TotA-Vierter in Lüttich “best of the rest“

Ciccone müde, “aber auch sehr glücklich“

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Das Podium des 111. Lüttich-Bastogne-Lüttich, v.l.: Giulio Ciccone (Lidl - Trek), Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG), Ben Healy (EF Education - EasyPost) | Foto: Cor Vos

27.04.2025  |  (rsn) - Bei der Tour of the Alps (2.Pro) verpasste Giulio Ciccone (Lidl – Trek) nach seinem Auftaktsieg letztlich deutlich das Schlusspodium. Nur zwei Tage später war der Italiener beim 111. Lüttich-Bastogne-Lüttich nicht nur bester Fahrer seines starken Teams, das mit Thibau Nys (5.) und Andrea Baglioli (6.) noch zwei weitere unter die Top 6 brachte. Ciccone erwies sich nach schweren 252 Kilometern des dritten Ardennenklassikers sogar als “best of the rest“ hinter einem erneut überragenden Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG).

“Ich bin total müde, aber gleichzeitig auch sehr glücklich – und wenn man glücklich ist, spürt man die Müdigkeit viel weniger. Ich würde nicht sagen, dass der zweite Platz hinter Tadej Pogacar ein Sieg ist, aber es ist definitiv ein gutes Gefühl“, kommentierte der 30-Jährige sein bisher bestes Ergebnis bei der “La Doyenne“, dem ältesten Eintagesrennen der Welt, das er bisher auf den Plätzen 34 (2019) und 13 (2023) beendet hatte. 

Erstmals aber bestritt er das vierte Monument der Saison im Anschluss an die Tour of the Alps, weshalb er sich in seiner Fahrweise zunächst umstellen musste. “Die Tour of the Alps ist weniger anstrengend und hat längere Anstiege, daher waren die ersten drei Rennstunden heute etwas verwirrend für mich“, sagte Ciccone lachend.

Im Finale zeigte sich der ehemalige Giro-Bergkönig aber hellwach. Zwar musste auch Ciccone bei Pogacars Attacke an der Redoute 35 Kilometer vor dem Ziel passen. Doch dann hielt er sich nicht nur in der ersten Verfolgergruppe, sondern setzte sich am letzten Anstieg des Tages sogar mit Ben Healy (EF Education – EasyPost) aus ihr ab, um den Iren schließlich im Sprintduell deutlich zu bezwingen.

“Als Tadej Pogacar angriff, habe ich mich nur auf mich selbst konzentriert und bin mein eigenes Tempo gefahren. Ich wusste, dass ich nicht genug Kraft hatte, um mit ihm mitzuhalten, also habe ich meine Energie einfach optimal genutzt“, erzählte Ciccone, der sein bisher bestes Ergebnis bei einem Monument einfuhr, nach dem es im Oktober bei Il Lombardia bereits zu Rang drei hinter Pogacar und Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) gereicht hatte.

Der Giro kann kommen

“Lüttich ist eines meiner Lieblingsrennen. Es bedeutet mir viel, nur wenige Monate nach dem Erfolg bei der Lombardei auch hier auf dem Podium zu stehen. Das macht mich sehr glücklich, vor allem, weil es nur zehn Tage vor dem Giro passiert“, blickte der Kletterspezialist bereits auf die erste Grand Tour des Jahres voraus, bei der er seinen 16. Platz im Gesamtklassement aus dem Jahr 2016 verbessern will.

Damals feierte er auch den zweiten seiner bisher drei Etappensiege und gewann die Bergwertung – gegen einen weiteren Tageserfolg und ein zweites Bergtrikot hätte Ciccone bei der 108. Ausgabe der Italien-Rundfahrt nichts einzuwenden.

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