Doch der Kolumbianer hat im Abschlusszeitfahren des 104. Giro d´Italia das
30.05.2021Ganna gewinnt Zeitfahren trotz Platten vor gestürztem Cavagna(rsn) - Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) hat das abschließende Zeitfahren des Giro d’Italia in Mailand für sich entschieden. Der Italiener gewann nach 30,3 Kilometern vor Rémi Cavagna (Deceuninck
30.05.2021Bernal feiert Gesamtsieg, Ganna gewinnt Abschlusszeitfahren(rsn) - Egan Bernal (Ineos Grenadiers) hat sich am Schlusstag des 104. Giro d`Italia sein Rosa Trikot nicht mehr abnehmen lassen und sich zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtsieg der Italien-
30.05.2021Die Renneinsätze der deutschsprachigen Fahrer (rsn) - Die Radsportsaison 2021 ist trotz der Corona-Pandemie in vollem Gang. Wir liefern Ihnen zu Beginn jeder Woche eine Aufstellung über die Einsätze der Profis aus Deutschland, Österreich, der
30.05.2021Bernal: “Nur mein Name auf der Giro-Trophäe zählt“(rsn) – Erstmals ging Egan Bernal (Ineos Grenadiers) als Leader in die Schlusswoche einer der drei großen Landesrundfahrten. Nach 20 der 21 Etappen des Giro d’Italia hat er mit 1:59 Minuten auf d
30.05.2021Caruso war für Bardet Hilfe und Problem zugleich(rsn) – Falls im abschließenden Zeitfahren keine Sensation passiert, wird das deutsche Team DSM den 104. Giro d’Italia ohne Tageserfolg verlassen. Nach einer schwierigen ersten Woche präsentier
09.10.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
09.10.2026Nys startet am Koppenberg in die Crosssaison (rsn) - In wenigen Worten zu vermelden, deshalb aber nicht weniger wichtig: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Kurznachrichten des Tages aus der Welt des R
09.10.2026Evenepoel beim Lombardei-Training noch im Red-Bull-Dress (rsn) – Der Auftritt bei Il Lombardia (1.UWT) am Samstag wird für Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) der erste im Trikot des Europameisters. Doch darin trainierte der Doppelolympiasi
09.10.2026Bernal widerspricht Rücktritts-Gerüchten (rsn) – Egan Bernal (Netcompany – Ineos) hat in einem Instagram-Statement Gerüchten zu einem möglichen Karriereende widersprochen. Der Radsport-Journalist Daniel Benson stellte diese Möglichke
09.10.2026Die Aufgebote für das 120. Il Lombardia (rsn) – Mit der 120. Ausgabe von Il Lombardia steht am 10. Oktober das letzte der fünf Radsport-Monumente an. Der italienische Herbstklassiker führt diesmal über 239 hügelige Kilometer von Berga
09.10.2026Pogacar-Nachfolger beim Rennen der fallenden Blätter gesucht (rsn) – Fünfmal in Folge hieß der Sieger von Il Lombardia (1.UWT) Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG). Ob in einem Sprint a deux oder nach einer seiner langen Solo-Attacken, ob das Ziel in C
09.10.2026Neuzugang Nummer 10 für Pinarello, Ciccone verlässt Lidl (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
09.10.2026Silvas Beine von vier Profis überfahren (rsn) – Hinter seinem Anfahrer Alberto Bettiol (XDS – Astana) ging Guillermo Silva knapp 250 Meter vor dem Zielstrich von Gan Piemonte (1.Pro) in zweiter Position in Richtung Zielgeraden. Der acht
09.10.2026Panikattacken: Orins beendet mit 24 Jahren seine Karriere (rsn) - Robin Orins (Lotto-Intermarché) beendet mit 24 Jahren seine Karriere als Profiradsportler. Der Belgier war eines der größten U23-Talente seines Landes. Orins wurde 2023 und 2024 jeweils Dri
09.10.2026Wiebes gewinnt Auftakt der Tour of Chongming Island (rsn) – Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) ist in China zum Auftakt der Tour of Chongming Island (2.WWT) ihrer Rolle als Top-Favoritin gerecht geworden und hat ihren 21. Saisonsieg eingefahren. Di
09.10.2026Die deutschsprachigen Starterinnen und Starter bei der Gravel-WM (rsn) – German Cycling hat für die Gravel-WM am 10./11. Oktober im australischen Nannup kein offizielles Aufgebot nominiert. Auch auf finanzielle oder logistische Unterstützung müssen die deutsc
08.10.2026Verspätete “Whereabouts“: Tsarenko saß einjährige Sperre ab (rsn) - Der Ukrainer Kirilo Tsarenko (Solution Tech – Nippo – Rali) hat vom 1. Juli 2025 bis zum 30. Juni 2026 eine einjährige Sperre verbüßt. Das gab die ITA, die im Auftrag des Radsport-Weltv